Pechstein-Förderpreis für Eda Aslan  |  | Eda Aslan hat den Max-Pechstein-Förderpreis erhalten, Theresa Rothe das Stipendium | |
Eda Aslan hat den Max-Pechstein-Förderpreis der Stadt Zwickau erhalten. Damit konnte sich die 1993 in Istanbul geborene Künstlerin, die heute in Hamburg lebt, gegen die Konkurrenz von Tobias Izsó, Leonie Nagel und Theresa Rothe durchsetzen. Die Jury ließ sich vor allem von Aslans „fein nuancierter Vielschichtigkeit ihrer Arbeiten, deren persönliche und poetische Tiefe fern jedes Klischees“ überzeugen. In der Begründung heißt es weiter: „Über eine zum Teil langjährige Recherchetätigkeit schafft sie es, von der Idee und der Freiheit des Denkens eine ganz eigene, packende Bild- und Formensprache zu entwickeln, die geprägt ist von der ernsthaften Auseinandersetzung mit ihren Themen, die nicht selten von der allgemeinen Geschichte und individuellen Geschichten leben und diese in einen neuen Kontext heben.“
Eda Aslan, die als Künstlerin und Forscherin arbeitet, hat Bildhauerei und Malerei an der Fakultät für Bildende Künste der Marmara Universität in Istanbul studiert. Mit einem DAAD-Stipendium ist sie dann an die Hochschule für Bildende Künste zum „Time Based Media Program“ nach Hamburg gewechselt. In ihrer Kunst beschäftigt sich Aslan mit verlassenen Räumen, Erzählungen, Archiven und Zeugnissen, die in der Geschichtsschreibung ausgelassen, vergessen oder nicht aufgezeichnet wurden. Dabei nimmt sie persönliche und kollektive Erinnerungen in den Blick. Aslans Projekte wurden bereits durch verschiedene Stipendien unterstützt, etwa von der Hamburger Projektförderung Bildende Kunst oder dem Kunststipendium der Zeit-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Ihre Arbeiten waren auf verschiedenen Plattformen zu sehen, darunter im Jüdischen Museum Franken, bei DEPO Istanbul, im Kunsthaus Hamburg, bei der vierten Mardin Biennale in der Türkei und im Kunstverein Harburger Bahnhof.
1947 formulierte der gebürtige Zwickauer Maler Hermann Max Pechstein seine Vision: Junge Künstlerinnen und Künstler am Beginn ihrer Laufbahn zu unterstützen. Diese Idee lebt bis heute in dem nach ihm benannten Max-Pechstein-Förderpreis. Nach der Wiederaufnahme der Preisverleihung im Jahr 1985 wurde die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung heuer zum elften Mal vergeben. Zahlreiche Preisträger*innen, darunter Tilo Schulz, Florian Hecker, Luka Fineisen, Jacqueline Jurt, Annika Kahrs oder Henrike Naumann, haben sich inzwischen international etabliert. Zusätzlich verleiht die Stadt Zwickau ein Stipendium in Höhe von 3.000 Euro, das heuer an Theresa Rothe geht, die mit ihren zum Teil surrealen Installationen beeindruckte. Sie schaffe Figuren und Wesen, halb Mensch, halb Tier, die nicht nur ihre eigenen ambivalenten Emotionen oder Träume verkörpern, sondern auch bewusst die Gefühls- und Gedankenwelt der Betrachterinnen und Betrachter spiegeln, führte die Jury aus. |