Wiener Museen erhalten Nachlass von Christine de Grancy  |  | Christine de Grancy gehört zu den prägenden Fotografinnen Österreichs der jüngeren Zeit | |
Ein Teil des Nachlasses von Christine de Grancy geht an das Weltmuseum Wien und das dortige Theatermuseum. Die Familie der im vergangenen Jahr verstorbenen österreichischen Fotografin überlässt den beiden zum KHM-Museumsverband gehörenden Häusern insgesamt rund 55.000 Einheiten. „Die Schenkung stellt einen wichtigen Schritt zur nachhaltigen Sicherung und wissenschaftlichen Aufarbeitung des Werks einer der prägenden Fotografinnen Österreichs dar“, freut sich Jonathan Fine, Generaldirektor des KHM-Museumsverbands. Christine de Grancy sei eine Fotografin mit weltweiter Reichweite und eine Meisterin des präzise beobachteten Augenblicks gewesen. In körniger Silbergelatine habe sie nicht nur Licht und Atmosphäre sichtbar gemacht, sondern auch die Beziehungen zwischen Menschen, Rollen und politischen Kontexten zu eindringlichen, zutiefst persönlichen Bildern verdichtet.
Ein weitaus größerer Teil des Nachlasses geht an das Weltmuseum. Er umfasst circa 45.000 Abzüge, Negative und Kontaktprints sowie Farbdias ihrer fotografischen Dokumentationsarbeit, die sich auch auf den globalen Süden konzentrierte. Ihre Bilder politischer Umbrüche und sozialer Veränderungen stellen eine visuelle Dokumentation zu den Übergängen des 20. Jahrhunderts dar und sind zugleich Forschungsmaterial. Darüber hinaus beinhaltet die Schenkung Kameras aus dem Arbeitsumfeld Christine de Grancys, von ihr gesammelte Zeitungsausschnitte zu ihrem Werk sowie einen Teil ihrer Fachbibliothek mit Büchern zur Fotografie und zu verschiedenen Ländern, die sie bereist hat.
Grancys Nachlass von Arbeiten aus der Theaterwelt wird nun in der Fotosammlung des Theatermuseums verwahrt. Zu ihm gehören rund 10.000 Fotografien von vorrangig Wiener Theaterproduktionen und Gastspielen, Porträts von Künstler*innen sowie illustren Theatermacher*innen, darunter von Marlene Streeruwitz, George Tabori und Martin Schwab. Mit ihrer Arbeit habe Christine de Grancy die Theaterfotografie revolutioniert, so Fine, indem sie sich als eine der ersten ihres Fachs mit großem Respekt und dramaturgischem Gespür bei Proben unter die Schauspielerinnen und Schauspieler mischte und als Teil des Ensembles wahrgenommen wurde. |