Stuttgart kauft große Beckmann-Studie aus Künstlernachlass  |  | Bei der Vorstellung von Max Beckmanns Entwurfszeichnung in der Staatsgalerie Stuttgart | |
Die Staatsgalerie Stuttgart konnte mit Mitteln der Museumsstiftung Baden-Württemberg und der Ernst von Siemens Kunststiftung eine Entwurfszeichnung zu Max Beckmanns „Auferstehung“ von 1915/16 ankaufen. Der Neuerwerb des Expressionisten, der mit zentralen Werken in der Sammlung der Staatsgalerie vertreten ist, gewährt Einblicke in Beckmanns Entwurfsprozess und schließt an das unvollendete Gemälde „Auferstehung“ aus dem Jahr 1916 an, das seit 1964 zum Bestand des Stuttgarter Museums gehört. Der Ankauf des großformatigen Blattes aus dem Nachlass Beckmanns versteht sich als Hommage an den im Dezember 2025 verstorbenen Peter Beye, der von 1969 bis 1994 Direktor der Staatsgalerie war. Entscheidend war auch Mayen Beckmann, Enkelin des Malers, die das jahrzehntelang unbekannte Blatt wiederentdeckte und der Staatsgalerie durch ein großzügiges Angebot entgegenkam.
Noch vor seiner Entlassung aus dem Kriegsdienst begann Max Beckmann in Straßburg wohl im Oktober 1915 mit der Komposition. Das neu erworbene Blatt, das 87 auf 147,7 Zentimeter misst, verdeutlicht die Veränderungen und Variationen im zeichnerischen Entwurfsprozess und stellt den Schritt vor der Übertragung auf die Leinwand dar. Damit ist es wohl die letzte Vorarbeit zum Gemälde, die durch die Unterteilung in Raster zur anschließenden Übertragung der Figuren auf die Leinwand in Beckmanns Werk singulär steht. Die unvollendete „Auferstehung“ gilt mit fast fünf Metern Breite als größtes Gemälde Beckmanns und in der Forschung als ein Schlüsselwerk, da der Künstler mit seiner bisherigen Formensprache bricht und den Aufbruch in die Moderne vollzieht. |