Vasyl Cherepanyn verantwortet Berlin Biennale  |  | Vasyl Cherepanyn verantwortet die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst 2027 | |
Die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst hat Vasyl Cherepanyn zum Kurator der kommenden Ausgabe im Sommer 2027 berufen. Die siebenköpfige internationale Findungskommission hat sich einstimmig auf den 1980 geborenen Ukrainer geeinigt. Vasyl Cherepanyn bringe eine besondere Perspektive für die 14. Berlin Biennale mit, betonte Biennale-Direktor Axel Wieder und hob seinen geografischen Hintergrund, aber auch seinen kuratorischen Ansatz hervor, der sich auf kollektive künstlerische Unternehmungen konzentriere, die tief in aktuellen sozialen Kontexten und ihren urbanen Umgebungen verwurzelt seien.
Vasyl Cherepanyn ist Kurator und Wissenschaftler und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Kunst, politischer Philosophie und sozialen Bewegungen. Der promovierte Philosoph ist Mitbegründer und Leiter des Visual Culture Research Center in Kiew, das unter anderem die Kyiv Biennale organisiert. Cherepanyn unterrichtete etwa an der Nationale Universität Kiew-Mohyla Akademie, an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder), an der Freien Universität Berlin oder an der Merz Akademie in Stuttgart. Als Kurator war er zudem an der Rijksakademie in Amsterdam, am Kunstzentrum Stroom in Den Haag oder für die Biennale Warschau tätig.
In seiner Arbeit beschäftigt sich Vasyl Cherepanyn häufig mit der Region Osteuropa nach dem Ende der Sowjetunion und verfolgt das Anliegen, Kunst und ihre Öffentlichkeit sowie künstlerische Programme im aktuellen Wandel Europas zu verorten. Hieran anknüpfend will er sein Konzept für die 14. Berlin Biennale aus Landschaft der deutschen Hauptstadt heraus entwickeln: „Die Berlin Biennale in die Zukunft zu denken und sie in der Gegenwart zu kuratieren bedeutet für mich, sich voll und ganz einer Zukunft der Kunst und ihrer Vermittlung innerhalb der Stadt zu widmen und aus ihrer sozialen Kontextualisierung in diesem Prozess zu lernen“, so Cherepanyn. „Als Inbegriff der Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer birgt die Berlin Biennale die Möglichkeit, eine Art von Öffentlichkeit zu schaffen, die nicht nur künstlerisch oder akademisch, sondern aus gesellschaftspolitischer Notwendigkeit heraus begründet ist. Für mich basiert dieser Ansatz insbesondere auf Erfahrungen aus der Arbeit in der Ukraine, und er ist gerade jetzt notwendig, da uns der koloniale Krieg Russlands in ganz Europa mit den drängendsten Fragen unserer Zeit konfrontiert.“ |