Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 25.03.2026 Auktion 420: März-Auktion - Alte Kunst, Moderne, Contemporary Art, Schmuck

© Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Anzeige

Das flanierende Paar / Max Stern

Das flanierende Paar / Max Stern
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Ausstellungen

Aktuellzum Archiv:Ausstellung

Das Arp Museum in Remagen gibt einen Überblick über Günther Ueckers Œuvre. Es ist die erste museale Präsentation nach seinem Tod

Kunst für die Banalität von Leben



in der Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“

in der Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“

Als das Arp Museum Bahnhof Rolandseck mit dem Plan für eine Ausstellung an Günther Uecker herantrat, lebte er noch. So konnte der Düsseldorfer Künstler seine Ideen selbst einbringen und bis zuletzt an der Realisation mitwirken. Im vergangenen Jahr starb er dann im Alter von 95 Jahren. Nach seinem Tod übernahm sein Sohn Jacob Uecker, der auch das Uecker Archiv leitet, zusammen mit Kuratorin Jutta Mattern vom Arp Museum die weitere Entwicklung der Ausstellung. Nun ist das Resultat zu sehen. Herausgekommen ist eine Hommage an das vielschichtige Werk des Künstlers und sein frühes Wirken am Ausstellungsort in Remagen. Unter dem Titel „Die Verletzlichkeit der Welt“ präsentieren sie die erste Werkschau nach dem Tod Ueckers, haben dazu rund 45 Arbeiten mit einem Fokus auf seine übernagelten Objekte aus sieben Jahrzehnten ausgewählt und geben mit ihnen einen Überblick über sein Schaffen seit den späten 1950er Jahren bis zum Jahr 2020, das sich Malereien, textilen Werken, Nagelreliefs und -objekten, Skulpturen, kinetischen Arbeiten, Lichtobjekten, Installationen, Bühnenbildern und Filmen niederschlug.


Uecker, der Mann, der mit den Nägeln malt, ist mit seiner Nagelkunst weltweit ein Begriff. Sein Credo formulierte er einmal so: „Da muss ein Nagel reingeschlagen werden, damit da Widerstand erzeugt wird, so dass Kunst eindringen kann in die Banalität von Leben.“ Man muss schon tief im Gedächtnis kramen, um ein Beispiel für Kunst mit Nägeln in der Kunstgeschichte zu finden. Am ehesten fällt einem da Man Rays Bügeleisen ein, auf dessen Bügelfläche Nägel angebracht sind. Sie sind angebracht, aber nicht eingehämmert. Jacob Uecker erzählt, dass ein Vater kein Konzept hatte, wenn er ein Nagelobjekt begann. Als er aufhörte, war das Werk fertig und bedurfte keiner Korrektur. Gleich zu Beginn der Ausstellung fällt eine Nähmaschine ins Auge: „Die tanzende Nadel für Pina Bausch“. 2019 entstanden und jetzt im Arp Museum zum ersten Mal zu sehen, wurden auf dieser Nähmaschine tatsächlich die Kostüme für die Choreographien von Pina Bausch genäht. Sie funktioniert noch, Uecker hat sie in ein kinetisches Kunstwerk transformiert, das mit der bewegten Nadel an die Tänzerin erinnert und unwirkliche Geräusche von sich gibt, wenn es in Gang gesetzt wird.

Günther Uecker wurde 1930 in Wendorf in Mecklenburg-Vorpommern geboren. In den frühen 1950er Jahren studierte er Malerei zuerst in Wismar und an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. 1953 verließ er die damalige DDR, ging nach Düsseldorf und setzte sein Studium an der dortigen Kunstakademie fort. Hier entstanden auch seine ersten Nagelbilder, die durch ihre dicht an dicht und in unterschiedlichen Winkeln angesetzten Nägel in wechselndem Licht- und Schattenspiel faszinierende Bewegungsdynamiken erzeugen. In Düsseldorf lernte Uecker dann auch Otto Piene und Heinz Mack kennen, die 1958 die Gruppe „ZERO“ gegründet hatten, der sich Uecker 1961 anschloss. Dadurch erlangte er schon früh internationale Bekanntheit. Im November 1966 löste sich die Gruppe im Bahnhof Rolandseck wieder auf. Das Motto des Abends: „Mitternachtsball – ZERO ist gut für Dich“.

Günther Uecker pflegte in den 1960er Jahren einen intensiven Kontakt zu dem Galeristen Johannes Wasmuth, der das Abrissobjekt Bahnhof Rolandseck entdeckt hatte. Wasmuth besetzte den Bahnhof, lud Künstler, Musiker und Schriftseller ein, um aus dem ungewöhnlichen Ort eine Begegnungsstätte der Künste zu machen. Zwei Filme aus dieser Zeit zeigen Uecker, wie er vom Bahnhofsvorplatz bis ins Treppenhaus eine Nagelspur zieht. In einer zweiten Aktion benagelte er ein Bett für Wasmuth am Rückenteil und am Baldachin mit runden Strukturen. Neben weiteren Objekten, wie einem Stuhl, einem Klavier oder einem runden Tisch, nimmt es in der Ausstellung einen zentralen Platz ein.

Dass Uecker mit seinen Nägeln zu malen verstand, vermitteln vor allem seine Wandreliefs, die häufig an bewegte Landschaften erinnern. Dabei bevorzugte er als Kolorit oft ein gebrochenes Weiß bis hin zu einem Beige; manchmal tritt auch Schwarz in Erscheinung. Mit der dunklen Nagelarbeit „Feld“ verweist er auf seine bäuerliche Herkunft, die in seinem Leben unvergessen bleiben sollte. Uecker arbeitete mit verschiedenen Hämmern, so wie ein Maler auch unterschiedliche Pinsel nutzt, um seinem Werk den letzten Feinschliff zu verpassen. Dabei ging es ihm immer um ein humanistisches und pazifistisches Weltverständnis. Er beschäftigte sich mit Krieg, Unterdrückung und ökologischen Krisen und sah den Menschen in einer sozialen Verantwortung. So beschrieb Uecker das Thema seiner künstlerischen Arbeit als die „Verletzbarkeit des Menschen durch den Menschen“.

Der Ausstellungtitel „Die Verletzlichkeit der Welt“ zeigt sich besonders in seinen Arbeiten aus Leinentüchern, die er zerstörte und dann wieder zusammenband, vernagelte und verknotete, um daraus neue Welten zu gestalten und Wunden sichtbar zu machen. Beinahe unbemerkt hängen in einem schmalen Durchgang des Arp Museums zwei überdimensionierte Leinentücher, die mit schwarzer Schrift übersät sind, nicht lesbar, aber für Uecker 1994 „Briefe an Peking“ waren, mit denen er an die Menschenrechte erinnern wollte. Aber auch seine kinetischen Objekte wie die gigantische Sandmühle von 1969/2014 haben ihm viel bedeutet. Eine Stange, an der Seile mit unterschiedlichen Knoten angehängt sind, dreht sich unermüdlich im Kreis, wobei die Knoten der Seile immer wieder neue Furchen in den Sand eingraben, wie der Bauer, der seinen Acker bearbeitet.

In dem Raum mit der Sandmühle ist zudem Ueckers letzte Arbeit als Entwurf zu sehen: Der „Lichtbogen“, der als vier blaue Glasfenster 2024 im Schweriner Dom verwirklicht wurde. Jacob Uecker erzählt dann noch von der letzten Reise seines Vaters nach Tadschikistan im Jahr 2025; er wollte unbedingt bei seiner Ausstellung „Huldigung an Hafez“ im Nationalmuseum von Duschanbe dabei sein. Das ist schon für einen jungen Menschen anstrengend, und erst für einen 95jährigen. Uecker verstarb am 10. Juni 2025 im Kreise seiner Familie. Mit der sehr sehenswerten Ausstellung im Arp Museum schließt sich ein Lebenskreis.

Die Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“ ist bis zum 14. Juni zu sehen. Das Arp Museum hat täglich außer montags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bleibt es am Rosenmontag. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Zur Ausstellung ist im Verlag der Buchhandlung Walther und Franz König ein Katalog mit historischen Texten alter Weggefährten sowie Gedichten und Textauszügen von Günther Uecker erschienen. Er kostet 39 Euro.

Kontakt:

Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Hans-Arp-Allee 1

DE-53424 Remagen

Telefon:+49 (02228) 94 250

Telefax:+49 (02228) 94 25 21

E-Mail: info@arpmuseum.org

Startseite: www.arpmuseum.org



13.02.2026

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Marianne Hoffmann

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 28

Seiten: 1  •  2  •  3  •  4

Events (1)Adressen (1)Kunstsparten (4)Stilrichtungen (3)Berichte (3)Variabilder (15)Künstler (1)

Veranstaltung vom:


08.02.2026, Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt

Bei:


Arp Museum Bahnhof Rolandseck

Kunstsparte:


Skulptur

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Textilien

Kunstsparte:


Objektkunst

Stilrichtung:


ZERO

Stilrichtung:


Zeitgenössische Kunst

Stilrichtung:


Nachkriegskunst







Günther Uecker, Sandmühle, 1969/2014

Günther Uecker, Sandmühle, 1969/2014

Günther Uecker, Die Treppe, 1964

Günther Uecker, Die Treppe, 1964

Günther Uecker, Die Treppe, 1964

Günther Uecker, Die Treppe, 1964

Günther Uecker, Verletzungen – Verbindungen, 1982

Günther Uecker, Verletzungen – Verbindungen, 1982

Günther Uecker, Waldgarten, 2008

Günther Uecker, Waldgarten, 2008

Günther Uecker, Die Treppe, 1964

Günther Uecker, Die Treppe, 1964

Günther Uecker, TV auf Tisch, 1963

Günther Uecker, TV auf Tisch, 1963

Günther Uecker

Günther Uecker

Günther Uecker, Nagelobjekt (Knie), 1968

Günther Uecker, Nagelobjekt (Knie), 1968

Günther Uecker, Bett zum Aufwachen, 1965

Günther Uecker, Bett zum Aufwachen, 1965

in der Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“

in der Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“

in der Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“

in der Ausstellung „Günther Uecker. Die Verletzlichkeit der Welt“




Copyright © '99-'2026
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce