Loriot wird Frankfurter  |  | Vicco von Bülow, alias Loriot, 1960er Jahre | |
So hat das Caricatura Museum in Frankfurt am Main seine neuste Meldung überschrieben und freut sich darüber, dass der vollständige künstlerische Nachlass Vicco von Bülows, alias Loriot, als Dauerleihgabe an das Museum geht. Dazu gehören rund 3.000 Zeichnungen sowie Drehbücher, Bühnenmodelle, Trickfilmfolien, Filmrollen, eine Bibliothek, Fotos und die Korrespondenz sowie die legendäre Langspielplattensammlung des großen deutschen Humoristen. Auch persönliche Gegenstände wie Loriots Pfeifensammlung, eine Kiste mit rätselhaften Schlüsseln oder sein Schreibtisch, an dem er viele seiner berühmten Cartoons gezeichnet hat, sind nun nach Frankfurt gezogen.
„Sie können sich ausmalen, mit welchem Respekt wir diesen Kulturschatz entgegengenommen haben“, betonte Museumsdirektor Martin Sonntag. „Loriot ist der wohl bedeutendste Künstler aus dem Bereich der Komik in Deutschland. Bis heute sind seine Zitate als geflügelte Worte in den Sprachgebrauch eingegangen, und was wäre Weihnachten ohne die Hoppenstedts? Bereits mit der Jubiläumsausstellung mit 130.000 Besuchern hat man uns großes Vertrauen entgegengebracht. Seitdem pflegen wir einen engen Kontakt mit der Familie und dem Studio Loriot.“ Auch die Kulturdezernentin Ina Hartwig wies auf die Bedeutung der Sammlung hin, die Frankfurts Strahlkraft als Satirehauptstadt festigen soll. Gleichzeitig machte sie auf die damit einhergehende Verpflichtung aufmerksam. Denn die Übergabe des Nachlasses sei mit der Verabredung seiner dauerhaften Präsentation verbunden.
Seit dem Tod des Künstlers im Jahr 2011 wurde der Nachlass im Studio und in der Villa der Familie von Bülow in Ammerland am Starnberger See bewahrt. Hier hatte Loriot mit seiner 2024 verstorbenen Gattin Rose-Marie gelebt und gearbeitet. Zuletzt bewohnte die jüngste Tochter Loriots, Susanne von Bülow, das Studio des Vaters und verwaltete Anwesen und Nachlass bis zu ihrem überraschenden Tod im Januar 2025. Die Erbengemeinschaft entschied sich schließlich dafür, die künstlerische Hinterlassenschaft professionell verwahren zu lassen. Ihre Wahl fiel dabei auf Frankfurt als Hochburg der Komischen Kunst und das Caricatura Museum, das Loriot vor zwei Jahren eine mit 130.000 Gästen hervorragend besuchte Schau zum 100. Geburtstag ausgerichtet hatte. |