Russische Teilnahme: EU streicht Biennale in Venedig Gelder  |  | Die EU friert zwei Millionen Euro wegen der russischen Beteiligung an der Biennale in Venedig ein | |
Die Biennale-Stiftung in Venedig muss wegen der diesjährigen Teilnahme Russlands an der Kunstschau mit weniger EU-Mitteln auskommen. Wie die Kommission gestern mitteilte, streicht sie Gelder in Höhe von zwei Millionen Euro. Darüber habe sie die Stiftung schriftlich informiert. „Russlands Rückkehr zur Biennale von Venedig ist moralisch falsch. Die EU beabsichtigt, ihre Finanzierung zu kürzen“, sagte die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas nach dem Außenministertreffen vom vergangenen Dienstag in Luxemburg. „Wir verurteilen aufs Schärfste, dass der russische Pavillon wieder öffnen soll.“ Auch die Kulturinstitutionen in der EU hätten sich nach den politischen Vorgaben der Kommission zu richten und im Einklang mit den EU-Sanktionen zu handeln.
Die Fondazione Biennale di Venezia sieht das anderes. Man habe nicht das Recht, ein Land von der Biennale auszuschließen, ließ Biennale-Präsident Pietrangelo Buttafuoco wissen. Er wolle Russland die Teilnahme genauso ermöglichen, wie allen anderen Ländern, die sich im Krieg befänden, etwa Israel, den Iran oder die Ukraine. Zudem lehne man jegliche Form der Zensur von Kultur und Kunst ab. Es ist das erste Mal, dass Russland seit Beginn des Krieges gegen die Ukraine wieder an der internationalen Ausstellung in Venedig teilnehmen will. Im Jahr 2022 zogen die vorgesehenen Künstler ihren Beitrag wegen des Einmarsches ins Nachbarland zurück, 2024 überließ Russland seinen Pavillon dem bolivianischen Staat. In der am 9. Mai beginnenden Biennale sollen nun wieder russische Künstler den Pavillon bespielen. |