Augsburg zeigt Schätze der Fugger  |  | Albrecht Dürer, Bildnis Jakob Fugger der Reiche, um 1520 | |
Jakob Fugger starb einen Tag vor Silvester 1525. Das Schaezlerpalais in Augsburg nimmt seinen 500. Todestag zum Anlass für die Kabinettschau „Reichtum der Kunst: Jakob Fugger und sein Erbe“ und hat eine drei Räume und Themengebiete umfassende Ausstellung, die gemeinsam mit der Fürstlich und Gräflich Fuggerschen Stiftung entstand, mit eigenen Werken und einigen Leihgaben bestückt. Der Fokus liegt auf der Bedeutung der Fugger-Familie seit Jakob dem Reichen, die als wichtige Akteur und Förderer der zeitgenössischen Kunstproduktion hervorgetreten ist. Zu sehen sind rund 50 Gemälde, Grafiken, seltene Schmuckstücke und Kunsthandwerk.
Die Handelsmacht und der Reichtum der Fugger umspannte in der Renaissance die von Europa aus erreichbare Welt. So avancierte Augsburg zu einem Welthandelszentrum. Jakob Fugger der Reiche (1459-1525) führte das Handelsunternehmen zu seiner ersten Blüte. Die deutsche Kaufmannsfamilie wirkte auch als Auftraggeber und Mäzen. So bildet das berühmte Portrait Jakob Fuggers, das Albrecht Dürer um 1520 malte und heute in der Alten Pinakothek in München hängt, den Anfang der Schau. Dürer nutzte dafür die sogenannte „Tüchleinmalerei“ und trug die Farben direkt auf feine Textilien auf, so dass die Textur sichtbar bleibt. Das Konterfei des etwa sechzigjährigen Jakobs mit goldenem Barett, grauem Haar, pelzverbrämten Mantel und intelligenten Augen wird von venezianischen Arbeiten begleitet. Grafiken zeigen Ansichten des Fondaco dei Tedeschi, Fuggers Firmensitz in Venedig. Hinzu kommen Paolo Veroneses mythologische Liebeständelei „Venus und Adonis“ nach Tizian oder Werke von Paris Bordone aus dem Besitz Christoph Fuggers. Jüngere Arbeiten aus der Serenissima, in der Jakob Fugger bereits als 14jähriger seine Ausbildung begonnen hat, stammen von Giovanni Antonio Canal und Giovanni Battista Tiepolo. Venezianische Gläser stehen für die kunsthandwerkliche Produktion der Stadt.
Der zweite Themenkreis widmet sich den „Fuggern im Bild“. Ein gleich mehrfach ausgeführtes Werk ist das Portrait Ulrich Fuggers von Hans Maler, das in weiteren Fassungen in Museen in Karlsruhe und New York aufbewahrt wird. Ulrich Fugger war als Nachfolger Jakobs bestimmt, verstarb aber noch vor diesem, so dass Anton Fugger diesen Posten übernahm. Hans Malers Porträt von Jakob Fugger nach Hans Burgkmairs Stich aus den Beständen der Fuggerschen Stiftungen ist hier erstmals im Kontext des Dürer-Portraits zu sehen. Abgerundet wird diese Abteilung durch Porträtdarstellungen weiterer Familienmitglieder. Der dritte Teil der Schau gibt einen Einblick in die Vielfalt der kunsthandwerklichen Produktion der Reichsstadt Augsburg und die Sammlungstätigkeit der Fugger. Zentrales Ausstellungsstück ist der große Kunstschrank von Christoph Erhart aus der Zeit um 1602/04. Solche Kabinettmöbel dienten als Schreibtisch aber auch als Aufbewahrungsort für Kunst- und Wunderkammer-Objekte.
Die Ausstellung „Reichtum der Kunst: Jakob Fugger und sein Erbe“ läuft bis zum 12. April 2026. Das Schaezlerpalais hat täglich außer montags von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt an Heiligabend und Silvester wie auch am Rosenmontag, Faschingsdienstag und Karfreitag geschlossen. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro. Zur Ausstellung erscheint eine kleine Broschüre für 8 Euro.
Schaezlerpalais
Maximilianstraße 46
D-86150 Augsburg
Telefon: +49 (0)821 – 324 41 02 |