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Rebekka Benzenberg gegen Misogynie in Mülheim an der Ruhr

Rebekka Benzenberg, They Longed For An Ancient Tragedy, 2025

Unter dem Titel „They Longing For An Ancient Tragedy“ präsentiert das Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr aktuell die erste institutionelle Schau zum Werk vom Rebekka Benzenberg. Den Ausgangspunkt bildet die 1920 von Richard Langer geschaffene Skulptur „Flora“, die heute ein eher abgeschottetes Dasein in Mülheim führt. Den konstanten Vandalismus an Langers Skulptur bis hin zu ihrer Zerstörung nutzt Benzenberg als künstlerische Untersuchung der Geschichte der Frauenfeindlichkeit. Dazu formte die 1990 geborene Künstlerin die „Flora“ ab und gab ihrer Arbeit den Titel „Dream Body Dream“ als Kommentar auf das, was von der weiblichen Allegorie geblieben ist. Gewalt, Übergriffigkeit und symbolische Demontage weiblicher Körper ziehen sich als roter Faden durch ihr Werk. Bei mythologischen und kunsthistorischen Motiven, wie in der „Flora“, zitiert Benzenberg diese nicht, sondern legt ihre Zeichenfunktion offen und macht damit deutlich, wie tief misogyne Bilder von der Antike bis in die Gegenwart in kulturelle Narrative eingeschrieben sind. Sie markiert Frauenfeindlichkeit als strukturelle Gewalt, die sich auch im öffentlichen Raum zeigt und fortgeschrieben wird.

Rebekka Benzenberg, die von 2013 bis 2020 an der Kunstakademie Düsseldorf zuletzt bei Franka Hörnschemeyer studiert hat, fokussiert sich in ihren Arbeiten auf Macht und wo und wie sie sich tarnt, nämlich in Bildern, Symbolen, Ritualen und in ihrem steten Wandel. In Mülheim stand Richard Langers „Flora“ im Rosengarten des Dimbeckparks. Dort wurde sie über Jahre hinweg immer wieder attackiert. Um die Skulptur zu schützen, ersetzte man das Original durch eine Replik aus glasfaserverstärktem Kunststoff, das Original wanderte in die Stadthalle. Aber auch die Kopie erlitt weitere Angriffe, bis sie schließlich 2016 endgültig zerstört wurde. Geblieben sind nur zwei Füße, die in einem Plexiglaskasten zu sehen sind. Die „Flora“ ist damit weniger Denkmal als Zeugnis eines systematischen Umgangs mit weiblichen Figuren im öffentlichen Raum. Aus dieser konkreten Ortsgeschichte heraus entwickelte Benzenberg nun mit dem Kunstmuseum ihr Projekt und zeigt, dass Angriffe auf weibliche Figuren im öffentlichen Raum kein Zufall, sondern Ausdruck einer Bildordnung sind, in der Weiblichkeit verfügbar, angreifbar und ersetzbar ist.

Die Ausstellung „Rebekka Benzenberg. They Longing For An Ancient Tragedy“ ist bis zum 13. September zu sehen. Das Kunstmuseum Mülheim hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet, am 1. Mai bleibt es geschlossen. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro. Mittwochs ab 14 Uhr ist der Besuch frei.

Kunstmuseum Mülheim an der Ruhr
Synagogenplatz 1
D-45468 Mülheim an der Ruhr
Telefon: +49 (0)208 – 455 41 71


28.04.2026

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Rebekka Benzenberg, They Longed For An Ancient Tragedy, 2025
Rebekka Benzenberg, They Longed For An Ancient Tragedy, 2025

Künstler:

Rebekka Benzenberg








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