Jacqueline de Jong-Neuzugang im Kunstmuseum St. Gallen  |  | Jacqueline de Jong, La propag andiste idiote, 1965 | |
Das Kunstmuseum St. Gallen hat das Gemälde „La propag andiste idiote“ von Jacqueline de Jong aus dem Jahr 1965 angekauft. Das Werk wurde im Rahmen der aktuellen Ausstellung „Jacqueline de Jong. Ungehorsam“ bei der Pippy Houldsworth Gallery in London für die Sammlung des Hauses erworben. Mit dem Neuzugang unterstreicht das Kunstmuseum St. Gallen sein Interesse an der radikalen Figuration der Nachkriegszeit. Zugleich würdigt das Museum die 2024 verstorbene Künstlerin, deren kompromisslose Bildsprache die Verflechtungen von Politik, Gewalt und Begehren eindringlich thematisiert.
Das Ölgemälde stammt aus Jacqueline de Jongs früher Schaffensphase und zeigt erstmals ihre vollständig entwickelte neoexpressive und figurative Bildsprache. Es gehört zu der von Gewalt, Sexualität und politischer Unruhe geprägten Serie „Accidental“. Auf der chaotischen Demonstrationsszene schwingen verzerrte Figuren Waffen, halten Plakate in die Höhe und formen eine turbulente, fragmentierte Bildwelt. Die dargestellte Unruhe verweist auf die grotesken Erscheinungsformen von Ideologie und Machtstrukturen. Im Zentrum steht eine weibliche Figur, die als Allegorie die Propaganda verkörpert und damit zugleich traditionelle Darstellungen von Autorität und Opferrollen infrage stellt. |