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Gerz-Archiv für Berliner Akademie der Künste

Jochen Gerz, L’Autoportrait, 1975

Jochen Gerz hat Teile seines Archivs an die Akademie der Künste übertragen, dessen Mitglied er seit 1994 ist. In einem ersten Schritt gab der 1940 geborene Konzeptkünstler, der heute in Irland lebt, sein Schriftgut sowie eine Auswahl von Kunstwerken aus verschiedenen Jahrzehnten und Werkkomplexen, Objekte und Requisiten aus Performances und Installationen an die Berliner Künstlervereinigung ab. Die Archivübergabe sieht er selbst „als produktiven Selbstbefreiungsprozess“. Der heute 85jährige Künstler sagte dazu in einem Statement: „Ich hatte das Gefühl, dass ich nicht als mein Archivar enden wollte.“

In seinem künstlerischen Schaffen kreist Jochen Gerz um die Begriffspaare „Erinnerung“ und „Geschichte“ in Politik, Gesellschaft und Kultur. Sein Tun verortet er an der Schnittstelle zwischen Literatur, Poesie, Performances, den visuellen Künsten und partizipativen Projekten im öffentlichen Raum. Mit seinen Arbeiten will Gerz bis heute das Verhältnis zwischen Kunst und Rezipienten im Sinne der Selbstermächtigung und Selbstverwirklichung radikal verändern. Seine öffentlichen Denkmale zur Erinnerung, wie das „Mahnmal gegen Faschismus“ in Hamburg-Harburg von 1986, das „2146 Steine – Mahnmal gegen Rassismus“ in Saarbrücken von 1993, der „Platz der Grundrechte“ in Karlsruhe von 2005 oder der „Platz des europäischen Versprechens“ in Bochum von 2015, sind die in Deutschland bekanntesten Stationen seiner künstlerischen Laufbahn. Zahlreiche weitere Projekte realisierte Gerz im öffentlichen Raum, so in Frankreich, Italien oder Großbritannien.

Jochen Gerz hat auch sein schwarzes analoges Telefon der Akademie der Künste übergeben, das Teil seiner erstmals 1975 realisierten Arbeit „Speaking of Her“ ist, die gegenwärtig in der Ausstellung „Out of the Box – 75 Jahre Archiv der Akademie der Künste“ gezeigt wird. Anleitungen zur Realisierung solcher „Reenactments“ finden sich unter anderem in den schriftlichen Aufzeichnungen früher Texte und Bildmaterialien, die für die akribische Rekonstruktion einer Wiederaufführung eines Kunstwerkes notwendig sind. Ergänzt werden diese Unterlagen durch Briefe, Tage- und Notizbücher, Dokumentationen zu verschiedenen realisierten und auch nicht realisierten Kunstprojekten. Poster, Bücher, Kataloge und Zeitungsausschnitte runden diesen noch unbearbeiteten Bestand zum Schaffen von Jochen Gerz ab.


01.12.2025

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Jochen Gerz, L’Autoportrait, 1975
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Jochen Gerz








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