Jerszy Seymours Weltenschöpfung in Berlin  |  | in der Ausstellung „Jerszy Seymour: Mutuogenesis“ | |
Für sein neues Projekt hat Jerszy Seymour im Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin die raumfüllende Installation „Mutuogenesis“ eingerichtet. Ausgehend von einem einjährigen Prozess, der vielfältige Design- und Kunstproduktionen mit jungen Menschen sowie Interventionen internationaler Künstler*innen, Designer*innen und Aktivist*innen ermöglichte, hat der 1968 geborene, in London und Berlin lebende Künstler und Designer den Museumsraum in eine vielschichtige, farbintensive und immersive Ausstellungslandschaft verwandelt. Dabei soll die begehbare Raumstruktur aus gefundenen, gebrauchten und ökologischen Materialien als soziale Skulptur funktionieren und für die Ausstellungsdauer im Frühling als eine Bühne für Performances und Begegnungen dienen. Mit „Mutuogenesis“ sucht Jerszy Seymour nach neuen Impulsen für ein solidarisches Zusammenleben und erprobt Formen des Lernens und Produzierens in einer Gemeinschaft, deren Kern soziale und ökologische Gerechtigkeit bildet.
Für Jerszy Seymour ist „Mutuogenesis“ ein „Ort, an dem ein seltsamer, punkiger Underground-Geist die Moderne mit dem Gespenst einer Wechselbeziehung und Mutation zwischen unserem Planeten und seinen menschlichen wie nicht-menschlichen Mitbewohnenden heimsucht. ‚Mutuogenesis‘ ist der Versuch, anders zu leben und anders zu sein. Ein Ort, an dem Vorstellungen von Absurdität, Horror, Humor und Komik zu unverzichtbaren Werkzeugen werden, in der Suche nach möglichen ‚dirty utopias‘.“ Dabei basiert das Kunstprojekt auf der Zusammenarbeit Seymours mit jungen Leuten, die nach Flucht und Vertreibung im Berliner Kulturzentrum „Schlesische27“ eine Umgebung für ihre Stabilisierung und Bildung finden. Im Kontext künstlerischer und handwerklicher Produktionen bereiten sie sich auf eine Berufsausbildung vor. Bei gemeinsamen Aktionen soll das Berliner Kunstgewerbemuseum nun zu einem Ort des Ankommens und der Begegnung werden; im Zuge der Erkundungstouren und Auseinandersetzung mit der Sammlung können die Beteiligten und Gäste Anknüpfungspunkte mit kulturellen Sprachen und Gestaltungsimpulsen aus dem eigenen Herkunftsraum in „Mutuogenesis“ teilen.
Die Ausstellung „Jerszy Seymour: Mutuogenesis“ und ihre Workshops, Lesungen und Performances laufen bis zum 3. Mai. Das Kunstgewerbemuseum hat täglich außer mittwochs bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags und sonntags erst ab 11 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 10 Euro, ermäßigt 5 Euro.
Kunstgewerbemuseum
Matthäikirchplatz
D-10785 Berlin
Telefon: +49 (0)30 – 266 42 42 42 |