Thomas Zipp gestorben  |  | Der Berliner Künstler Thomas Zipp ist tot | |
Der Maler, Bildhauer, Installationskünstler und Musiker Thomas Zipp ist am Karfreitag gestorben. Das teilte seine Galerie Barbara Thumm am Wochenende mit, ohne nähere Angaben zur Todesursache zu machen, und drückte ihre große Trauer über den viel zu frühen Tod des 1966 geborenen Künstlers aus. Zipp zählte zu den bedeutenden Deutschen der Gegenwartkunst seit den 1990er Jahren und nahm an wichtigen internationalen Ausstellungen teil, etwa 2013 an der Biennale in Venedig. Mit seinen Werken, in denen er Malerei, Zeichnung und Skulptur zu teils raumgreifenden Installation kombinierte und auch die Performance einbezog, gab er düstere und dabei oftmals auch ironische Kommentare zu Psychologie, Wissenschaft, Mythologie, Medizin, Religion, Literatur und gesellschaftlichen Strukturen ab. Er verband zudem kunsthistorische Referenzen mit surrealen, beklemmenden und absurden Bildwelten und schlug dabei einen Bogen vom mittelalterlichen Memento Mori über die Erfindung der Glühbirne und der Atombombe bis hin zur globalen Mobilität. Seit 2008 war er Professor für Malerei und Multimedia an der Universität der Künste Berlin.
Thomas Zipp, in Heppenheim geboren und Wahl-Berliner, studierte zwischen 1992 und 1998 bei Thomas Bayrle an der Städelschule in Frankfurt am Main und auch an der Slade School of Fine Art in London. Vor seiner Professur in Berlin unterrichtete er ein Jahr lang an der Hochschule für Bildende Künste in Karlsruhe. Für seine Teilnahme an der Berlin Biennale 2006 gestaltete er in einem Klassenzimmer eine Raumkomposition von Fototapeten und perspektivisch verzerrten Gemälden in melancholischen Erdfarben und thematisierte damit die Folgen von Tschernobyl. Ein Jahr später wurde Zipp von Rolf Lauter, dem Direktor der Kunsthalle Mannheim, gebeten, zum 100jährigen Bestehen des Hauses eine raumgreifende Installation zum Thema „Welt als Ausstellung“ zu entwickeln. Zipp kreierte hierfür den überbordenden Kosmos „Planet Caravan. Is There Life After Death? A Futuristic World Fair“, dessen Gesetze entweder von der Kälte des Alls oder aber von radioaktiver Hitze bestimmt waren, und ließ den Menschen darin als Mutation seiner selbst auftreten. Er stellte unter anderem in der Cc Foundation & Art Space in Shanghai, im Kunstraum Innsbruck, in der Kunsthalle Fridericianum in Kassel, in der Bundeskunsthalle in Bonn, im Den Frie Centre of Contemporary Art in Kopenhagen, im Belvedere in Wien, in der Saatchi Gallery in London, im Migros Museum in Zürich, im MoMA PS1 in New York, im Museum of Contemporary Art in Chicago oder in der Tate Modern in London aus. |