Bern rückt die Alten Meister in den Fokus  |  | Duccio di Buoninsegna, Maestà, um 1290/95 | |
Das Kunstmuseum Bern widmet sich in der Schau „Das volle Leben. Alte Meister von Duccio bis Liotard“ derzeit seinem Bestand älterer Kunst. Die Kuratorinnen Anne-Christine Strobel und Michelle Fritschi haben dafür 70 Exponate vereint und zeigen Meister von der frühen Neuzeit des 13. Jahrhunderts bis zum Klassizismus, darunter Heinrich Aldegrever, Balthasar van den Bossche, Lucas Cranach d.J., Jean-Etienne Liotard und Johann Ulrich Schellenberg. Die Auswahl präsentiert neben Andachtsbildern, Portraits, allegorischen Darstellungen und mythischen Erzählungen auch üppige Stillleben und einige Werke, die auf Pergament gemalt wurden. Einen Schwerpunkt bilden Altartafeln von 1480 bis 1510. Kunstwerke aus Italien, Deutschland, Frankreich und den Niederlanden, aber auch Arbeiten Berner Künstler haben ihren Auftritt. Hierbei treffen die Berner Nelkenmeister und Niklaus Manuel Deutsch aufeinander, der nicht nur Maler, Dichter und Grafiker, sondern auch Reformator und Ratsherr der Stadt Bern war.
Ein besonderes Highlight der Schau bildet eine Auswahl von Werken aus dem Legat des Künstlers Adolf von Stürler (1802-1881). Der Maler vermachte dem Kunstmuseum Bern knapp 170 Werke, die 1902 Eingang in die Sammlung fanden, darunter Arbeiten Florentiner und Sieneser Meister des Tre- und Quattrocento wie Bernardo Daddi, Fra Angelico und aus der Werkstatt Sandro Botticellis. Teil des Bestands ist auch die berühmte „Maestà“ von Duccio di Buoninsegna. Der thematische Sprung in den Barock führt motivisch zu irdischen und himmlischen Gütern. Bern gehörte zu dieser Zeit zu den mächtigen Stadtstaaten, und zumindest die wohlhabendere Bevölkerung genoss Jahrzehnte wirtschaftlichen Wohlstands. Opulente Stillleben, in denen unter anderem die reichen Erträge der Landgüter zur Schau gestellt wurden, sowie eine umfassende Auswahl repräsentativer Porträts verdeutlichen diesen Wohlstand. So malte Albrecht Kauw 1678 eine üppige Speisekammer mit allerlei Geflügel, Beeren, Obst, Trauben samt sitzendem Hahn und Henne, und Joseph Heintz d.Ä. verewigte eine vornehme Dame mit großer Halskrause. Hinzukommen auch einige Allegorien von Joseph Werner, wie eine Flora oder eine Justitia, und das Sujet eines tugendhaften Lebens in der Berner „Kebes-Tafel“ von Joseph Plepp. Das monumentale, über drei Meter breite Gemälde mit rund 200 Figuren zeigt die Irrungen und Wirrungen des Menschen auf seinem Weg zum Heil.
Die Ausstellung „Das volle Leben. Alte Meister von Duccio bis Liotard“ läuft bis zum 27. September. Das Kunstmuseum Bern hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr, am Dienstag zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 24 Franken, ermäßigt zwischen 20 Franken bzw. 12 Franken; für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren ist er frei.
Kunstmuseum Bern
Hodlerstrasse 8-12
CH-3000 Bern
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