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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Zum Tod von Hans Roericht

Hans Roericht vor einer Auswahl des Geschirrs TC 100

Der Designer Hans Roericht, 1932 geboren, ist Anfang Dezember mit 93 Jahren in Ulm verstorben. Dies teilte die Familie des aus der Oberpfalz stammenden Gestalters mit. Roericht war einer der erfolgreichsten und bekanntesten Absolventen der Ulmer Hochschule für Gestaltung (HfG), die ihm einen Nachruf widmete. 1958 entwarf Roericht für seine Diplomarbeit das Stapelgeschirr „TC 100“, das internationalen Erfolg erlangte und ab 1961 in Produktion ging. Seit 1968 ist dieses Geschirr Teil der Sammlungen des Museum of Modern Art in New York. Roericht verantwortete unter anderem auch das Bordgeschirr für die Deutsche Lufthansa 1971 oder neben Otl Aicher das Erscheinungsbild der Olympischen Spiele 1972 in München. Er entwickelte etwa für die Firma Wilkhahn die Stehstütze „Stitz“ oder den ersten, vollständig recyclefähigen Bürostuhl und arbeitete für Unternehmen wie Loewe, Siemens, Bosch oder Rodenstock.

Nachdem Hans Roericht 1959 sein Diplom in der Tasche hatte, wurde er Teil der Entwicklungsgruppe 5 (E5), eines von Otl Aicher geleiteten Gestaltungsbüros innerhalb der Ulmer Hochschule. Dort erstellte er auch den Entwurf für die Kunststoffschalensitze im Münchner Olympiastadion. Schließlich aber rief die Lehrtätigkeit: so unterrichtete Roericht ein Jahr lang bis 1967 an der Ohio State University in den USA und übernahm 1973 die Professur für Industrial Design an der heutigen Universität der Künste in Berlin. Mit Möglichkeits- und Machbarkeitsstudien erkundete er die notwendige Neuorientierung der Designprofession. Er veränderte die Lehrkonzepte seiner Fachgruppe regelmäßig. Den Mittelpunkt bildeten das konzeptionelle Entwerfen und eigens entwickelte Methoden, die am Beispiel einer bestimmten Gestaltungsaufgabe durchgespielt wurden. In seinem Modellstudiengang „Integratives Studium“, der seit 1988/89 bestand, verknüpfte er den fachwissenschaftlichen Unterricht mit Wochenprojekten. Die dabei vermittelten neuen Kenntnisse wurden sofort in Handlungskonzepte und Entwürfe umgesetzt: ein Trainieren der Verbindung von Kopf und Hand. Hieraus kam zwischen den Hochschulen in Berlin und Ulm ein reger Austausch zwischen Forschungsgruppen, Studierenden, Mitarbeitern und Spezialisten in Gang. Seine Lehrtätigkeit in Berlin behielt Roericht bis zu seiner Pensionierung 2002.

Neben der Lehrtätigkeit leitete Hans Roericht von 1967 bis 2001 sein eigenes Gestaltungsbüro „Produktentwicklung Roericht“ im Gebäude der ehemaligen Hochschule in Ulm. Hier erarbeitete er mit Mitarbeitern und Partnern mehrere Designstudien und neuartige Konzepte. So entstand auch die bekannte Stehhilfe „Stitz“, die einen Haltungswechsel zwischen Sitzen und Stehen ermöglicht. 1999 gründete Roericht mit seiner Frau und Berufspartnerin, der Wahrnehmungspsychologin Gisela Kasten, die „nick-roericht-stiftung“ zur Förderung alternativer Lern- und Entwurfsmodelle. Dem HfG-Archiv überließ er zunächst seine Arbeitsbibliothek, ab 2014 kam das „Roericht-Archiv“ hinzu. Dieses beinhaltet Bücher, Zeitschriften, Objekte und seine Entwürfe in allen Stadien der Entwicklungsprozesse. Seine Objektsammlung nutzte Roericht, um seinen Studierenden regelmäßig Beispiele für Formfindungen und Funktionslösungen wie auch Anregungen und Entdeckungen zu bieten.


23.12.2025

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Hans Roericht vor einer Auswahl des Geschirrs TC 100
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Hans Roericht,
 1954
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