Amerika entdeckt nun Caspar David Friedrich  |  | Caspar David Friedrich, Zwei Männer bei der Betrachtung des Mondes, um 1825/30 | |
Unter dem Titel „Caspar David Friedrich. The Soul of Nature“ zeigt das Metropolitan Museum in New York erstmals eine umfassende Schau zum Schaffen des wohl berühmtesten deutschen Malers der Romantik. Bislang galt Caspar David Friedrich, dessen 250. Geburtstag im letzten Jahr in Deutschland ausgiebig gefeiert wurde, in den USA als eher unbekannt. In den Vereinigten Staaten waren bisher nur zwei kleinere Ausstellungen zu sehen, die dem Künstler gewidmet waren: „The Romantic Vision of Caspar David Friedrich: Paintings and Drawings from the U.S.S.R.“ 1990/91, bei der das Metropolitan Museum und das Art Institute of Chicago neun Gemälde und elf Zeichnungen Friedrichs zusammentragen konnten, und „Caspar David Friedrich: Moonwatchers“ im Jahr 2001, bei der das Metropolitan Museum sieben Gemälde und zwei Zeichnungen präsentierte.
Den Kuratorinnen Alison Hokanson und Joanna Sheers Seidenstein ist es nun in enger Kooperation mit der Alten Nationalgalerie in Berlin, der Hamburger Kunsthalle, den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden sowie dem Pommerschen Landesmuseum in Greifswald gelungen, 88 Gemälde und Zeichnungen zu vereinen. Zwei Schlüsselwerke der Romantik sind nun zum ersten Mal in die USA gereist: „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ konnte aus der Hamburger Kunsthalle, „Der Mönch am Meer“ aus der Alten Nationalgalerie entliehen werden. Erstmals hängen zudem die fünf in US-amerikanischen Museen verwahrten Gemälde einträchtig beieinander. Darunter befindet sich auch eine der vier bekannten Versionen des Gemäldes „Zwei Männer bei der Betrachtung des Mondes“, die dem Metropolitan Museum gehört und als Wiederholung der Dresdner Urfassung gilt.
Hinzu kommt eine Auswahl von Grafiken. Sie sollen das zeichnerische Talent Friedrichs offen legen und deren zentralen Stellenwert im künstlerischen Prozess im Dialog mit den Gemälden verdeutlichen. Die beiden Kuratorinnen haben die Exponate chronologisch und thematisch gruppiert und wollen mit ihnen Strategien, Techniken und zentrale Bildinhalte wie Glaube, Einsamkeit und Gemeinschaft, Lauf der Zeit und Sterblichkeit oder die Erfahrung des Unaussprechlichen darlegen. Zudem beschäftigen sich Alison Hokanson und Joanna Sheers Seidenstein mit Friedrichs Vorstellungen vom Jenseits, Konzepten nationaler Identität, Spannungen zwischen vertrauter Sicherheit und unbekannter Faszination, vor allem aber mit seiner Sichtweise auf die Natur. „Der bedeutendste Maler der deutschen Romantik, Caspar David Friedrich, lässt unser Naturverständnis als eine spirituelle und emotionale Landschaft erstrahlen“, kommentierte Museumsdirektor Max Hollein daher bei der Eröffnung der Schau in New York. |