Joe Bradley in der Kunsthalle Krems  |  | Joe Bradley, Same Dam Chain Gang, 2020/22 | |
Mit Joe Bradley holt die Kunsthalle Krems wieder das Schaffen eines amerikanischen Künstlers an die Donau. In seiner ersten musealen Ausstellung in Österreich präsentiert der New Yorker rund 90 Werke aus den letzten zwei Jahrzehnten, darunter großformatige farbintensive Gemälde, reduzierte Zeichnungen sowie Skizzen aus seinem Arbeitsprozess und Readymade-Skulpturen aus gefundenen Objekten mit poetisch-ironischen Anklängen, und gibt mit ihnen Aufschluss über seine Kunst, die zwischen Figuration und gestischer Abstraktion pendelt. „Mit Joe Bradley kommt einer der prägnantesten Maler der Gegenwart nach Krems“, so Florian Steininger, Direktor der Kunsthalle Krems und Kurator der Schau, der mit ihr die internationale Relevanz des Kunsthallen-Programms unterstreichen will. „Seine neuen Arbeiten zeigen eine bildnerische Wucht, die unmittelbar fesselt.“
Der 1975 in Maine geborene Joe Bradley gehört zu den wichtigsten amerikanischen Künstler seiner Generation. Seine Werke sind in bedeutenden Sammlungen zu finden, etwa dem Museum of Modern Art und dem Whitney Museum in New York, aber auch der Fondation Louis Vuitton in Paris, der George Economou Collection in Athen oder der Hall Art Foundation in Vermont und im Schloss Derneburg bei Hildesheim. Vertreten wird er von so renommierten Galerien wie David Zwirner in New York, Xavier Hufkens in Brüssel oder Eva Presenhuber in Zürich, die auch die Hauptleihgeberinnen der Kremser Ausstellung sind. Bradleys Schaffen ist von einer zeichnerischen Figuration, Minimalismus und Elementen der Farbfeldmalerei geprägt. Dabei greift er kunsthistorische Bezüge auf, die von Henri Matisse und Pablo Picasso bis zu Willem de Kooning und Cy Twombly reichen, verbindet sie mit Motiven der Alltagskultur, holt sich Anregungen bei Comics oder grafischen Symbolen und pendelt zwischen gestischer Offenheit und klaren Setzungen.
Gerade Bradleys jüngste Bilder zeugen von malerischer Dichte in beeindruckender Farbpracht, versehen mit grafischen Akzenten. Reduktion und Expressivität, Ironie und Ernst, Konzept und freies Gedankenspiel stehen hier nebeneinander. Derart transformiert er laut Steininger „das Tafelbild mit intuitiver, sinnlicher Energie und klarem Formenbewusstsein in die Gegenwart“. In den aktuellen, vertikal angelegten Leinwänden, wie „Janus“ von 2025, verdichten sich die geometrisch-organischen Farbflächen zu schemenhaften Figuren, die Bradley selbst als „vertikale Figurationen“ bezeichnet. Offene Pinselzüge, Übermalungen und abrupte Farbwechsel verleihen diesen Bildern eine improvisierte, beinahe rohe Qualität.
Die Ausstellung „Joe Bradley“ läuft vom 22. November bis zum 6. April 2026. Die Kunsthalle Krems hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, ab März von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Geschlossen bliebt an Heiligabend, Silvester und Neujahr. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 10 Euro, für Kinder und Jugendliche zwischen 7 und 18 Jahren 3,50 Euro, darunter ist er kostenlos.
Kunsthalle Krems
Museumsplatz 5
A-3500 Krems
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