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Praemium Imperiale vergeben

Peter Doig in seinem Studio in London, April 2025

Die Gewinnerinnen und Gewinner des diesjährigen Praemium Imperiale stehen fest. Der mit jeweils 15 Millionen Yen, aktuell rund 87.000 Euro, dotierte „Nobelpreis der Künste“ der Japan Art Association geht heuer an Peter Doig, Marina Abramovic, Eduardo Souto de Moura, András Schiff und Anne Teresa De Keersmaeker. Klaus-Dieter Lehmann, internationaler Berater der Japan Art Association und ehemaliger Präsident des Goethe-Instituts, erklärte bei der Bekanntgabe der Preisträger im Japanisch-Deutschen Zentrum in Berlin: „Die Preisträger des Praemium Imperiale 2025 eröffnen uns durch die kreative Eigenwilligkeit ihrer Kunst auf höchstem Niveau neue Blickachsen, verknüpfen Vertrautes und Unverhofftes zu neuen Erkenntnissen und schaffen damit entscheidende Grundlagen für Meinungsvielfalt und Meinungsfreiheit. Eindrucksvoll ist ihr persönliches Engagement in der Weitergabe von Erfahrung und Wissen an die kommende Künstlergeneration als Beitrag für das kulturelle Erbe in einer sich ändernden Welt.“

Der bekannte schottische Landschaftsmaler Peter Doig habe über drei Jahrzehnte das Ausdruckspotenzial der Malerei neu definiert und gelte als führender Vertreter des New Figurative Painting, so die Jurybegründung. „Bekannt für seine suggestive Mischung aus Erinnerung, traumhafter Bildsprache und malerischer Imagination, lässt er sich von Fotografien, Postkarten, persönlichen Erfahrungen und vielem mehr inspirieren.“ Er gilt als einer der führenden Vertreter der New Figurative Painting-Bewegung. Als ehemaliger Professor der Kunstakademie Düsseldorf steht er in der Nachfolge von Joseph Beuys und Jörg Immendorff. Die in Belgrad geborene und in New York lebende Marina Abramovic ist eine der Wegbereiterinnen der Performance-Kunst. Seit mehr als 50 Jahren setzt sie ihren Körper als Medium ein. „Sie hat dabei immer wieder die Grenzen der körperlichen und mentalen Belastbarkeit Überschritten. Ihre Performances beschäftigen sich mit Leid, Tod, der Psyche und ihren Konflikten. Sie enthüllen die dunkle Komplexität menschlichen Verhaltens“, heißt es in der Mitteilung der Jury.

Der portugiesische Architekt Eduardo Souto de Moura ist für seine modernen, sich harmonisch in ihr Umfeld einfügenden Gebäude international bekannt. Es gehe ihm darum, urbane Fragmente und Geografien zu schaffen und Ethik mit Ästhetik zu verbinden, so die Erklärung des Preisgremiums. Dabei berücksichtige er stets die lokale Umgebung und Kultur mit ihren verschiedenen Charakteristika und schaffe einen kraftvollen Dialog zwischen Natur und Mensch. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehören etwa die Casa das Histórias Paula Rego nahe Lissabon und die Umgestaltung des Klosters Santa Maria do Bouro in Nordportugal. Der Ungar András Schiff gilt als einer der bedeutendsten Pianisten unserer Zeit. Stille Intensität und tiefe Passion für jeden Ton als Mosaikstein einer Komposition seien die Markenzeichen seiner gefeierten Interpretationen am Flügel. Seit den 1980er Jahren spielt die belgische Tänzerin und Choreografin Anne Teresa De Keersmaeker eine führende Rolle im zeitgenössischen Tanz. Ihre Arbeit zeichnet sich durch einen engen Dialog mit der Musik aus.

Des Weiteren ging der mit 5 Millionen Yen, etwa 29.000 Euro, dotierte Nachwuchspreis „Grant for Young Artists“ an das National Youth Theatre in London. Die Einrichtung bringt Jugendliche und junge Erwachsene aus dem ganzen Land mit unterschiedlichen Hintergründen zu Kursen zusammen. Es bietet ihnen eine Plattform für kreative Entfaltung und sozialen Wandel und ist für die schauspielerische Ausbildung und Förderung junger Nachwuchstalente bekannt. Seit 1989 wurden 180 Künstler*innen aus 35 Nationen geehrt. Die feierliche Verleihung des Praemium Imperiale findet im Oktober in Tokio durch das japanische Kaiserhaus statt.


15.07.2025

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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