Sophie Schweighart gewinnt Bergischen Kunstpreis  |  | Sophie Schweighart, Office for Unusable Ideas, 2025 | |
Der 80. Bergische Kunstpreis geht an Sophie Schweighart. Mit „Office for Unusable Ideas“ zeigt die 1991 geborene Medienkünstlerin, die in San Francisco, Hamburg und zuletzt als Meisterschülerin von Gregor Schneider an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, eine begehbare Installation, die an das verlassene Büro einer fiktiven Figur erinnert. Ein eigens entwickeltes Computersystem durchzieht die labyrinthische Architektur und reagiert mittels KI mit Licht- und Klangimpulsen auf die Bewegungen der Besuchenden. Schweigharts „komplexe und gleichermaßen durchdachte Werkaussage“, so die Jury, gab den Ausschlag. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert und umfasst eine Ausstellung im Kunstmuseum Solingen.
In der Rauminstallation aus dem Jahr 2025 verlieren die Besuchenden rasch die Orientierung und geraten in ein Spannungsfeld von Sichtbarkeit, Überwachung und Kontrolle. Persönliche Spuren wie Tagebücher oder Notizen sind zwar präsent, bleiben jedoch unlesbar. So wird das Publikum selbst Teil eines Werks, das mit der KI „Delphi“ auf sensiblen Daten operiert. Die Arbeit versteht sich weniger als statisches Objekt, sondern eher als prozesshafte Situation: Erst im Zusammenspiel von Raum, Technologie und körperlicher Präsenz entsteht ein sich kontinuierlich wandelndes Kunstwerk.
Im Rahmen der Internationalen Bergischen Kunstausstellung wird Schweigharts Projekt gemeinsam mit den Arbeiten der weiteren zwölf Nominierten vom 25. September bis 2. November im Kunstmuseum Solingen präsentiert. Die Eröffnung erfolgt mit der offiziellen Preisverleihung. Zudem vergibt das Publikum Auszeichnungen in Höhe von 1.500 Euro, 1.000 Euro und 500 Euro, die zum Ausstellungsende vergeben werden. |