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Der Louvre lässt sich nicht zähmen

Der Louvre hat mit zahlreichen Problemen zu kämpfen

Die Neuorganisation des Musée du Louvre in Paris ist vorerst auf Eis gelegt. Das hat die französische Kulturministerin Rachida Dati gestern bei der Anhörung vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss bekannt gemacht, wie die Zeitung „Le Figaro“ berichtet. Grund hierfür sollen die andauernden sozialen Konflikte in dem Museumskomplex sein. Eigentlich hatte Dati im Dezember Philippe Jost, der nach dem Brand den Wiederaufbau der Kathedrale Notre Dame leitete, mit der Umstrukturierung des Louvre beauftragt. Bis Ende Februar wollte sie erste Empfehlungen vorgelegen. Allerdings wurde der Zeitplan nicht eingehalten. Es wird vermutet, dass Dati in Kürze ihr Amt niederlegt, da sie bei der im März anstehenden Kommunalwahl in Paris kandidiert.

Die Anhörung der Kulturministerin vor der Kommission des Parlaments hängt mit dem Juwelendiebstahl und den andauernden Krisenherden im Louvre zusammen. Der Ausschuss bezeichnete den Diebstahl der Kronjuwelen vom 19. Oktober 2025 als „Systemversagen“ und erhob weitere schwere Kritikpunkte. In seiner Analyse erstellte das Gremium eine Liste an Versäumnissen auf und bezeichnete laut „Le Figaro“ den Raub nicht als Unfall. Der Louvre werde als eine Art „Staat im Staat“ geführt. So werde das Haus verwaltet, als sei es keinerlei Rechenschaft über die Verwendung seiner öffentlichen Gelder schuldig. Deswegen wurden sowohl Rachida Dati als auch Laurence des Cars, Direktorin des Louvre seit 2021, vor den Untersuchungsausschuss zitiert.

Seit Wochen kommt der Louvre nicht aus den Schlagzeilen heraus. Nach dem Raub kamen auch bauliche Schäden zutage. So ist der Sully-Flügel des Museums durch bauliche Eingriffe der 1930er Jahre einsturzgefährdet und musste geschlossen werden. Mehrfach hatte es in den vergangenen Jahren zudem Wasserschäden gegeben. So beschädigte im November austretendes Wasser durch die unbeabsichtigte Öffnung eines Ventils im hydraulischen Heiz- und Belüftungssystem etwa 400 historische wissenschaftliche Publikationen der ägyptologischen Bibliothek. In der Nacht zum 13. Februar folgte ein weiterer Wassereinbruch durch ein kaputtes Heizungsrohr, was die eintägige Schließung mehrerer Säle mit Werken der italienischen Renaissance zur Folge hatte. Zudem weise laut Louvre das Deckenbild „Der Triumph der französischen Malerei“, ein Werk des 19. Jahrhunderts von Charles Meynier, Risse auf und habe sich stellenweise vom Untergrund gelöst.

Parallel zu den baulichen Mängeln kamen nach dem Juwelendiebstahl die Streiks des Museumspersonals und der Verdacht auf massiven Ticketbetrug hinzu. Die Gewerkschaften fordern mehr Wachpersonal, bessere Arbeitsbedingungen und den Start der längst überfälligen Renovierungsarbeiten. Mitte Februar nahm die Polizei dann neun Verdächtige wegen eines mutmaßlichen Millionenbetrugs mit Eintrittskarten, darunter zwei Louvre-Mitarbeiter und mehrere Touristenführer, fest. Den Reiseleitern wird vorgeworfen, über mehr als zehn Jahre bereits eingelöste Tickets pro Tag nochmals für bis zu zwanzig Gruppen, die teils die erlaubte Personenzahl überschritten hätten, genutzt und Museumsmitarbeiter bestochen zu haben, die Eintrittskarten nicht zu kontrollieren. Der Louvre hatte Ende 2024 die Unregelmäßigkeiten bemerkt und die Polizei eingeschaltet. Der dadurch entstandene Schaden wird auf mehr als zehn Millionen Euro beziffert.


24.02.2026

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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