Bayerischer Kunstpreis für Haus der Kunst  |  | Andrea Lissoni und Marina Pugliese haben den Bayerischen Kunstpreis in der Kategorie „Ausstellung“ erhalten | |
Das Haus der Kunst in München hat den Bayerischen Kunstpreis in der Kategorie „Ausstellung“ erhalten. Direktor Andrea Lissoni und seine Kuratorenkollegin Marina Pugliese nahmen die Auszeichnung am Dienstag für ihre Präsentation „In anderen Räumen. Environments von Künstlerinnen 1956-1976“ entgegen, die von September 2023 bis März 2024 in dem Münchner Ausstellungshaus zu sehen war. Darin beschäftigten sie sich mit künstlerisch gestalteten Rauminstallationen, die von Frauen weltweit geschaffen wurden. Die Jury hob besonders die „historische Aufarbeitung und Sichtbarmachung von Künstlerinnen“, die „innovative Rekonstruktion verlorener Werke“, die „interaktive und immersive Präsentation“ sowie die „Relevanz für die Gegenwart“ hervor und würdigte damit nach eigenen Worten „eine Kunstschau, die es so noch nie gab“. Das Konzept sei neu, aufregend, immersiv und interaktiv gewesen und habe verloren vergangene Kunstwerke an der Schnittstelle zwischen Kunst, Architektur und Design von elf Künstlerinnen Asiens, Europas sowie Nord- und Südamerikas aus drei Generationen in der Gegenwart wieder auferstehen lassen.
Weiter heißt es in der Begründung: „Der Ausstellung ist zudem ein intensiver Rechercheaufwand und ein dreijähriges Forschungsprojekt voran gegangen. Dazu gab es einen regen Austausch mit Restaurator*innen und Fachleuten auf der ganzen Welt sowie mit den drei noch lebenden Künstlerinnen Marta Minujín, Judy Chicago und Tania Mouraud. Das Ergebnis: Eine Ausstellung, die ein Erlebnis für Besucher*innen war und eine Würdigung der Kunstwerke von elf Frauen, deren Perspektiven und Narrative im Rückblick eine neue Dimension und Bedeutung erfahren haben.“ In der Schau waren zudem Werke von Lygia Clark, Laura Grisi, Aleksandra Kasuba, Lea Lublin, Maria Nordman, Nanda Vigo, Faith Wilding und Tsuruko Yamazaki zu erleben. Nach Präsentationen in Museen wie dem MAXXI in Rom und derzeit im M+ in Hongkong wird die Ausstellung ab Mai 2026 noch im Leeum Museum of Art in Seoul zu sehen sein.
Die Bayerische Staatsregierung hat heuer zum ersten Mal den Bayerischen Kunstpreis als spartenübergreifende Würdigung der bayerischen Kunstszene vergeben. Er zeichnet acht Künstler*innen und Kulturinstitutionen in den Kategorien „Ausstellung“, „Stimme“, „KreativesSchaffen“, „Innovation“, „Programm“, „Kulturbotschafter“, „Performance“ und „Besonderer Ort“ aus und ist mit jeweils 10.000 Euro dotiert. Zudem wurde der undotierte Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten an den Kabarettisten Gerhard Polt verliehen. |