Otto Altenkirch in Dresden  |  | Otto Altenkirch, Birkenweg am Hellergut, 1930 | |
Im Kreis der deutschen Impressionisten ist Otto Altenkirch eher eine Randerscheinung. Das will die Städtische Galerie Dresden nun ändern und präsentiert seit dem Wochenende einen Überblick über das Werk des sächsischen Malers. Dabei kann Kurator Johannes Schmidt auf die Expertise des Dresdner des Restaurators Frank Petrasch bauen, der sich mit seiner Familie intensiv für die Würdigung von Altenkirchs Kunst einsetzt. So geht auf seine Initiative die Altenkirch-Ausstellung im alten Rathaus von Siebenlehn zurück, seine Tochter Maria Körber veröffentlichte 2005 das Werkverzeichnis der Gemälde Altenkirchs, das nun die Grundlage für die Schau in der Städtischen Galerie Dresden bildet. Ausgewählt haben Schmidt und Petrasch 55 Kunstwerke aus der Zeit von 1899 bis 1944, darunter auch Aquarelle und Bühnenbildentwürfe aus Altenkirchs Tätigkeit als Hoftheatermaler.
Otto Altenkirch, der 1875 im brandenburgischen Ziesar zur Welt kam, studierte nach einer Ausbildung zum Dekorationsmaler ab 1900 an der Berliner Hochschule für bildende Künste in der Landschaftsklasse von Eugen Bracht. Als sein Lehrer an die Dresdner Kunstakademie wechselte, folgte ihm Altenkirch und setzte sein Studium hier fort. 1906 ließ er sich als freischaffender Künstler in Dresden nieder. Von 1910 bis 1920 war er als Hoftheatermaler tätig und zog sich anschließend nach Siebenlehn westlich von Dresden zurück, um sich von dort aus bis zu seinem Lebensende der Landschaftskunst zu widmen. Dabei erschloss er sich die Gegenden rund um die sächsische Residenzstadt für seine Pleinair-Malerei. Bis Ende der 1930er Jahre beteiligte sich Altenkirch landesweit an zahlreichen Ausstellungen in Museen, Kunstvereinen und privaten Galerien, etwa in München, Hamburg und Berlin. 1945 verstarb der Künstler in Siebenlehn.
Otto Altenkirch hat sich fast ausschließlich mit der Gattung Landschaft beschäftigt. Mit seinen atmosphärischen Naturschilderungen, in denen sich kaum Menschen oder Tiere finden, gehört er zu den Hauptvertretern spätimpressionistischer Kunst in Sachsen. Charakteristisch für seine künstlerische Haltung war die Vorliebe, Motive in unterschiedlichen tages- und jahreszeitlichen Erscheinungsformen immer wieder zu bearbeiten. Die Wandelbarkeit der Landschaftseindrücke beschäftigte ihn ein Leben lang. In seinen Studienjahren hatte er sich die Pleinair-Malerei erarbeitet. Für die Arbeit im Freien machte er sich einen speziellen Farbauftrag mit der Spachtel zu eigen, der zu einer pastosen Malerei zwischen realistischem Abbild und impressionistischer Formauflösung führte. Seine Sujets fand Altenkirch vor allem im Dresdner Heller, einer Landschaft im Norden Dresdens, mit der dortigen Gutsanlage und im Flusstal der Mulde bei Siebenlehn.
Die Ausstellung „Otto Altenkirch. Landschaft – Alla Prima“ läuft bis zum 27. September. Die Städtische Galerie Dresden hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro.
Städtische Galerie Dresden
Wilsdruffer Straße 2
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