Michelangelo Merisi da Caravaggio, Portrait Maffeo Barberini, um 1600
Der italienische Staat hat ein Gemälde von Michelangelo Merisi da Caravaggio erworben. Dabei handelt es sich um das Portrait von Maffeo Barberini, den späteren Papst Urban VIII. Wie Kulturminister Alessandro Giuli mitteilte, hätten sich die Verhandlungen mit einem Privatsammler aus Florenz über ein Jahr hingezogen. Schließlich wurde ein Kaufpreis von 30 Millionen Euro vereinbart. Das ist laut Giuli der höchste Betrag, der jemals vom italienischen Staat für ein einzelnes Kunstwerk gezahlt wurde. Gemeinsam mit der kürzlich erfolgten Übernahme des Gemäldes „Ecce Homo“ von Antonello da Messina ist auch dieser Erwerb Teil eines umfassenderen Projekts zur Stärkung des nationalen Kulturerbes, das das Kulturministerium in den kommenden Monaten weiter vorantreiben will. Ziel sei es, die öffentlichen Sammlungen mit Kunstwerken von herausragender Bedeutung zu bereichern und vor einer Abwanderung ins Ausland zu bewahren.
Caravaggio hielt den Monsignore Maffeo Barberini um 1600 im Alter von etwa 30 Jahren fest. Er zeigt ihn in seiner Funktion als Kleriker der Apostolischen Kammer, der Papiere in der Hand hält und einen Auftrag zu erteilen scheint. Das Werk wurde erstmals 1963 von dem renommierten italienischen Kunsthistoriker Roberto Longhi besprochen und Caravaggio zugewiesen. Longhi sah in diesem Bild einen der Gründungsmomente der modernen Porträtmalerei und betonte, dass Caravaggio damit eine neue psychologische Intensität in die Bildniskunst einführte. Es sei ihm gelungen, die lebendige Präsenz der Figur ohne Rückgriff auf rhetorische Elemente darzustellen. Seit November 2024 wurde das barocke Gemälde im Palazzo Barberini internationalen Wissenschaftlern präsentiert, die die Echtheit und Bedeutung des Gemäldes bestätigten. Bis Februar 2025 war es dort zudem in der Ausstellung „Caravaggio. Il ritratto svelato“ für die breite Öffentlichkeit zu sehen. Das Gemälde wird nun den Gallerie Nazionali di Arte Antica zugewiesen, weiterhin im Palazzo Barberini zu sehen sein und dort in einen Dialog mit anderen Arbeiten Caravaggios treten.