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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts bei Irene Lehr in Berlin verspricht wieder einige Entdeckungen. Besonders die Moderne wartet mit Leckerbissen auf

Des Künstlers Konterfei



Bildnisse gehören zu den klassischen Sujets der Malerei und werden gerade im Fall von Selbstportraits zu spannenden Objekten: Wie setzt sich der Maler in Szene, als Bild im Bild, frontal, skeptisch oder verletzlich auf den Betrachter blickend? Diese Fragen können sich Käufer bei der Auktion mit moderner und zeitgenössischer Kunst bei Irene Lehr in Berlin gleich mehrfach beantworten lassen. So reizt unter anderem das doppelte Portrait von Willi Sitte: Mit nacktem Oberkörper blickt der Maler konzentriert durch seine Brille. Mit gleich mehreren Utensilien in der rechten Hand steht er wenig geschönt vor einem abstrakten Hintergrund. Kurze energische Pinselzüge formen seinen Leib und Gesicht, das in einer Doppelung beim Zigarrenrauchen nochmals schemenhaft vergrößert dahinter erscheint – wie eine Spiegelung im Fenster. Das Werk des damals 65 Jahre alten Künstlers war 1988 auf der Biennale in Venedig ausgestellt und geht mit 8.000 Euro im mittleren Preissektor ins Rennen.


Die Zahl an Künstlerportraits ist in der Versteigerung vom 26. Oktober recht hoch und zieht sich durch die Skulptur, Malerei und Grafik. Das kostspieligste Werk dieser Gattung ist mit 28.000 Euro ein nüchternes Konterfei Max Liebermanns. 1923 malte der Impressionist sich selbst in einem graubraunen Anzug als unprätentiöses Brustbild, wobei er seine rechte Braue scheinbar skeptisch in die Höhe zieht. Liebermann beschönigt weder seine Halbglatze, noch die erschlaffte Haut seines gealterten Gesichts, das durch die pastose Malweise geradezu greifbar wird. Ähnlich nüchtern, wenngleich deutlich günstiger schaut Lesser Ury dem Betrachter aus einer 1912 geschaffenen Kohlezeichnung ernst entgegen. Der Künstler mit Schnauzer und Anzug betritt das Parkett mit 4.000 Euro. Ungewöhnlich für das Werk des menschenscheuen Künstlers Franz Xaver Fuhr ist sein Konterfei von 1928. Streng sieht er in der für ihn typischen flächigen Malweise im Malerkittel aus dem Bild. Die grüne Haut leuchtet vor dem schwarzen Hintergrund intensiv auf, seitlich sind eingekratzte Pflanzen zu sehen. Fuhr ging es in seiner Kunst um das Sichtbarmachen von Spannungen oder seelischen Erlebnissen. Das Bildnis des nachdenklichen Malers soll 12.000 Euro einspielen.

Die Analyse des Selbst und des Anderen

Fünf Jahre später entstand Frans Masereels „Portrait de l’artiste dessinant“ im schwarzen Anzug mit roter Fliege beim Zeichnen mit verschiedenen Utensilien am Tisch. Das Autoportrait des arrivierten selbstbewussten Künstlers ist auf 6.000 Euro geschätzt. Kaum ein anderer Künstler des 20. Jahrhunderts hat sich selbst so oft künstlerisch hinterfragt wie Max Beckmann. Dafür listet der Katalog etwa sein 1922 in Holz geschnittenes „Selbstbildnis“ mit schwarzen wesenlosen Augen (Taxe 4.000 EUR) oder die energische Radierung „Großes Selbstbildnis“ von 1919 (Taxe 7.000 EUR). Ein Meisterschüler Beckmanns an der Frankfurter Städelschule war Heinrich Friedrich Steiauf. Anders als sein Lehrer hat sich Steiauf der Neuen Sachlichkeit verschrieben, so auch in seinem Selbstbildnis „Der Maler“ an der Staffelei mit einem weiblichen Halbakt im Vordergrund (Taxe 4.000 EUR).

Ein komplexes Spiel aus Bild im Bild schuf Ferdinand Dorsch um 1904 in einer Gouache mit Kreideanteil. „Im Atelier“ spiegelt sich der Maler bei der Arbeit, ein weiterer Mann sitzt lachend in seiner Nähe. Das tiefgründige Zusammentreffen aus Selbstbildnis, Portrait und Arbeitsbild verlangt nur 1.500 Euro. Zwei Arbeiten auf Papier stehen für je 3.000 Euro zum Verkauf: einmal Karl Schmidt-Rottluffs „Selbstbildnis“ mit Tusche und Farbkreiden von 1964 als gealterter Künstler; zum anderen Fritz Schirrmachers feine Tuschearbeit um 1920, die den Künstler inmitten einer skurrilen Collage diverser kleiner Figuren – vom Kind, über das Liebespaar und Priester bis zu einer monströsen Schattenfigur und einem Erhängten – präsentiert.

Träumend und sanft hingegen wirkt das zwischen Abstraktion und Figuration balancierende Konterfei von Erich Buchholz. In zarten Farbtönen aus Rot, Gelb und Grün vor weißem Grund schimmert seit 1918/19 sein stilles Antlitz mit geschlossenen Augen hervor (Taxe 5.000 EUR). Kritik am Krieg und Portrait verschmelzen in Fritz Cremers Büste „Selbstbildnis als sterbender Soldat. Der Bronzeguss mit grünbrauner Patina und teils unruhiger Oberfläche von 1936/37 ist auf 3.500 Euro angesetzt. Hartwig Ebersbach verklausuliert das Selbstbildnis in seinem Ölgemälde „Traum/Kopf-Kopf“ von 1985. Aus dem dicken Farbauftrag schält sich kaum wahrnehmbar ein Kopf heraus, der zur Werkserie „Kaspar“ gehört, der ihm als Alter Ego und als eine Art künstlerisches Ventil dient (Taxe 3.500 EUR).

Der Blick auf die Anderen konkretisiert sich in Hans Baluscheks reicher Charakterstudie „Auswanderer (in der vierten Klasse)“ von 1909. Eine große Traube an Frauen, Kindern und Männern besteigt teils schwer bepackt das übervolle Zugabteil. Ein Bahnarbeiter in schwarzer Uniform blickt auf die in den Zug drängende Massen, seine Miene ist kaum zu erkennen. Über ihm lehnt sich ein gut betuchter Mann ungeniert aus seinem leereren Abteil und schaut dem Drängen yoyeurhaft zu. Das sozialkritische Werk, das schon in der April-Auktion bei Irene Lehr zugegen war, geht diesmal mit einer auf die Hälfte reduzierten Taxe von 15.000 Euro ins Rennen. Profane Uminterpretationen religiöser Bildtraditionen sind etwa seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu beobachten. Willi Sitte setzt dies in seinem 1993 gemalten „Heiligen Stephanus oder die Steinschmeißer“ fort. Teils gesichtslose und nackte Männer töten den langsam sterbenden Kauernden in der Bildmitte (Taxe 12.000 EUR).

Einen intimen Moment bietet Mai Trung Thus „Maquillage (Jeune femme au miroir)“. Das 1967 auf Seide stilisiert gemalte Bildnis einer Asiatin, die ganz vertieft in ihr Make-up ist, gehört zu den beliebten Motiven des vietnamesisch-französischen Künstlers (Taxe 5.000 EUR). Gleich mehrere Frauenbilder beherbergt ein Skizzenbuch von Jeanne Mammen aus Brüsseler Zeit. Daraus kommen nun zehn, um 1913/14 datierte einzelne Blätter in Aquarell- und Gouachetechnik sowie die dazugehörige Faksimile-Ausgabe des Skizzenbuchs bei 15.000 Euro unter den Hammer. Im Verhältnis nicht günstiger ist Mammens Einzelblatt zweier Damen in gestreiften Mänteln aus der Rückenansicht von 1909 mit 1.500 Euro. Als weitere Künstlerin der Moderne tritt Hanna Nagel mit zwei zart aquarellierten Kreidezeichnungen aus dem Jahr 1929 in Erscheinung. Mit dem distanzierten Blick der Neuen Sachlichkeit hielt sie streng und ausdrucksvoll zwei Frauengestalten fest: die „Sitzende mit gestreiftem Tuch“ im Profil und die etwas jüngere „Sitzende am Tisch“ mit modischem Bubikopf und übergroßen Augen (Taxe je 3.000 EUR).

César Klein stellt gleich zwölf Werke zur Verfügung, die aus der Sammlung des 2023 verstorbenen Hamburger Anwalts und Immobilienentwicklers Gerd Benoit stammen. Klein, Mitbegründer der Berliner Novembergruppe, agiert in zwei Arbeiten aus der Mitte der 1920er Jahre recht unterschiedlich. Für sein „Interieur mit zwei Frauen und Kind“ nutzt er eine abstraktere, weniger detaillierte Ausarbeitung als in seinem Ölbild „Mädchen mit Früchten“. Beide eint die Freude an der Farbe, an sanft geschwungenen runden Formen und am Kontrast aus Grün und Gelb. Das eher skizzenhafte „Interieur“ erhofft sich 2.000 Euro, das „Mädchen mit Früchten“ will 25.000 Euro erwirtschaften. In Kleins späterer Werkphase im Exil datiert eine „Maternità“ von 1946, die wiederum auf der religiösen Ikonografie von Maria mit dem Jesuskind beruht, sie aber aus diesem Zusammenhang löst und in eine abstrakte fließende Figurengruppe überführt (Taxe 8.000 EUR). Auch bei Käthe Kollwitz geht es um das menschliche Dasein an sich, etwa wenn sie in der Kohlezeichnung „Eltern mit Kind“ von 1919 die drei Individuen zeitlos festhält. Abgehärmt und eng aneinandergedrängt Schutz und Wärme suchend, berührt das Bild mit seinen deutlich von Leid gezeichneten Personen (Taxe 50.0000 EUR). Wolfgang Mattheuer verknüpft die Conditio humana mit biblischen und mythologischen Inhalten, etwa in seinen schwarzweißen Lithografien „Kain“ von 1963 für 1.200 Euro und „Die Flucht des Sisyphos“ von 1971 für 1.500 Euro.

Landschaft – mal abstrakt, mal gegenständlich

Zu den teureren Arbeiten zählt Karl Hagemeisters „Wildpark“. Sein atmosphärisches Verständnis für seine märkische Umgebung zeigt sich auch bei diesem Wald im Herbststurm. Was zunächst als unscharf skizziert wirkt, verdeutlicht die dynamische Natur des Sturms, der im Wald wütet, das rote Laub mit sich reißt und kreisen lässt. In diesen Windreigen mit einer fast hörbaren Sturmböe reißt Hagemeister den Betrachter mit (Taxe 20.000 EUR). Energische kleinere und längere Farbstriche verdichtete Albert Schiestl-Arding 1933 zur sommerlichen „Heuernte“ vor hellblauem Himmel. Auf einem Weg mit leuchtend grünem Gras stehen die schwer beladenen Heuwägen (Taxe 800 EUR). Intensiv farblodernd ist eine koloristisch reiche Hügelgegend an einem gelbgoldenen Fluss, die William Straube 1913 als Pastell zu Papier brachte (Taxe 2.000 EUR). Keine Landschaft im klassischen Sinne ist der farbenfrohe abstrakte Farbteppich, den Ursula Schultze-Bluhm 1963 als „Das Blumenfest des Lirad“ betitelte. Das überbordende Werk mit seinen kleinteiligen Strukturen ist auf 8.000 Euro geschätzt. Durch ihr irreales Erscheinen sind zwei traumartige Landschaften von Stefan Hoenerloh nicht natürlich: Das dunstige „Moosstämme, grün“ von 1983 und karge graue „Terrain“ von 1985 belaufen sich auf je 1.800 Euro.

In punkthafte Pinseltupfen aus Grün, Blau und Rot löste Hans Michaelson 1911 seine Dorfansicht „Heimweg“ auf, was den Einfluss von Camille Pissarro oder Alfred Sisley auf den Deutschen deutlich spüren lässt. Das farbintensive Bild ist für 4.000 Euro zu haben und eröffnet einen eindrücklichen Kontrast zu Michaelsons rund sechs Jahre später entstandenem Dorfplatz, der unter dem Titel „Tauwetter/ Felde“ aus dicken breiten Farbflächen aufgebaut ist und denselben Preis anstrebt. Eine weitere Dorflandschaft mit Pferdewagen entwickelte Carl Lohse um 1930/35 in einem ungewöhnlichen, fast beißenden Kolorit (Taxe 15.000 EUR). Eine moderne Ansicht Erfurts malte Franz Xaver Fuhr um 1964 mit aus dem Lot geratenen „Dächern und Kirchen“ (Taxe 6.000 EUR). Poetisch, verträumt und ein wenig naiv wird es dann bei Albert Ebert, der in dieser Zeit ein junges Mädchen mit lilafarbenem Petticoat an den bewaldeten Rand eines Dorfes stellte (Taxe 9.000 EUR). Die Gattung Stillleben kommt in der Auktion ebenfalls zu ihrem Recht, etwa mit Hans Brühlmanns „Tulpenstrauß auf Hocker“ vor pechschwarzem Grund von 1908 aus der Sammlung Bunte (Taxe 5.000 EUR), mit Elena Luksch-Makowskys dicht gedrängtem „Russischem Spielzeug“ von 1920 (Taxe 1.500 EUR) oder mit Géza Benes nachkubistischem „Stillleben mit Tennisschläger“ von 1930 (Taxe 15.000 EUR).

Ins Ungegenständliche

Größere und kleinere Rechtecke in rhythmischer Ordnung brachte Carl Buchheister um 1928 auf einen Karton auf. Ruhige Töne in Lindgrün, Grau, Weiß und etwas Apricot und Rot definieren die Fläche des konstruktivistischen Teppichentwurfs „2833“, der erst posthum 1979 in zwei Exemplaren realisiert wurde (Taxe 10.000 EUR). Denselben Wert soll die mit spitzen Zacken und intensiven Farbkontrasten gefüllte Abstraktion „Schrei“ von Paul Fuhrmann aus dem Jahr 1922 erreichen. Ganz auf klare Geometrie setzte Hermann Glöckner bei seiner beruhigenden Temperaarbeit „Keil in Schwarz-Weiß“ auf Papier (Taxe 3.000 EUR). Bewegter geht es beim Informel zu, etwa bei Karl Otto Götz. Sein Ziel einer „Positiv-Negativ-Verflechtung der Malfaktur“ ist in der vorliegenden Mischtechnik „7.8.53“ von 1953 durch das energische und dynamische Über- und Untereinander der Pinselschwünge und Rakelspuren in Schwarz, Weiß, Rot und etwas Gelb zustande gekommen (Taxe 40.000 EUR). Hann Trier hat sich auf seiner Leinwand „Zapateado I“ von 1957 das rhythmische Stampfen in vielen lateinamerikanischen Tänzen und auch Wachstumsstrukturen der Natur zum Vorbild genommen (Taxe 8.000 EUR).

Noch ursprünglicher geht es in Gerhard Hoehmes Ölbild „Spuren im Kosmos. Paroxistische Spur“ von etwa 1953 zu. Das energetische Feld scheint sich über den Rahmen hinaus ausdehnen zu wollen, wobei Paroxysmus eine Folge von sich steigernden Ausbrüchen ist, was dem Kosmos nicht abträglich ist. Auf dem Bild brach zunächst die Farbe Blau in Nuancen aus, bevor sich weitere Schichten in Rot, Weiß, Gelb oder Braun teils damit vermischten, teils darüberlegten und dynamische Impulse nach links oder rechts sendeten. Während das Gemälde mit 15.000 Euro bewertet ist, kann der kleinere Geldbeutel bei Hoehmes aufgeregte Tuschezeichnung „Verwickelter Zug“ von 1961 bei 300 Euro zugreifen. Abstrakt in Form und Inhalt gibt sich das in Violett und Gelb gehaltene Bild „Tears (Tränen)“ von Günther Förg aus dem Jahr 1989 (Taxe 25.000 EUR). Das teuerste Objekt der Auktion ist mit 80.000 Euro eine Arbeit des gebürtigen Iren Sean Scully. 1997 baute er „Light in December“ aus einem schachbrettartigen Muster auf, wobei er die weißen und schwarzen Pinselbahnen zu Quadraten gruppiert und gedreht hat. Dieses kleine Streifenbild soll beim Betrachter Assoziationen hervorrufen, und der Bildtitel lenkt diese bereits zu winterlichen Vorstellungen von Wärme und Kälte, kurzen Tagen und langen Nächten.

Dreidimensionale Arbeiten aus Bronze & Co.

Zu den hochpreisigen Plastiken der Auktion gehört Rainer Fettings 1996 gearbeitete Bronze von Willy Brandt mit goldener Patina. Die mit „31/45“ nummerierte Arbeit präsentiert einen in sich hineinlauschenden Bundeskanzler, dem zugleich mit einer zupackenden Handgeste die Verbindung nach Außen gelingt. Grate, Falten und eine unruhige Oberfläche beleben die Skulptur (Taxe 30.000 EUR). Eine glatte Oberfläche mit gerundeten Formen und verzerrten Proportionen findet sich dagegen bei Karl Hartung. Seine „Liegende“ mit warmer rotbrauner Patina von 1948 lädt mit ihren Leerräumen und rhythmischen Ab- und Anschwellen der verschränkten Glieder zur mehrperspektivischen Ansicht ein (Taxe 25.000 EUR). 10.000 Euro günstiger ist Hartungs um 1936/39 geschaffener stilisierter „Vogel“. Zu mehr Abstraktion neigt Rainer Kriester in der Bronze „Großes schwarzes Kopfzeichen II“ von 1984. Ausgehend von der Kopfform entwickelte der Künstler Mitte der 1970er Jahre seine stilisierten „Kopfzeichen“ oder „Stelen“, die er später mit tiefen Einkerbungen in einem ornamentalen Muster überzog. Die größten Versionen, wie die Vorliegende mit grünschwarzer Patina, entstanden Anfang der 1980er Jahre in Bronze (Taxe 25.000 EUR). Aber auch mit anderen Materialien hat Kriester gearbeitet, so 1988 mit Kalkstein bei seinem „Weißen Fragment II“, wobei die selbe Kopfform mit einem Liniennetz tätowiert ist (Taxe 6.000 EUR).

Fritz Cremer wollte in seinen Arbeiten die „seelische Verfassung“ sichtbarmachen, was ihm beim intimen „Großen Liebespaar“ auch gut gelungen ist. Die Bronzearbeit von 1972 zeigt die Liebenden als einander zugedrehter, eng umschlungener Akt in tiefer Zuneigung (Taxe 9.000 EUR). Menschliche Regungen sprechen zudem aus Theo Baldens brauner Bronzefigur „Aufrechte III“ in geschlossener Gestalt (Taxe 4.000 EUR), Anton Räderscheidts „Mutter mit Kind“ von 1919 in einer Auflage des Kölnischen Kunstvereins von 1975 (Taxe 800 EUR), Gustav Seitz’ freudig „Hockender mit Büstenhalter“ von 1957 (Taxe 6.000 EUR) oder Marianne Lüdickes sitzender Frau beim „Hören“ von 1973 (Taxe 1.000 EUR). Klaus Staudt ist nicht mehr auf den Menschen als Ursprung der Skulptur fixiert. Grundlage seiner Reliefs, etwa seines Wandobjekts „Schattengitter 2 (WR-SG2)“ von 1981, sind geometrisch-konstruktive Tendenzen (Taxe 9.000 EUR). Ebenso raumbezogen ist Erich Reuschs „Elektrostatisches Objekt“, ein Plexiglaskasten mit schwarzen Pigmentpartikeln, die auf die Bewegung der Betrachter und die Raumbedingungen reagieren (Taxe 3.500 EUR).

Die Auktion beginnt am 26. Oktober um 12 Uhr. Die Besichtigung findet bis zum 24. Oktober täglich von 11 bis 19 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.lehr-kunstauktionen.de abrufbar.

Kontakt:

Dr. Irene Lehr Kunstauktionen

Sybelstraße 68

DE-10629 Berlin

Telefon:+49 (030) 881 89 79

Telefax:+49 (030) 881 89 95

Startseite: www.lehr-kunstauktionen.de



21.10.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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