Tom Engels leitet Münchner Kunstverein  |  | Tom Engels leitet den Kunstverein München in den kommenden fünf Jahren | |
Seit Anfang Januar ist Tom Engels der neue Direktor des Kunstvereins München. Der 1989 geborene Belgier hat damit die Nachfolge von Maurin Dietrich angetreten, die die Institution in den vergangenen sechs Jahren geleitet hat. Ihre reguläre Amtszeit lief Ende 2025 aus. In einem Auswahlverfahren sprach sich der Vereinsvorstand für Engels aus, der seit 2021 künstlerischer Leiter des Grazer Kunstvereins war. „Mit Tom Engels heißt der Kunstverein München einen Direktor willkommen, dessen Ansatz eine durchdachte Vision mit einer sensiblen und engagierten Zusammenarbeit mit Künstler*innen verbindet“, sagte Vorstandsvorsitzender Rüdiger Maaß zur Wahl. „Tom Engels arbeitet mit Künstler*innen nachhaltig zusammen und unterstützt sie dabei, Ideen über einen längeren Zeitraum hinweg zu entwickeln. So schafft er Bedingungen, unter denen anspruchsvolle, ambitionierte Arbeiten entstehen können. Wir sind gespannt, wie dieses Ethos das nächste Kapitel des Kunstvereins als wichtigen Ort für künstlerisches und kritisches Experimentieren weiter prägen wird.“
Tom Engels hat sowohl Kunstgeschichte an der Universität Gent als auch Choreografie und Performance am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft der Universität Gießen studiert. Seine Arbeit bewegt sich daher an der Schnittstelle dieser Disziplinen. Im Grazer Kunstverein war das Publizieren ein zentraler Bestandteil seiner Ausstellungspraxis, was zu rund 15 Publikationen führte, die er gemeinsam mit Julie Peeters herausgab. Außerdem war er hier für Ausstellungen und Performances von Josef Dabernig, Nora Schultz, Jason Dodge, Ariana Reines, Roman Ondak, Ezio Gribaudo, Iris Touliatou oder Tom Burr verantwortlich. Im Jahr 2023 wurde Tom Engels zum Kurator der 15. Baltic Triennale am Contemporary Art Centre in Vilnius ernannt, die er in Zusammenarbeit mit Maya Tounta gestaltet hat. Seine Projekte waren zudem in Institutionen wie dem Museion in Bozen, dem Tai Kwun Contemporary in Hongkong oder der Galerie Jan Mot in Brüssel zu sehen.
„Ich betrachte den Kunstverein München als einen jener einzigartigen Räume, in denen Kunst den Takt unseres Denkens und Fühlens verändern kann, indem sie Dinge verlangsamt, wenn alles andere nach Geschwindigkeit verlangt, oder etwas in uns beschleunigt, das sich einer Benennung entzieht“, kommentierte Engels seine Ernennung. „Heute sind solche Orte keine Selbstverständlichkeit mehr; sie verlangen nach kollektiver Aufmerksamkeit und Engagement, um erhalten, verteidigt und immer wieder neu geschaffen zu werden. Für mich bedeutet das, den Kunstverein München als einen Raum zu begreifen, an dem wir erproben und neu verhandeln, wie wir sprechen, wahrnehmen und imaginieren – nicht, um dem Neuen hinterherzujagen, sondern um das, was bereits da ist, anders zu bearbeiten, bis sich das zu öffnen beginnt, was in festen Mustern gefangen zu sein scheint.“ Diese Vision will Tom Engels in München mit Line Ebert als neuer Kuratorin verwirklichen. Zusammen mit Lucie Pia, die schon länger als Assistenzkuratorin am Kunstverein tätig ist, bilden sie das kuratorische Team. Dazu tritt noch Julie Peeters, die für das Grafikdesign des Kunstvereins München verantwortlich ist. |