Johan Holten geht nach Kopenhagen  |  | Johan Holten wird neuer Direktor des Arkens Museum für zeitgenössische Kunst bei Kopenhagen | |
Johan Holten verlässt die Kunsthalle Mannheim und geht nach Dänemark zurück. Zum 1. April wird er Direktor des Arken Museums für zeitgenössische Kunst bei Kopenhagen, wo er 1976 geboren wurde. Das gab die Kunsthalle Mannheim bekannt, die er seit 2019 in der Nachfolge von Ulrike Lorenz leitet. „Mit Johan Holten verliert die Stadt Mannheim einen äußerst engagierten Museumsdirektor, der die Kunsthalle mit seinen Visionen maßgeblich geprägt, entscheidend vorangebracht und als ein kulturelles Herzstück unserer Stadt verankert hat“, bedauert Oberbürgermeister Christian Specht den Weggang Holtens. Holten selbst äußerte sich zu seinem Wechsel nach Kopenhagen: „Der Abschied aus Mannheim fällt mir sehr schwer. Wir haben hier in den vergangenen Jahren sehr viel auf die Beine gestellt. Dennoch ist es für mich persönlich nach 32 Jahren in Deutschland der richtige Zeitpunkt, nach Dänemark zurückzukehren.“ Ab kommenden April wird Holtens Stellvertreterin Luisa Heese die Kunsthalle Mannheim kommissarisch führen.
Als ausgebildeter Tänzer arbeitete Johan Holten zunächst von 1994 bis 1998 am Hamburg Ballett unter der Leitung von John Neumeier, dann als Bühnenbildner und Künstler, ehe er Kunstgeschichte und Kulturwissenschaften an der Berliner Humboldt-Universität studierte. Im Anschluss daran wurde er 2006 zum Direktor des Heidelberger Kunstvereins bestellt, wo er international beachtete Ausstellungen mit Jorinde Voigt, Walid Ra’ad oder Simon Starling realisierte. Von 2011 bis 2019 lenkte Holten dann die Geschicke der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden. Während dieser Zeit erweiterte er ihr Ausstellungsspektrum etwa durch die Präsentationen „Room Service – Vom Hotel in der Kunst und Künstlern im Hotel“ sowie „Gutes böses Geld. Eine Bildgeschichte der Ökonomie“ und ihre Verbindungslinien zwischen historischer und zeitgenössischer Kunst programmatisch, was sich in einem bundesweiten Presseecho niederschlug. 2013 wurde ihm der Justus Bier Preis für Kuratoren für das Projekt „Auf Zeit“ zum Thema der ephemeren Wandkunst überreicht.
2019 übernahm Johan Holten den im Jahr zuvor eröffneten Neubau der Kunsthalle Mannheim am Friedrichsplatz mit dem Ziel, ihn mit Leben zu füllen. „In fünf Jahren sollen die Menschen vor allem darüber sprechen, welche großartigen Ausstellungen in diesem Bau stattgefunden haben“, sagte er bei seinem Amtsantritt. Mit den Jubiläumsschauen zur Neuen Sachlichkeit 2024/25, dem aktuellen Publikumsmagneten „Kirchner, Lehmbruck, Nolde. Geschichten des Expressionismus in Mannheim“ und von ihm selbst kuratierten Ausstellungen zur Mutterschaft und Klimakrise hat er das unter Beweis gestellt. Ein wichtiges Anliegen war ihm zudem, die Sammlung diverser zu gestalten. So kamen unter Holtens Ägide Werke von Künstler*innen wie Nevin Aladag, Kader Attia, Sarah Lucas oder Laure Prouvost ans Haus. Die Verbindung der Kunsthalle mit der Stadtgesellschaft und ihren kulturellen Akteuren trieb er unter anderem durch die Gründung des Netzwerks „Die 1920er-Jahre in Mannheim“ voran. Im Februar wird Holten noch die von ihm verantwortete Ausstellung „Kaari Upson. Dollhouse – eine Retrospektive“ in Mannheim eröffnen. |