Neuer Fotopreis für Erli Grünzweil  |  | Erli Grünzweil gewinnt den erstmals vergebenen Fotopreis der OÖ Landes-Kultur GmbH | |
Erli Grünzweil ist der erste Träger des heuer eingeführten Preises für künstlerische Fotografie der Oberösterreichischen (OÖ) Landes-Kultur GmbH. Eine neunköpfige Jury wählte den 1992 in Rohrbach geborenen Künstler, der nach eigenen Angaben in seinen Arbeiten nach Mehrdeutigkeit, Balance und neuen Perspektiven sucht, aus 205 Bewerbungen mit einem Bezug zu Oberösterreich einstimmig aus. Neben dem Preisgeld von 3.000 Euro und der Teilnahme an der Schau „What a View!“ in Linz erhält Grünzweil zudem ein Feature im hauseigenen Fotomagazin, das der Zeitung „Der Standard“ beiliegen wird.
Laut Jury überzeuge Grünzweils künstlerische Praxis mit dem genauen Blick auf die Welt, der hohen technische Professionalität und einer eigenständigen, sich stets in Bewegung befindenden, metareferenziellen visuellen Sprache, „die daran interessiert scheint, zu ergründen, was Bilder über das eigene Bild-Sein hinaus noch sein könnten. Hervorzuheben ist darüber hinaus Grünzweils publizistische Praxis, die von einem genauen Gespür für das Verhältnis von Einzelbild und Serie zeugt.“ In seinen sorgfältig komponierten, nicht in unmittelbarem Zusammenhang stehenden Einzelbildern schaffe Grünzweil einen umfassenden, in seiner Inszenierung durch Farbgebung und Lichtsetzung verführerischen Bilderkosmos, in dem alles klar erkennbar und gleichzeitig doch fluide und wandelbar erscheint. Etwas Rätselhaftes, das sowohl in den Bann ziehe wie auch Fragen aufwerfe, zeichne seine präzis komponierten, sowohl dokumentarischen als auch inszenierten Fotografien aus.
Erli Grünzweil, der an der Kunstuniversität Linz und an der Wiener Universität für Angewandte Kunst studierte, greift für seine Arbeiten auf ein breites visuelles Archiv zurück. Neben seinen eigenen Bildern beinhaltet es zudem künstlerische Werke seines Großvaters, Archivbilder und Text. Das zentrale Element ist die digitale Postproduktion, die nach Juryaussage ebenfalls dazu beitrage, neue und durchaus überraschende Perspektiven und Narrative im Umgang mit dem visuellen Material zu finden. Grünzweil arbeitet unter anderem für Zeitungen wie „Die Zeit“, das „Süddeutsche Magazin“, „FAZ Quarterly“, den „Standard“ und Magazine wie Der Spiegel, Harper’s Bazaar oder Capital. 2024/25 erhielt er das Start-Stipendium für Fotografie des österreichischen Kulturministeriums. Bisher stellte Grünzweil vorwiegend in österreichischen Galerien aus.
Ausgangspunkt des neuen Fotopreises ist der 200jährige Geburtstag der Fotografie. Hierfür rief die OÖ Landes-Kultur GmbH den zweiteiligen Fotowettbewerb ins Leben. Neben der künstlerischen Sparte richtet sich der zweite Teil an Hobbyfotograf*innen. Die Arbeiten von Erli Grünzweil und die weiteren Ergebnisse des Wettbewerbs sind ab dem 17. April in der Ausstellung „What a View!“ im Francisco Carolinum in Linz zu sehen. Ziel der Schau ist es, Werke der künstlerische Fotografie und Amateurfotografie zu verbinden. |