DGPh ehrt Ann und Jürgen Wilde  |  | Ann und Jürgen Wilde erhalten den Kulturpreis der Deutschen Gesellschaft für Photographie | |
Die Deutsche Gesellschaft für Photographie (DGPh) zeichnet das Sammler- und Stifterpaar Ann und Jürgen Wilde mit seinem diesjährigen Kulturpreis aus. Geehrt werden die beiden für ihr „über Jahrzehnte kontinuierliches und engagiertes Wirken“. „Maßgeblich durch die Tätigkeit von Ann und Jürgen Wilde sind die Werke vieler heute renommierter und auf dem internationalen Kunstmarkt etablierter Fotografinnen und Fotografen erst bekannt geworden und somit für zukünftige Generationen erhalten geblieben“, so Jurymitglied Simone Klein. Ann und Jürgen Wilde erhalten die undotierte, mit einer nach Ewald Mataré gestalteten goldgefassten Linse verbundene Auszeichnung Ende September im Kölner Wallraf-Richartz-Museum.
Ann und Jürgen Wilde begannen ihre Sammeltätigkeit 1968 mit der Übernahme des fotografischen Nachlasses von Franz Roh, einem bedeutenden Münchner Kunst- und Fotohistoriker. Sie bauten in der Folge eine erstklassige Kollektion zur Fotografie des frühen 20sten Jahrhunderts auf, die Werkgruppen von August Sander, Germaine Krull, Man Ray, André Kertész, Florence Henri, Friedrich Seidenstücker, Albert Renger-Patzsch und Karl Blossfeldt enthält, und zählen zu den ersten, die als Sammler den Wert und die Kraft des Mediums Fotografie erkannten. 1972 eröffneten sie in Köln eine der ersten Galerien für Fotografie in Europa, in der sie bis 1985 die europäische Fotoavantgarde der 1920er und 1930er Jahre, die amerikanische Fotografie der 1970er und frühen 1980er Jahre wie auch zeitgenössische fotografische Positionen präsentierten. Darüber hinaus haben sich Ann und Jürgen Wilde als Herausgeber zahlreicher Monografien wie auch als Kuratoren viel beachteter Ausstellungen international einen Namen gemacht, beteiligten sich mit ihrer Galerie erstmals 1974 an den Kunstmessen in Köln und Basel, waren 1977 kuratorisch für die Documenta in Kassel aktiv und haben damit die Fotografie erst als Kunstform etabliert.
2001 gründeten Ann und Jürgen Wilde die Stiftung „Fotografie und Kunstwissenschaft" mit Sitz in Köln und gemeinsamen Ausstellungsräumen mit der Alfred Ehrhardt Stiftung, die heute in Berlin residiert. 2010 erfolgte die Umbenennung in „Stiftung Ann und Jürgen Wilde“, die sie an die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen in München angliederten. Das umfangreiche Lebenswerk von Ann und Jürgen Wilde zur modernen und zeitgenössischen Fotografie werden so bewahrt und durch Ausstellungen in der Pinakothek der Moderne und durch Publikationen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Durch die Gründung der Stiftung und die weitere Aufarbeitung und Erforschung trage die Sammlung zum kunsthistorischen fotografischen Erbe Deutschlands bei, so die DGPh. |