Nezaket Ekici mit Dortmunder Kunstpreis geehrt  |  | Nezaket Ekici erhält den MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“ 2026 | |
Der Verein der „Freunde des Museums Ostwall“ in Dortmund vergibt seinen MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“ heuer an Nezaket Ekici. Die Ideen der Auszeichnung „Dada, Fluxus und die Folgen“ seien im Werk der 1970 geborenen Künstlerin, die mit Performance, Video, Installation, Malerei, Druckgrafik, Zeichnung oder Fotografie arbeitet, bestens vertreten, betonte Benjamin Sieber, Vorsitzender des Freundesvereins. „Ausschlaggebend für die Jury war ihr Schwerpunkt innerhalb der Video- und Performance-Kunst, die sie unter anderem auch im privaten Raum bei Menschen zuhause inszeniert. Die Interaktion mit den Rezipient*innen ist für die Performance-Künstlerin mit türkischem Hintergrund eine wichtige Umsetzungsform ihrer Themen“, so Sieber weiter.
Nezaket Ekici, die in der zentralanatolischen Stadt Kirsehir zur Welt kam und im Alter von drei Jahren mit ihren Eltern nach Duisburg zog, studierte sowohl an der Akademie der Bildenden Künste München Bildhauerei und Kunstpädagogik an der dortigen Ludwig-Maximilians-Universität. Als Meisterschülerin ging sie im Anschluss zu Marina Abramovic an die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig. Seitdem war ihr Schaffen in über 300 verschiedenen Performances, Ausstellungen und Installationen in mehr als 180 Städten in 70 Ländern auf vier Kontinenten zu sehen. Der Stadt Dortmund ist Ekici bereits verbunden: 2024/25 war sie Mitglied im Beirat für ein Denkmal der Gastarbeiter*innen der Stadt Dortmund.
Künstlerisch beschäftigt sich Nezaket Ekici mit Themen wie Identität, Religion, Körper und Alltagskultur. Ihre Werke sind zuweilen humorvoll, wie die Videoperformance „Kaffeeklatsch“ von 2019, in der sie das feministische Potenzial des Kaffeekränzchens als Ort das Austauschs auslotet, mal poetisch, wie die Performance „Celebration“ von 2021, in der Ekici mit buntem Klebeband Kunst- und Lebensraum zu einem Gesamtkunstwerk vereint, oder politisch, wie bei der Arbeit „Essence_Turkey“ von 2024, in der sie sich mit dem Kampf um die Unantastbarkeit der Menschenwürde auseinandersetzt.
Bereits zum 13. Mal loben die Freunde des Museums Ostwall den MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“ aus. Durch den zunächst mit 10.000 Euro dotierten Ankaufspreis kommen seit 2014 Werke namhafter Künstler*innen, die in der Tradition von Fluxus arbeiten, in das Museum Ostwall im Dortmunder U. Seit 2020 unterstützen die Dortmunder Kulturbetriebe die Auszeichnung mit weiteren 10.000 Euro. So freut sich Museumsdirektorin Regina Selter, die in der Jury vertreten war, über die diesjährige Wahl: „Mit Nezaket Ekici kommt eine aus der Region stammende, international arbeitende Künstlerin in das Museum Ostwall. Ihr Werk passt ausgezeichnet zu unserem Leitgedanken, Kunst und Leben zu verbinden. Mit der Bearbeitung verschiedenster Themen, die einen starken Alltagsbezug aufweisen, eröffnet ihr Werk neue Perspektiven auf gesellschaftliche Fragestellungen und trägt so mit Mitteln der Kunst zum gesellschaftlichen Dialog bei.“ |