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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Für den weihnachtlichen Gabentisch lässt sich in der kommenden Auktion bei Neumeister einiges finden. Sie reicht von mittelalterlichen Skulpturen bis zu einer künstlerischen Reise nach St. Petersburg im Jahr 2014, von bayrischen Voralpenlandschaften bis zu einer Pinie im sonnigen Süden

Spitzweg mal klassisch



Carl Spitzweg,  Mondnacht mit dorischem Tempel

Carl Spitzweg, Mondnacht mit dorischem Tempel

Wer kennt ihn nicht, den „Armen Poeten“, der zur Winterzeit in seiner kalten und feucht-klammen Dachkammer mit zerschlissenem Schlafrock und einer weißen Schlafmütze auf einer Matratze im Federbett sitzt und sich mit Schreibfeder im Mund konzentriert einem neuen Werk widmet. Carl Spitzweg spielte damit humorvoll auf das Klischee des verarmten, weltfremden, aber dennoch glücklichen Künstlers an und erlangte nach anfänglichem Missfallen mit diesem 1839 entstandenen Werk große Popularität, die bis heute anhält. Spitzweg konnte aber auch anders. Das macht jetzt die kommende Auktion bei Neumeister in München deutlich, die mit drei Gemälden aus der Sammlung Karl Loreck ganz nah an den Münchner Biedermeiermaler herankommt. Dort entwarf Spitzweg zwar zwei romantische Landschaften, reicherte sie aber mit antiken Tempeln und Ruinen an. Bei der „Mondnacht mit dorischem Tempel“ ähnelt das Bauwerk stark dem Poseidontempel in Paestum, auf den drei Figuren im Vordergrund langsam zuschreiten. Die Landschaft mit den Resten einer römischen Tempelruine lässt an das „Tal der Tempel“ in Agrigent auf Sizilien denken. Die Bilder werden jetzt für 20.000 bis 25.000 Euro, respektive 12.000 bis 15.000 Euro aufgerufen.


Der Regensburger Offizier Karl Loreck hatte Spitzwegs Nichte Caroline geheiratet. So kam auch sein drittes Gemälde, eine Einsiedelei in einer Bergschlucht mit einer Katze vor der Hütte am Bach, in den Besitz seiner Familie und wurde wie die anderen beiden Werke bisher dort weitergegeben. Die dargestellte Klause hatte Carl Spitzweg auf einer Wanderung nach Meran gesehen und 1863 in seinem „Bozener Skizzenbuch“ festgehalten. Das für sein Schaffen charakteristische und häufig wiederholte Motiv soll am 3. Dezember bei Neumeister 35.000 bis 40.000 Euro erzielen. Die Kunst des 19. Jahrhunderts bildet wieder einen Schwerpunkt der Auktion. Aus der Münchner Malerschule gibt es etwa noch eine recht ungewöhnliche, frei fantasierte bergige Landschaft mit See und zwei Wanderern Johann Georg von Dillis’, die einst zur renommierten Schweinfurter Sammlung Georg Schäfer gehörte (Taxe 2.800 bis 3.000 EUR), ein weiter Landschaftsblick Johann Jakob Dorners d.J. aus einem Wald auf ein Schloss und ein Tal mit der titelgebenden „Rückkehr von der Jagd“ (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder eine diesmal genau zu lokalisierende Ansicht auf den Staffelsee von Simon Warnberger mit lagernden Hirten, Kühen und Schafen aus dem Jahr 1813 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Bei den Arbeiten auf Papier mischt sich Wilhelm von Kobells Aquarell mit der stimmungsvollen Naturschilderung „An der Loisach bei Wolfratshausen“ darunter (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Die Vielfalt des 19. Jahrhunderts

In die Zeit von Josef Karl Stielers künstlerischem Aufstieg fällt 1818 die Hochzeit mit Pauline Luise Beckers. Wohl in den frühen 1820er Jahren schuf Stieler dann auch ein treffsicheres Portrait seiner Schwiegermutter im Oval, die einen roten Schal sowie eine weiße Spitzenhaube trägt und mit freundlichem Blick am Betrachter vorbei in die Ferne schaut (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Josef Wopfner hielt sich gerne am Chiemsee auf und malte hier etwa ein mit Heu beladenes Boot samt zwei Bauern auf dem stillen Gewässer oder ein „Heuboot im Sturm“, das drei Bäuerinnen gerade zu bändigen versuchen (Taxe je 2.000 bis 2.500 EUR). Den Maler Heinrich Rasch zog es dagegen an den Ammersee, wo er 1874 einen Steg mit Booten und Bauersleuten auf kleinem Format niederlegte (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Hochromantische Empfindungen bediente Carl Georg Hasenpflug mit seinem Blick aus einem verlassenen romanischen Kreuzgang auf einen winterlichen Friedhof (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Dann geht es auch in den Süden: Der in Altona geborene Maler Ernst Meyer ließ sich 1823 in Rom nieder und fand hier eines seiner bevorzugten Themen: das italienische Volksleben. So hat er eine Gesellschaft zum „Ausflug in die Albaner Berge“ begleitet und sie beim Speisen und Musizieren verewigt (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Heinrich Reinhold gehörte ebenfalls zu den Maler, die im frühen 19. Jahrhundert ihrer Sehnsucht nach Italien folgten und in den römischen Künstlerkreisen sesshaft wurden. Freischwebend und ohne Bodenhaftung hat er den Wipfel einer Pinie auf einer Ölstudie in den azurblauen Himmelsgrund gesetzt, was sich zu einem harmonischen Kontrast fügt (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Zwei Generationen später verschlug es Anton von Stadler ebenfalls dorthin, der das Karge einer menschenleeren „Römischen Campagna-Landschaft“ einfing (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Otto Pippel reicherte seine nächtliche Venedig-Vedute mit einer freundlichen Liebesentführung an einem der zahlreichen Kanäle an (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Von dem Orientalisten Carl Wuttke listet der Katalog eine studienhafte impressionistische Sticht auf „Die Kalifengräber bei Cairo“ (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR), von seinem Kollegen Ernst Koerner die orangerot beleuchteten „Pyramiden von Gizeh“ in der Abendsonne (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Doch zurück nach München. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhundert wurde dann die Großstadt selbst zu einem künstlerischen Thema. Das machen etwa Christian Morgensterns naher Ausschnitt der Dächer Münchens mit der Schrannenhalle im Vordergrund und der diesigen Silhouette der Frauenkirche in der Ferne (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR), Otto Miller-Diflos realistisches Panorama vom Maximilianeum auf die Maximilianstraße und die Häuser der Stadt an einen Vorfrühlingstag (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR) oder Charles Vetters impressionistische sommerliche Ansicht der Sonnenstraße mit dem Turm des nachklassizistischen ersten Baus der Matthäus-Kirche als Blickfang deutlich (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). In diese Epoche datieren noch Franz von Lenbachs Galeriebild aus dem Prado in Madrid, auf dem er insgesamt zehn Portraits Alter Meister, darunter von Velázquez, summarisch zusammenfasste (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR), Franz von Stucks in Mischtechnik ausgeführter, mit einem Lorbeerkranz bekrönter weiblicher Studienkopf (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder Julius Diez’ dekorativer Jugendstilentwurf „Reichthum“, der sich in einem Geldsegen des Götterboten Hermes und einer Mänade mit Thyrsosstab äußert (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR).

Stillleben allenthalben

Bei den Alten Meistern tun sich zunächst zwei spätgotische Altarflügel aus Schwaben hervor, die wohl für eine Dominikanerkirche gefertigt wurden. Denn neben dem heiligen Johannes dem Täufer und dem heiligen Sebastian sind dort der heilige Dominikus mit einem kleinen Hund samt Fackel im Maul als Zeichen für die „domini canes“, die „Hunde des Herrn“, und ein weiterer Heiliger aus dem Dominikanerorden versammelt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Zu den gleichen Preisvorstellungen gibt es Joseph Anton Feuchtmayers alternativen, nicht ausgeführten Entwurf zum Hochaltar in der Wallfahrtskirche Birnau, exakt gezeichnet mit Tuschfeder und Grafit und zart koloriert. Mit Balthasar van den Bossche geht es dann zu einem Besuch beim Medicus, der der in Ohnmacht gefallenen Frau schon einen Trank im Glaskolben gebraut hat (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Mit Stilllebenelementen hat zudem David Ryckaert III sein Scheuneninterieur bereichert und präsentiert dort neben zwei Knechten eine weiße Henne bei Brüten, eine Keramikschale mit Eiern, einen Weidenkorb, einen Holzbottich und mehrere metallisch glänzende Gefäße (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR).

Abraham Mignon war einer der Meister der niederländischen Stilllebenmalerei in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Insbesondere seine Stillleben mit erlegten Vögeln zeigen die barocke Faszination für die Schönheit und gleichzeitige Vergänglichkeit der Natur. Dieser Vanitasgedanke kennzeichnet auch sein Stillleben mit erlegtem Hahn und toten Singvögeln, die besonders durch die Qualität ihrer bunten Federkleider bestechen und als kostbare Objekte das zerbrechliche Nebeneinander von irdischer Pracht und Tod symbolisieren. Demgegenüber erweisen sich die kleinen Insekten als Überlebenskünstler, die aus den Zeichen des Verfalls Leben schöpfen, etwa eine Hummel, die sich gerade an einem Tropfen Blut labt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Johann Amandus Winck hat 1807 auf seinem Arrangement mit Blumen und Früchten der Vanitas nicht so viel Platz eingeräumt, aber auch die Schnecke, die gerade an einem Blatt frisst, und die Schwebfliege, die eine Traube ansticht, sind Sinnbilder für die Endlichkeit allen Lebens (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Aus dem Genre der Landschaft steuern Thomas Heeremans mit seiner abendlichen Dorfszene am Fluss samt heimkehrenden Fischern (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und Antoine Pierre Patel d.J. mit seiner antikisierende Ruinenlandschaft von 1697 ansprechende Beispiele bei (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Ein Anflug von Eitelkeit

Die Auktion startet mit der Keramik-Abteilung und dabei mit figürlichen Objekten aus der Zeit um 1900, etwa der schwungvollen Tänzerin „Ruth Saint Denis“, die Hermann Hubatsch 1908 für KPM als orientalische Tempelschönheit entwarf (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR), oder einem weiblichen, auf einem Baumstamm sitzenden Akt, der in der Porzellanmanufaktur Volkstedt während der 1920er Jahre als Symbol für den Herbst mit einem Traubenkorb ausgestattet wurde (Taxe 1.500 bis 1.800 EUR). Halbnackt ist gleichfalls die Figur „Tempelweihe“, die Ferdinand Liebermann um 1917 für die Firma Rosenthal mit ausgebreiteten Armen und großem blauem Umhang gestaltete (Taxe 1.800 bis 2.000 EUR). Zwischen 1927 und 1930 erwarb die Porzellanmanufaktur Meißen mehrere Modelle von Ludwig Nick, darunter auch einen fast unbekleideten Jüngling, der sich mit einem Zicklein auf der Schulter als Hirte ausweist (Taxe 1.600 bis 1.800 EUR).

Wie stellt man die Eitelkeit dar? Ein gewisser E. Wetternik, der für die Porzellanfabrik Fraureuth als Modelleur arbeitete, nahm sich 1921 dafür eine exzentrische Frauengestalt mit langem blauem Kleid her, die auf einem überdimensionierten und gleichfalls stilisierten Pfau reitet und sich an seinem Hals anschmiegt (Taxe 800 bis 1.200 EUR). Ebenso artifiziell und exaltiert ist die Gruppe „Harlekin und Colombine“, die Josef Lorenzl und 1929 für die Wiener Firma Friedrich Goldscheider schuf (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR). Wohltuend unprätentiös ist dagegen die große bauchige Majolika-Vase mit floralen Arabesken und zwei runden Medaillons eines Mannes mit Hut und einer jungen Frau, die wohl in der Werkstatt des Maestro Domenico da Venezia in Venedig entstand (Taxe 3.200 bis 3.500 EUR).

Der himmlische Bräutigam

Über ein umfangreiches silbernes Besteckset in Neorokokoformen mit 330 Teilen für 24 Personen, das um 1900 vom königlich belgischen Hoflieferanten Wolfers Frères mit fürstlichem Wappen und Monogramm versehen wurde (Taxe 23.000 bis 25.000 EUR), geht es zu den Skulpturen. Eines der ältesten Stücke ist hier die Statuette einer thronenden Maria mit Kind und Stieglitz, die in Paris oder der Umgebung im frühen des 14. Jahrhundert aus Elfenbein geschnitzt wurde farbig gefasst wurde (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Zu den wichtigsten Bildhauern der Spätgotik am Niederrhein zählt Meister Arnt von Kalkar und Zwolle. Ihm ist ein stehender Leuchterengel in ergebenem Ausdruck um 1490 zugeschrieben (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Ein Jesuskind im Segensgestus mit Weltkugel ist ein charakteristischer Vertreter der seit dem Spätmittelalter in Frauenklöstern verehrten „Christkindl“, die den Novizinnen beim Eintritt in den Orden als „himmlischer Bräutigam“ geschenkt wurden. Besonders in der Gestaltung des Kopfes mit lebendiger, leicht lächelnder Mimik, den spiraligen, teils fast freiplastisch geschnitzten Locken und den naturnah dargestellten Ohren zeigt sich die Nähe zu Bildwerken der Ulmer Werkstatt Michel Erharts (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR).

Dann geht es schon ins bayrische Rokoko zu dem vor 300 Jahren geborenen Ignaz Günther. Von ihm und seiner Werkstatt stammt ein Kruzifix, dessen Korpus dem des lebensgroßen Exemplar nahesteht, das Günther 1764 der Heilig-Kreuz-Kirche seiner Heimatgemeinde Altmannstein geschenkt hat. Gegenüber dem schmerzverzerrten Antlitz des Altmannsteiner Christus wirkt der Ausdruck des Gekreuzigten bei Neumeister mit den halbgeschlossenen Augen und dem leicht geöffneten Mund beruhigt und beinahe verklärt (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Zwei geflügelte schwebende Putten mit vor der Brust gekreuzten Armen respektive betend erhobenen Händen aus der Werkstatt Johann Baptist Straubs geben sich dagegen munter und verspielt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Aus dem 19. Jahrhundert tritt dann noch ein „Mädchen in nachdenklicher Pose“ hinzu, das Heinrich Berges 1833 in spätklassizistischem Duktus mit faltenreichem Gewand und geneigtem Kopf aus Marmor gehauen hat (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Aus der kleinen Möbelabteilung ragt diesmal ein etwas ramponierter und renovierungsbedürftiger Halbschrank in Mahagoni-Furnier heraus, den wohl Bernard Molitor um 1810 mit flankierenden Säulen und reichem Beschlagdekor aus vergoldeter Bronze, unter anderem mit Schmetterlingen als Schlüssellochabdeckungen, ausgestattet hat (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Kein Anfang ohne Ende

Den Abschluss der adventlichen Auktion bildet die Kunst des 20. Jahrhunderts, die von der Bronzefigur einer sinnlichen „Baigneuse debout se coiffant“ des französischen Bildhauers Aristide Maillol aus dem Jahr 1899 ohne individuelle Züge eröffnet wird (Taxe 35.000 bis 40.000 EUR). Aus Frankreich gesellt sich Jean Dufy mit seinem farbenfrohen „Paysan dans le Limousin“ von 1928 hinzu, der gerade die Sense auf einem Kornfeld schwingt (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Ein zentrales Thema im Œuvre Emil Noldes ist das Meer, das ihm in seiner nordfriesischen Heimat eine große Bandbreite an Darstellungsmöglichkeiten bot. Sein Aquarell „Zwei Dampfer“ auf weiter See präsentiert sich im wechselnden Licht- und Farbspiel poetisch und stimmungsvoll (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Fasziniert war er auch vom Hafen mit seinem lebendigen Treiben, was etwa 1910 in die Strichätzung „Segler und Rauch“ mündete (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Arnold Balwé suchte seine Motive eher im Süden und verewigte in seinem gemäßigt expressionistischen Stil ein Bergdorf auf der Insel Elba mit viel Steinmassen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Gut ausgebaut ist bei Neumeister die Kunst des Informel, etwa mit Theodor Werners freier, zeichnerischer und kolorierter Formenspielerei „GW 274“ von 1952 (Taxe 1.800 bis 2.200 EUR) oder den mit Tempera und Öl auf Papier von Rolf Cavael ausgeführten ruhigen Meditationen „No. 51/51“ und „No. 50/241“ ebenfalls aus den frühen 1950er Jahren (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Während Fritz Winter 1953 seine freien Formen in Rot- und Brauntönen mit schwarzen grafischen Linien kompakt und fest auf den Karton aufbrachte (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), gingen Gerhard Hoehme 1955 und Fred Thieler 1960 bei ihren titellosen Arbeiten viel improvisierter und lockerer mit der Farbe um (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR bzw. 1.500 bis 2.000 EUR). Aus dynamischen Farbballungen und Strichfolgen hat Walter Stöhrer 1978 seine Mischtechnik „Das-Ich-Kino“ aufgebaut (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR).

Die ZERO-Mitglieder und ihr Umfeld wollten beim Nullpunkt der Kunst ihre Produktion wieder aufnehmen und setzten dabei auf Grundlagen wie Licht, Farbe, Bewegung oder Raum. Für Otto Piene mündeten diese Ideen unter anderem in seine Feuerbilder, bei denen er die Farbe auf der Leinwand anbrannte und so einen Transformationsprozess auslöste, wie bei seinem „Blue Mars“ von 1977, einem blauen Planeten auf rotem Grund mit schwarzen Rußspuren (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Die Qualitäten des Kolorits untersucht Ulrich Erben in seiner sechsteiligen Gemäldefolge „Schattenfarben“ von 1990 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), ebenso wie Heinz Mack in seiner Farbserigrafie „Regenbogen“ von 1989 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Aus der amerikanischen Pop Art kommt Alex Katz mit seinem flächigen reduzierten Landschaftsausschnitt „Twilight I“, einem farbigen Holzschnitt von 2009 nach seinem Gemälde „Sunset I“, für 10.000 bis 12.000 Euro zum Zug.

Auf das Wandern und Unterwegssein versteht sich Francis Alÿs und führte 2014 die Aktion „Lada Kopeika Project“ durch, die er selbst so beschreibt: „Als wir jung waren, teilten mein Bruder und ich uns einen 1981er Lada Riva. Eines Tages beschlossen wir, unserer bürgerlichen belgischen Stadt zu entfliehen und nach Leningrad zu fahren. Aber das Auto hatte eine Panne, und bald darauf trennten sich unsere Lebenswege. 30 Jahre später lade ich meinen Bruder ein, mit mir von Belgien nach St. Petersburg zu fahren, diesmal in einem Lada Kopeika. Bei unserer Ankunft werden wir das Auto gegen einen Baum im Hof des Winterpalasts fahren, zusammen mit den Illusionen unserer Jugend. Ohne Ende gibt es keinen Anfang.“ Davon zeugt nun ein Foto des kaputten Lada an einem Baum mit einer neugierigen Katze davor (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 3. Dezember um 14 Uhr. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 1. Dezember täglich von 9 bis 17 Uhr, samstags und sonntags von 10 bis 15 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.neumeister.com.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



30.11.2025

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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