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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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„Fünf Freunde“ ist Ausstellung des Jahres

„Fünf Freunde“ ist „Ausstellung des Jahres“

Die deutsche Sektion des internationalen Kunstkritikerverbands AICA hat die Schau „Fünf Freunde“, die im Museum Brandhorst in München und Museum Ludwig in Köln zu sehen war, zur „Ausstellung des Jahres“ gewählt. Darin thematisierte das Kuratorenteam um die Direktoren Yilmaz Dziewior und Achim Hochdörfer das enge Netzwerk der fünf amerikanischen Künstler John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg und Cy Twombly in der Zeit von 1938 bis Mitte der 1970er Jahre. Obwohl die Amerikaner zu erfolgreichen und anerkannten Größen der Nachkriegsepoche in den USA zählen, seien ihre gegenseitigen Einflüsse, ihre freundschaftlichen, künstlerischen und romantischen Beziehungen bisher weitgehend übersehen und unerforscht geblieben, so die Jury. „Es ist das große Verdienst der Ausstellung, die enge Verbindung der fünf Künstler und ihre Entwicklung nachzuzeichnen und dabei anhand deren Werke auch die gesellschaftliche und politische Lage in der Zeit zu reflektieren“, führt die Jurybegründung weiter aus. „Sie legt in den Arbeiten die versteckten Hinweise auf ihre Homosexualität offen, in sich der McCarthy-Ära massiver gesellschaftlicher Repression ausgesetzt sah. So werden Stühle, Schleier und monochrome Flächen zu wiederkehrenden (Leit-)Motiven, die hier gezielt von den Künstlern so eingesetzt werden, dass sie gegen ihre kanonische Einordnung lesbar werden.“

Die fünf Künstler lernten sich in New York, aber auch über das interdisziplinär ausgerichtete Black Mountain College (BMC) in North Carolina kennen. Cage, der Musiker, und Cunningham, der Tänzer, lehrten ab 1948 dort. Sie begannen schon 1942 ihre gemeinsame Zusammenarbeit und wurden später ein Paar, das über 50 Jahre bis zum Tod von Cage zusammenblieb. Cage wurde der Musikdirektor der 1953 gegründeten Merce Cunningham Dance Company (MCDC). Mit Rauschenberg, der am BMC studierte, arbeiteten sie zu dritt 1952 für das Stück „Theater Piece No 1“ zusammen. Ab 1954 wurde Rauschenberg der künstlerische Direktor für die MCDC. Er entwickelte die Kostüme und das Bühnenbild. Jasper Johns stieß 1954 am BMC zu den anderen. Johns und Rauschenberg waren von 1954 bis 1961 ein Paar. Twombly fühlte sich durch diese Konstellationen offenbar an den Rand gedrängt, beendete seine Studienzeit im BMC und zog 1957 nach Italien, wo er Tatiana Franchetti heiratete. Während der Welttournee der MCDC 1964 übernahm Jasper Johns 1967 deren Leitung, nachdem es zwischen der Company und Rauschenberg zum Zerwürfnis gekommen war. Allen Trennungen und Widrigkeiten zum Trotz blieben die fünf einander bis ins hohe Alter verbunden.

Mit über 180 Kunstwerken, Partituren, Bühnenrequisiten, Kostümen, dokumentarischen Videos und Archivalien zeichnete die Schau diese Geschichte nach und machte auch auf die künstlerischen und persönlichen Verflechtungen aufmerksam. So malte Robert Rauschenberg 1951 das erste „White Painting“. Von dieser Radikalität war John Cage so eingenommen, dass er als Reaktion ein Jahr später die Komposition „4:33“ entwickelte, bei der keine Musik zu hören war, sondern nur die Geräusche des Publikums. Auch Jasper Johns und Cy Twombly verfertigten ihrerseits weiße Bilder, die nebeneinander präsentiert wurden, so dass der Eindruck einer je eigenen Annäherung an das Thema der Leere und der weißen Fläche entstand. In einem anderen Raum hingen Rauschenbergs „Combine Paintings“, etwa „Bed“ oder „Odalisk“, in denen er Anspielungen auf intime, auch homosexuelle Beziehungen verarbeitete. Dort waren auch drei graue Arbeiten Jasper Johns zu sehen, die sich auf die schmerzhafte Trennung von Rauschenberg beziehen. Die Jury lobte zudem den Katalog, der für den deutschen Sprachraum ein Stück kunsthistorischer Grundlagenforschung sei.


04.02.2026

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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