Raja Ravi Varma ist teuerster indischer Künstler  |  | Teuerstes indisches Kunstwerk: Raja Ravi Varmas „Yashoda und Krishna“ aus den 1890er Jahren | |
Das Gemälde „Yashoda und Krishna“ von Raja Ravi Varma hat einen neuen Preisrekord für ein indisches Kunstwerk aufgestellt. Die Kindheitsszene Krishnas aus der hinduistischen Mythologie kam am 1. April beim Auktionshaus Saffronart in Mumbai auf einen Zuschlag von 1,4 Milliarden Rupien, gut 13 Millionen Euro. Mit Aufgeld zahlte der indische Unternehmer und Milliardär Cyrus Poonawalla, der auch als „Vaccine King“ bekannt ist und 1966 das Serum Institute of India, den weltgrößten Produzenten von Impfstoffen, gründete, rund 1,67 Milliarden Rupien, etwa 15,5 Millionen Euro. Damit hat das Kunstwerk Maqbul Fida Husains „Gram Yatra“ von 1954 abgelöst, das im März 2025 bei Christie’s in New York 13,7 Millionen US-Dollar, damals etwa 12,6 Millionen Euro, einspielte.
Gemäß des 1972 in Indien erlassenen Kunst- und Antiquitätengesetzes zählt Raja Ravi Varma zu den elf Künstlern, die als „Nationale Schätze“ bezeichnet werden. Daher dürfen seine Werke das Land nicht verlassen. Er gilt als „Vater der modernen indischen Kunst“ und war einer der ersten, der westliche akademische und östliche Maltraditionen miteinander verband. Varmas Rekordbild stammt aus den 1890er Jahren und damit aus dem Höhepunkt seiner Karriere. Der junge Gott Krishna, der einen goldenen Pokal hält, schmiegt sich an seine Pflegemutter Yashoda, die eine Kuh melkt. Varma setzte damit das Göttliche in eine alltägliche Umgebung und schuf für das Religiöse eine emotional zugängliche Bildsprache.
Geboren 1848 in Kilimanoor im ehemaligen Fürstenstaat Travancore im äußersten Südwesten Indiens, zählt Raja Ravi Varma zu den einflussreichsten Pionieren der indischen Kunstwelt und führte mehrere Neuerungen ein. So machte er unter anderem die Ölmalerei in seiner Heimat populär, meisterte die Perspektive und war der erste indische Künstler aristokratischer Abstammung. Zudem gestaltete er alte traditionelle Themen in einer naturnahen Weise. Vor allem mit seinen Gemälden schöner, in Saris gekleideter Frauen wurde er zu einer Zeit berühmt, als Künstler in Indien meist noch anonym blieben. Auch in Europa erlangte Varma einige Bekanntheit, als er 1873 den ersten Preis auf der Wiener Kunstausstellung gewann. |