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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Mit seinem Gemälde- und Zeichnungsangebot entwirft Bassenge in Berlin wieder ein breites Spektrum der Alten Kunst und des 19. Jahrhundert und kann dabei auf Neuentdeckungen verweisen

Kleider machen Leute oder einen Fürsten



Peter Gertner,  Bildnis Ottheinrich von der Pfalz, um 1535

Peter Gertner, Bildnis Ottheinrich von der Pfalz, um 1535

Normalerweise würde man die Farben Gelb, Rot und Grün nicht unbedingt miteinander kombiniert tragen, einfach weil sie einen zu starken Kontrast bilden. Die geübte Fashionista aber weiß, dass so etwas als „Colour blocking“ durchaus chic sein kann und es natürlich auch eine Frage des Farbtons ist. Maler mit feinem Farbgespür verstehen geschickt, wie derartige Gegensätze elegant eine Person hervorheben können, vor allem wenn es sich um den Hochadel handelt. Ein Beispiel dafür ist Peter Gertners Renaissancebildnis des Kurfürsten Ottheinrich von Pfalz-Neuburg. Der Wittelsbacher, der ein wenig an Heinrich VIII. von England erinnert, trägt ein Gewand aus goldenem Brokat mit rotem Granatapfelmuster, darunter ein teures karmesinrotes Wams. Nun darf beim Fürsten das Drama nicht fehlen, daher fällt ein breiter roter Kragen um die Schultern, darunter spitzt ein feines weißes Hemd mit kostbarer Gold- und Perlenstickerei hervor. Der Mann von Welt trägt natürlich Hut, ein samtenes Barrett mit kecker weißer Feder, und goldene Ketten. Ein nuancierter hellgrüner Grund lässt den Herrscher samt seiner eisgraublauen Augen erst richtig zur Geltung kommen.


Peter Gertner, um 1500 wahrscheinlich in Nürnburg geboren, war der kunstvolle Hofmaler des Kurfürsten von Pfalz-Neuburg. Zuvor waren seine Fähigkeiten bereits Ottheinrichs Frau Susanna von Bayern aufgefallen. Das bisher unbekannte Portrait in stattlicher Pose auf einer leider etwas beschnittenen Tafel besticht mit seiner Qualität und Feinmalerei. Seit über neunzig Jahren war das um 1535 datierte Werk in Privatbesitz verborgen und absolviert nun bei Bassenge für 75.000 Euro sein Auktionsdebüt. Wem der Kurfürst zu ernst und starr dreinblickt, der kann in der Gemäldeauktion des Berliner Versteigerers am 27. November bei dem Bildnis eines schüchternen Knaben in geknöpftem lachsfarbenem Wams mit Goldstickerei zugreifen. Der siebenjährige Junge auf dem anglo-flämischen Werk aus dem Jahr 1598 spielt Laute und trägt ein Rapier (Taxe 18.000 EUR). Auch nicht gerade fröhlich sitzt der alte Geheimrat Johann Poppo von Greiner in einem burgunderroten Samtmantel neben seinen Büchern. Um 1772 legte der Weimarer Hofmaler Johann Ernst Heinsius das Portrait seines Kollegen an, der in dem kleinen sächsischen Fürstentum als kluger Bibliothekar und Initiator der Anna Amalia Bibliothek wirkte (Taxe 7.500 EUR). Weiches samtenes Blau mit Nerzapplikation charakterisiert den Mantel von Karolina Beata Hauke. Die junge Frau, Tochter eines deutsch-polnischen Industriellen, die in den 1820er Jahren vor Franz Xaver Lampis Staffelei saß, blickt mit grauen Augen und hoch gesteckten feinen braunen Locken zart aus dem Bild, folgt damit der gedämpften Farbigkeit des Portrait und will so gar nicht zur Rolle ihres Sohnes, des späteren polnischen Rebellen Józef Hauke-Bosak, passen (Taxe 16.000 EUR).

Maria Magdalena begegnet dem heiligen Hieronymus

In dem von Gemälden dominierten Katalog sind einzelne Skulpturen eingestreut, so etwa eine kniende Maria Magdalena mit Salbgefäß, die der Meister der Nürnberger Madonna um 1505/15 mit gesenktem Haupt wohl für eine Kreuzigungsgruppe entworfen hat. In damaliger modischer Kleidung mit geschlitzten Ärmeln kontrastiert die eckige Fältelung der Textilien mit den weichen Locken des Haares, die das runde Gesicht mit Mandelaugen rahmen (Taxe 18.000 EUR). Ganz in Gedanken vertieft, sitzt der heilige Hieronymus in seinem Gehäus. Ein Totenschädel und eine halb abgebrannte Kerze umgeben ihn in seiner Klausur als Vanitasmotive und regen ihn zur Kontemplation des Kruzifixus am Tisch an. Diese deutsche Tafel von circa 1550 zeigt den Kirchenvater und Übersetzer der Bibel beim Schreiben der mahnende Worte „Gedenke des Todes und Du wirst nie sterben“. Das reizvolle Werk besticht mit der Freude an unterschiedlichen Texturen, wie dem schimmernden metallischen Kerzenleuchter oder dem matten Karmesinrot der Kleidung des bärtigen glatzköpfigen Heiligen (Taxe 24.000 EUR).

Vergänglichkeit in Form eines barocken Jagdstillebens findet sich in Hendrik de Fromantious Werk, das ein Rebhuhn, Singvögel und neugierige Schnecken in großer Kunstfertigkeit in einer steinernen Wandnische zusammenführt (Taxe 12.000 EUR). Das gefährliche Unterfangen, Diana und ihre Nymphen beim Baden zu beobachten, kostete den Voyeur Aktäon das Leben. Gerade blickt der junge Mann in Johann Heinrich Schönfelds Gemälde von 1662/63 noch auf die badenden Jungfrauen, die ihn inmitten der arkadischen Landschaft eben erspäht haben (Taxe 15.000 EUR). Etwas besser verlief es für Odysseus’ Gefährten bei der Zauberin Circe, die sie immerhin nur in Tiere verwandelte, wie sie auf einer niederländischen Leinwand des 17. Jahrhunderts in verschiedensten Gattungen versammelt sind (Taxe 2.500 EUR). Die Schweizer Kunst vor dem 19. Jahrhundert ist noch so stark ausgeprägt. Bei Bassenge tut sich jetzt aber Samuel Hofmann hervor, der um 1595 in Sax im Kanton St. Gallen geboren wurde und mit einer charmanten, vielleicht etwas zu konstruierten „Anbetung der Könige“ von 1640 überzeugt (Taxe 8.000 EUR).

Bei den Bildnissen des 19. Jahrhunderts vibriert Johann Baptist Reiters Wiedergabe seines Sohnes Moritz als Edelknabe in leuchtendem Feuerrot. Das Spätwerk von 1877/78 zeigt seinen Sohn im Stil frühneuzeitlicher Kunst im Halbportrait vor idealisierter Landschaft in einem renaissancehaften Kostüm samt passendem buntem Hut, während er zwei fliegende Paradiesvögel an einer Schnur hält. Das Pendant zu diesem Konterfei ist Moritz’ Schwester in rosafarbener Renaissancetracht gewidmet. Reiters blonde Tochter „Lexi“ als Edelfräulein trägt eine komplexe Fantasiefrisur mit Perlen, Schmuck und Tuch im Haar. Auch sie steht in einer idealisierten Landschaft und hält einen bunten Paradiesvogel in ihrer Hand (Taxe je 15.000 EUR). Ein Gruppenbildnis mit zwei Frauen, die das Portrait einer Verstorbenen betrachten, fertigte August Ferdinand Hopfgarten als Tondo an. Die familiäre Szene in einem reichen Interieur mit blondem Kind ist ein farbfreudiges Werk der Berliner Biedermeierzeit (Taxe 18.000 EUR).

Falsche Fährte

Den dänischen Realismus mit einem nachdenklichen Jungen samt Fischreuse am Strand vertritt Hans Michael Therkildsen. Der sommerliche atmosphärische Nachmittag soll 3.500 Euro erwirtschaften. Im dramatischen Schwarz-Weiß-Kontrast verewigte sich Erwin Heckmann 1909 als junger Mann mit weißem Pullover und weißer Winterkappe vor dunklem Hintergrund (Taxe 1.200 EUR). Und noch einmal geht es zurück in die Renaissance, als Theodor Baierl 1923 den Architekten Robert Vorhoelzer im Stil der Dürer-Zeit auf einer Holztafel abkonterfeite: Der Leiter des Baureferats der Münchner Oberpostdirektion sitzt im Halbprofil streng vor einem neutralen grünen Hintergrund, hat einen dunklen Mantel mit Pelzkragen an und hält einen Zirkel in seiner Hand, mit dem er einen Bauplan abmisst, während sich links noch eines seiner Bauwerke offenbart. Nur das Hitler-Bärtchen stört den Eindruck. Dabei war Robert Vorhoelzer alles andere als reaktionär. Gilt er doch mit seinen Entwürfen im Expressionismus und Bauhaus-Stil als früher Hauptvertreter der ansonsten in Bayern eher unterrepräsentierten Moderne und musste nach 1933 seinen Lehrstuhl an der Technischen Hochschule München auf Druck der Nazis als vermeintlicher „Baubolschewist“ aufgeben (Taxe 7.500 EUR).

Eine greifbar kalte Winterlandschaft mit verschneitem Bauerngehöft bannte Carl Julius von Leypold effektvoll und spätromantisch inspiriert auf seine Leinwand (Taxe 7.500 EUR). Auch Franz Skarbina huldigt dieser Jahreszeit mit seiner ausschnitthaften Vedute einer Pferdedroschke vor den Mohrenkolonnaden im verschneiten Berlin (Taxe 7.500 EUR), ebenso Viktor Markewitsch mit seinem impressionistischen Blick in eine winterliche Prager Straße wohl auf der Kleinseite von 1914 (Taxe 800 EUR), Julius Sergius Klever mit seinem einsamen Bauernhaus irgendwo in der russischen Weite unter dicker Schneedecke von 1896 (Taxe 3.500 EUR) oder Vilém Kreibich mit seiner ebenfalls östlichen Bahnhofsszene „Vor der Abfahrt“ mit einer dampfenden Lokomotive auf den winterlich weißen Gleisen von 1912 (Taxe 2.400 EUR). Preislicher Höhepunkt dieses kommenden Jahreszeitpanoramas ist die „Große Winterlandschaft mit Eseltreiber im Sonnenlicht“. Im Jahr 1834 ließ Barend Cornelis Koekkoek die gewaltigen Felsenblöcke emporragen und die kargen Bäume sich verwundert dem einsamen Treiber zuwenden, während der Himmel etwa Dreiviertel des Bildes einnimmt. Diese Erhabenheit der Natur fordert nun 75.000 Euro.

Wärmer präsentiert sich Eduard Schleichs d.Ä. Blick auf das entfernte München, wobei hier gerade die sommerlichen Gewitterwolken schwarz und dräuend aufziehen (Taxe 9.000 EUR). Die vielfältige Gartenarbeit im Sommer hielt Ulrich Hübner 1913 mit energischen Strichen in flirrender Wärme fest (Taxe 3.000 EUR). Hermann Linde interessierte sich hingegen um 1889 für das realitätsnahe Treiben an einem herbstlichen Markttag in Lübeck, an dem eine ältere Händlerin in blauer Tracht gerade mit einer Witwe zusammentrifft (Taxe 4.000 EUR). Für das Kunstschaffen von Frauen listet der Katalog Marie Egners seltsame Kombination aus Frühlingsblumen und Herbstlaub (Taxe 6.000 EUR), Margarete von Zawadzkys spätimpressionistische „Segelboote auf dem Wannsee“ (Taxe 600 EUR) oder Maria Slavonas leuchtenden Blumenstrauß mit Ranunkeln, Dahlien und Kapuzinerkresse in einem blauen Tonkrug auf einer blau-weiß gestreiften Tischdecke (Taxe 3.000 EUR).

Der Zeichnungshöhepunkt

Die Arbeiten auf Papier, die bei Bassenge am 28. November auf dem Programm stehen, warten ebenfalls mit einem Höchstpreis von 75.000 Euro auf. Er gilt Georg Friedrich Kerstings in schwarzer Tusche, Feder und Pinsel 1838 gearbeitetem „Interieur mit Fensterausblick“. Kersting, ein Freund Caspar David Friedrichs, hatte an der Kopenhagener Kunstakademie studiert, die seine Vorliebe für eine klare Bildsprache und feine Lichtwirkungen stark beeinflusste, wie sie in diesem Blatt deutlich werden. Der Raum ist geradezu minimalistisch, nichts lenkt von der klaren Architektur, dem schlichten und eleganten Biedermeiermobiliar und der Zentralperspektive hin zum mittigen Fenster ab. Die feine Lichtmodulierung lässt das Auge durch die Zeichnung wandern und verleiht dem Raum Tiefe. Das Thema sind Stille und Ruhe, eine fiktive abgeschlossene Welt, die zum Erholen vom Alltag einlädt und aufgewühlte Nerven beruhigt. Da gezeichnete Blätter von Kerstings Raumdarstellungen mit einer Anzahl von 13 recht rar sind, scheint die hohe Schätzung gerechtfertigt.

Wie bei den Gemälden ist Kerstings Arbeit die preisliche Ausnahme; die Positionen der Auktion liegen sonst zwischen dreistelligen und niedrigen fünfstelligen Werten mit einer maximalen Schätzung von 18.000 Euro: Rudolf von Alt bannte den „Tempel der Vesta auf dem Forum Boarium in Rom“ auf sein Aquarell. Der Rundtempel, der heute als Heiligtum des Hercules Victor gilt und durch die flache Ebene des Rindermarkts am Tiber mit seinem kannelierten korinthischen Säulenkranz umso stattlicher wirkt, ist ein beliebtes Motiv in Alts Schaffen. Anders als bei weiteren Versionen fehlen anekdotische Details, Menschen sind nur vereinzelt zu sehen, nichts lenkt von der antiken Architektur vor blauem Himmel ab. Ganz der berühmten Spanischen Treppe in Rom widmete sich Giovanni Francesco Grimaldi in einer barocken Federzeichnung. Der Entwurf, der auf Bitten Kardinal Mazarins entstand, gefiel dem ersten Minister Frankreichs, nicht zuletzt weil Grimaldi seinen Vorgaben für die Prachttreppe als Mehrstufenanlage mit gebogenen Aufgängen und dem Brunnen für Ludwig XIV. folgte. Das Blatt stammt wohl aus einem Skizzenbuch Grimaldis und führt über den ovalen Vorplatz zur der von Frankreichs König Ludwig XI. im Jahr 1482 gegründeten Kirche Santissima Trinità dei Monti. Grimaldis Grundidee der Treppe wurde übernommen, allerdings nicht der Rest seiner hier vorliegenden Ideen (Taxe 12.000 EUR).

Knochenmann trifft auf Jane Lane

Den Aufbau der Natur studierte Johan Verwer in einer Skizze von Rankengewächsen und Gräsern und versuchte in seiner Federzeichnung, die Eigenheiten der jeweiligen Pflanzen en détail zu erfassen (Taxe 12.000 EUR). Der 1685 geborene Bayer Matthias Diesel interessierte sich dagegen für die gezähmte Natur. Als barocker Gartenarchitekt legte er zwischen 1717 und 1723 das Vedutenwerk „Erlustierende Augenweide in Vorstellung herrlicher Gärten und Lustgebäude“ vor. Dafür zeichnete er Pläne und Ansichten von Schlössern mit ihren Parkanlagen, etwa den „Prospect und Perspektiv der königlichen Residenz und Lustgarten Versailles“ oder den „Prospect und Perspectiv des Graf Königsfeldischen Lust-Garten zu Eglosheim“, die jetzt zwischen 1.200 Euro und 1.800 Euro zu haben sind. Den Aufbau des Menschen untersuchte dann ein italienischer Künstler des 16. oder 17. Jahrhunderts mit einem stehenden, fast neckischen Skelett samt erhobenem Arm, das gerade zu dozieren scheint (Taxe 1.500 EUR). Eine lebende Person hatte wohl Caspar Netscher vor sich: die famose Jane Lane, spätere Lady Fisher, die eine heroische Rolle bei der Flucht von König Charles II. nach Frankreich nach der verlorenen Schlacht von Worcester im Jahr 1651 gespielt hatte. Darauf verweist jedenfalls der Schleier, den die junge Frau über die Königskrone legt (Taxe 2.400 EUR).

In die freie Fantasiewelt des Capriccios entführen zwei aquarellierte Zeichnungen von Jean Henry Alexandre Pernet. Sein Ruinenpaar mit verstiegenen Schlossanlagen samt Treppenaufgängen, Kolonnaden, Triumphbögen und Statuen aus dem späten 18. Jahrhundert beleben einige Leute in zeittypischer Kleidung (Taxe 12.000 EUR). Ein Kollege Pernets war Louis-Jean Desprez, der sich in Rom mit Francesco Piranesi anfreundete. Gemeinsam erarbeiteten sie eine Suite kolorierter Umrissradierungen mit zehn Ansichten Roms und Neapels. Das vorliegende atmosphärische Blatt von etwa 1787 präsentiert die „Illumination de la Croix de Saint-Pierre“ am Gründonnerstag in der Vierung der Peterskirche, verrät die Monumentalität eines Piranesi und ist der ausgeführten Radierung recht nahe (Taxe 9.000 EUR). Von der Kirche ins intime Interieur einer Kleiderkammer samt Accessoires eines Mädchens und eines Jungen: Das bietet Daniel Nikolaus Chodowiecki in der Entwurfszeichnung zu Johann Bernhard Basedows reformpädagogischen „Elementarwerk“ von 1774 (Taxe 2.400 EUR).

Verehrtes Königspaar

In die galante Welt der Rokoko entführen dann Chodowiecki mit seiner vornehmen Gesellschaft, die sich gerade in einem Park verlustiert (Taxe 2.400 EUR), und der Franzose Augustin de Saint-Aubin mit seiner mythologischen Adaption von „Pygmalion und Galatea“, wobei sich der junge Bildhauer in die gerade von ihm erschaffene Skulptur verguckt hat (Taxe 4.000 EUR). In repräsentativer, bildmäßig ausgeführter Qualität lässt Adrian Zingg auf seiner lavierten Federzeichnung das barocke Schloss Moritzburg bei Dresden mit seinen markanten Türmen hinter dem Schlossteich erscheinen (Taxe 4.500 EUR). 1798/99 hielt Nikolaus Lauer in Pastell König Friedrich Wilhelm III. in blau-roter Uniform mit schwarzem Adlerorden als Halbportrait und seine Frau, Königin Luise, im damals modischen Chemisekleid fest. Ein blaues Tuch liegt um die Schultern der klugen Regentin, auch ihr Kopfhaar wird elegant von einer blauen lockeren Schleife zusammengefasst. Das lebensnahe Portrait ohne Herrscherinsignien unterstützte die Beliebtheit des Paares beim Volk (Taxe 12.000 EUR).

Wer der vielen Ansichten der Antiken in Rom müde ist, dürfte in einem hübschen schweizerischen Aquarell des Parthenon auf der Akropolis um 1870 (Taxe 1.500 EUR) oder aber in Amadeo Preziosis Aquarell dreier osmanischer Krieger vor der Kulisse Istanbuls eine Abwechslung finden (Taxe 1.800 EUR). Bleiben wir bei abgebildeten Menschen, so ragen zwei realistische Skizzen Adolph von Menzels heraus. Seine „Frau im Korsett, den Kopf geneigt“ von 1896 zeigt Detailfreude im Gesicht und der lockigen Haarfrisur (Taxe 4.000 EUR). Das Spiel mit dem Chiaroschuro schraffierte der Meister in einer kleinen Zeichnung mit der Rückenansicht eines Mannes samt Schriftstück (Taxe 6.000 EUR). Humor und romantische Empfindung verbindet Wilhelm Buschs Karikatur seiner selbst: Auf das Jahr 1858 datiert, war der Künstler mit übergroßer Schieberkappe und dramatisch gezwirbeltem Schnauzer noch unbekannt und konnte daher die damals „Vielgeliebte“ Anna Richter nicht ehelichen, da ihm ein gesichertes Einkommen fehlte (Taxe 800 EUR).

Viel Klassizismus spricht noch aus Christian Gottlob Hammers Aquarell mit dem Blick über das Elbtal östlich von Pirna auf den Felsen der Königsnase in der Sächsischen Schweiz aus dem Jahr 1814 (Taxe 4.500 EUR) Bei den Landschaften reizt zudem Johann Georg von Dillis’ skizzierte Sicht über die Isar von der Praterinsel auf München aus dem Jahr 1828 mit seinem melancholischen Blauton (Taxe 3.500 EUR). Richtung romantisch wird’s mit Adrian Ludwig Richters Partie im Rabenauer Grund mit einer kleinen Felshöhle (Taxe 1.800 EUR), Johan Christian Dahls norwegischem Gebirgszug mit Dorf (Taxe 2.400 EUR) und seiner Felsenburg im Gebirge von 1835 (Taxe 3.000 EUR) oder Heinrich Drebers „Blick von der Sorrentiner Halbinsel auf Capri“ mit mächtigen knorrigen Eichen im Vordergrund (Taxe 2.800 EUR). Ein eindrucksvolles Panorama eröffnet sich dann auf Eugen Adams farbfrischem Aquarell mit der Aussicht von der Jägerhöhe zu Aigen über die Salzach nach Salzburg aus dem Jahr 1837 (Taxe 6.000 EUR). Bei flüchtiger Betrachtung könnte das folgende Werk fast mit Matisses Ornamenten verwechselt werden. Tatsächlich aber handelt es sich um den feinen Scherenschnitt eines Eichenzweigs auf blauem Untersatz von Philipp Otto Runge (Taxe 12.000 EUR). Im „Lichtgebet“ auf einem symbolistischen Aquarell von Fidus, alias Hugo Höppener, strebt dann noch der nackte Jüngling auf einem Felsen dem Himmel zu (Taxe 7.500 EUR), während Emil Pirchan mit seinen abstrakten, blütenartigen Wasserfarbenkompositionen von 1906/07 für 2.400 Euro und 3.000 Euro schon weit in die Moderne ragt.

Die Auktion der „Gemälde Alter und Neuer Meister“ beginnt am 27. November um 11 Uhr. Am 28. November folgen ebenfalls ab 11 Uhr die „Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts“. Eine Vorbesichtigung ist vom 20. bis 24. November jeweils von 10 bis 18 Uhr, am 25. November von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.bassenge.com.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com

Startseite: www.bassenge.com



20.11.2025

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Caspar Netscher zugeschrieben, Bildnis der Jane Lane, Lady Fisher, die
 Königskrone mit einem Schleier verhüllend, um 1655/60
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