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Zürich spricht sich für weitere Untersuchung der Bührle-Sammlung aus

Die Zürcher Kunstgesellschaft will die Provenienzen der Bührle-Sammlung genauer erforschen

Die Zürcher Kunstgesellschaft als Trägerin des Kunsthauses Zürich, die Stadt sowie der Kanton Zürich wollen die Provenienzen der Bührle-Sammlung genauer unter die Lupe nehmen. Das ist die Schlussfolgerung aus dem Bericht, den der Historiker Raphael Gross Ende Juni vorgestellt hat. Darin bemängelt er die bis dato unvollständigen Untersuchungen seitens der Stiftung Sammlung E. G. Bührle, der der umfangreiche und herausragende Kunstbestand gehört.

Zugleich muss die Zürcher Kunstgesellschaft „komplexe Herausforderungen“ konstatieren. Die integrale Umsetzung der Empfehlungen des Gross-Berichts hätte einschneidende und langfristige Auswirkungen auf das Kunsthaus als Leihnehmerin der Sammlung Bührle, die teilweise weit über den aktuell bis 2034 laufenden Dauerleihvertrag hinaus reichen. Dazu gehöre der Umstand, dass die Werke der Stiftung Sammlung E. G. Bührle zwar im Rahmen der Dauerleihgabe im Kunsthaus gezeigt werden, sich aber im Eigentum der Stiftung befinden. Das bedeutet, dass die Regelung von Ansprüchen, die Dritte an Werke der Sammlung stellen könnten, Sache der Stiftung bleibt.

Hinzu komme, dass die weitere, vertiefte Provenienzforschung im Rahmen der Dauerleihgabe einen mehrjährigen Zeithorizont hat und mit hohen Kosten verbunden sein dürfte. Offen ist bisher die Frage, wer diese Kosten trägt. In Anbetracht der anspruchsvollen Ausgangslage sei es angezeigt, dass die Zürcher Kunstgesellschaft in Absprache mit Stadt und Kanton Zürich gemeinsam mit der Stiftung Sammlung E. G. Bührle gute Lösungen findet. Die Bereitschaft der Stiftung sei bestätigt. Erste weiterführende Gespräche sollen nach der Sommerpause stattfinden.

Die Provenienzen der seit Jahren umstrittenen Sammlung Bührle sind nicht vollumfänglich aufgeklärt. Das hat die Überprüfung der bisherigen Forschungsergebnisse ergeben, die Raphael Gross, Direktor des Deutschen Historischen Museums in Berlin, vorgelegt hat. Die Überprüfung sollte insbesondere klären, ob es substantiierte Hinweise gibt, dass sich unter diesen Werken NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter befinden. Gemäß dem im März 2023 vom Stadtparlament beschlossenen Subventionsvertrag zwischen der Stadt Zürich und der Zürcher Kunstgesellschaft dürfen keine solchen Werke im Kunsthaus gezeigt werden.

Detailliert legt der 167seitige Bericht dar, dass sich ein beträchtlicher Teil der Werke der Sammlung Bührle vor dem Zweiten Weltkrieg in jüdischem Besitz befunden hat, etwa Paul Cézannes „Madame Cézanne mit dem Fächer“ von 1879/88. Das Gemälde gehörte nachweislich der US-amerikanischen Mäzenin Gertrude Stein. Zur Sicherung ihres Lebensunterhalts musste die Jüdin das Werk 1943 an den französischen Kunsthändler César Mange de Hauke verkaufen, der vielfach die Not von NS-verfolgten Minderheiten für günstige Kunsteinkäufe ausnutzte. Über einen weiteren Händler, Jacques Dubourg, kam der Cézanne 1952 schließlich in die Sammlung Bührle. Im bisherigen Dossier der Stiftung findet sich kein Hinweis auf diese prominente jüdische Provenienz. Der Schweizer und der französische Kunstmarkt gelten in den Augen der Bührle-Stiftung als unbedenklich, der Cézanne sei „nachweislich ohne NS-Verfolgungsdruck“ erworben.

Dieser Einschätzung kann der Gross-Bericht nicht folgen und konstatiert folglich, dass die bislang von der Stiftung betriebene Provenienzforschung nicht den vom Kunsthaus sich selbst auferlegten Standards entspreche. Gross geht dabei vor allem auf Werke der „Kategorie B“ ein, die die Stiftung selbst als „nicht lückenlos erforschte Provenienz, aber ohne Hinweis auf problematische Zusammenhänge“ führt. Gravierend sei die Erkenntnis, dass die Kategorie B der Sammlung Bührle in Gänze zu falschen Ergebnissen führe, so Gross. Das betrifft immerhin 90 Werke. Gross und sein Team haben daher weitere Recherchen empfohlen. Ferner wird die Einrichtung eines „fachlich und biografisch multiperspektivischen Gremiums empfohlen, das ein Prüfschema für den NS-verfolgungsbedingten Entzug eines Kunstwerkes“ erarbeiten solle.


10.07.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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