Südafrikas Biennale-Pavillon bleibt leer  |  | Gabrielle Goliath kämpft weiter um ihre Teilnahme an der Biennale in Venedig | |
Südafrika sagt seine offizielle Teilnahme an der diesjährigen Biennale in Venedig ab. Grund ist der Eklat um ein auf den Gaza-Konflikt bezogenes Werk der Künstlerin Gabrielle Goliath. Das berichtet die englischsprachige Zeitung „The Art Newspaper“ und beruft sich dabei auf eine Sprecherin des südafrikanischen Kulturministeriums. Die 1983 geborene Südafrikanerin Goliath liegt mit Kulturminister Gayton McKenzie um ihren Biennale-Beitrag seit Wochen im Streit. Goliath wollte eine erweiterte aktualisierte Version ihres Video- und Soundprojekts „Elegy“ präsentieren, an dem sie seit 2015 arbeitet. Darin geht sie auf die Femizide, den Mord an Homosexuellen und Transpersonen in Südafrika oder die Tötung von Frauen in Namibia durch deutsche Kolonialmächte um 1900 ein. Nun erweiterte Goliath die Arbeit um das Sterben von Frauen und Kindern während des Gaza-Kriegs und um eine Hommage an die der palästinensische Schriftstellerin Hiba Abu Nada, die im Oktober 2023 während eines israelischen Luftangriffs getötet wurde.
Das gefiel Gayton McKenzie aber nicht. Der Kulturminister verlangte Änderungen an dem Biennale-Beitrag und drohte damit, finanzielle Mittel zu entziehen. Darauf wollten sich Gabrielle Goliath und die Kuratorin Ingrid Masondo von Art Periodic aber nicht einlassen. Sie bezeichneten McKenzie Verhalten als Machtmissbrauch, als Verstoß gegen ein ordnungsmäßiges Vorgehen und als Missachtung der freien Meinungsäußerung. Anfang Januar entzog das Ministerium ihnen dann die Unterstützung, woraufhin Goliath und Masondo vor der Gauteng Division of the High Court of South Africa Beschwerde einlegten. Doch ihr Antrag wurde am 11. Februar abgelehnt. Inzwischen hat Goliath angekündigt, in Berufung zu gehen. |