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Kunstwerk im Linzer Mariendom zerstört

Esther Strauß’ Skulptur „crowning“ wurde im Mariendom in Linz zerstört

In einem Akt des Vandalismus hat eine Person gestern die Skulptur „crowning“ zerstört, die erst seit ein paar Tagen im Kunstraum des Linzer Mariendoms zu sehen war. Das Werk der in Tirol und Wien lebenden Künstlerin Esther Strauß ist nun nicht mehr zu besichtigen. Der Fall wurde polizeilich zur Anzeige gebracht. Die auf einem mittig im Raum stehenden Sockel erhöhte Skulptur präsentierte eine auf einem Fels sitzende gebärende Marienfigur. Strauß bezieht sich mit ihrer Arbeit auf die 1913 von Sebastian Osterrieder fertiggestellte Krippe im Dom und verbildlichte damit eine Leerstelle der Bibelerzählung zur Geburt Christi. Der Vandale sägte der braunhaarigen Marienfigur am frühen Montagvormittag den Kopf ab.

Johann Hintermaier, Bischofsvikar für Bildung, Kunst und Kultur, sagte: „Es war uns bewusst, dass wir mit dieser Installation auch Diskussionen hervorrufen. Wenn wir damit religiöse Gefühle von Menschen verletzt haben, tut uns das leid, aber diesen Gewaltakt der Zerstörung und die Verweigerung des Dialogs sowie den Angriff auf die Freiheit der Kunst verurteile ich aufs Schärfste.“ Auch die Künstlerin Esther Strauß äußerte sich zum Angriff auf ihre Arbeit: „Die meisten Marienbildnisse wurden von Männern angefertigt und haben dementsprechend oft patriarchalen Interessen gedient. Die Theologin Martina Resch hat es gut auf den Punkt gebracht: In ‚crowning‘ bekommt Maria ihren Körper zurück. Wer auch immer den Kopf der Skulptur entfernt hat, ist sehr brutal vorgegangen. Diese Gewalt ist für mich ein Ausdruck davon, dass es immer noch Menschen gibt, die das Recht von Frauen an ihrem eigenen Körper in Frage stellen. Dem müssen wir ganz entschieden entgegentreten.“

Strauß bezieht sich in ihrer Aussage auf die Theologin Martina Resch, die an der Katholischen Privat-Universität Linz lehrt und Initiatorin des Projekts „DonnaStage“ ist. Anlässlich des 100jährigen Weihejubiläums des Mariendoms setzt es sich in Kunstinstallationen, Workshops und Diskussionen mit Fragen rund um Frauenrollen, Familienbilder und Geschlechtergerechtigkeit auseinander. Ziel ist es, einen Raum für kritischen Diskurs zu schaffen und die Pluralitätsfähigkeit von Religion und Kirche zu fördern. Resch bezeichnete die Skulptur von Esther Strauß als „poetische Arbeit, die die natürliche Geburt Jesu zeigt. Maria wird in ihrer Ausgesetztheit aber auch in ihrer Kraft gezeigt. Aus theologischer Perspektive ist die Arbeit ein starkes Bekenntnis zur Menschwerdung Gottes.“ Die Heilsgeschichte beginne mit der Verkündigung und werde im Moment, wo neues Leben geboren wird, anschaulich. Resch betonte, dass die Besucher*innen sehr sanft an die Skulptur herangeführt wurden. Sie hätten beim Eintritt in den Raum zunächst den Rücken Mariens gesehen und mussten sich so der Skulptur annähern.


02.07.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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Esther Strauß’ Skulptur „crowning“ wurde im Mariendom in Linz zerstört
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Esther Strauß








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