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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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Düsseldorf sucht Künstlerinnen

Elisabeth Jerichau-Baumann, Italienerin, um 1845/48

Im Rahmen eines Forschungsprojekts sucht das Museum Kunst Palast in Düsseldorf Werke von Künstlerinnen, die im 19. und frühen 20. Jahrhundert in der Stadt tätig waren. Kuratorin Kathrin DuBois konnte bereits rund 400 Frauen identifizieren, die in diesen Dekaden in Düsseldorf selbstständig künstlerisch arbeiteten. Ihr Schaffen soll Thema einer für Herbst 2025 geplanten Ausstellung sein. Unter welchen Bedingungen mussten die Frauen studieren, arbeiten, ausstellen und verkaufen? Und wie sah ihre Kunst eigentlich aus? Fragen wie diesen, will DuBois nachgehen. Doch steht das Museum hierbei vor einem Problem. In seiner eigenen Sammlung befinden sich vergleichsweise wenige Arbeiten von Künstlerinnen dieser Zeit. Daher bittet das Haus nun um Mitthilfe aus der Bevölkerung. Sollten Privatpersonen Werke von Künstlerinnen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert besitzen, würde sich das Museum freuen, diese als potentielle Leihgabe für die geplante Ausstellung ansehen zu dürfen: „Vielleicht hängt über Ihrem Sofa ein Gemälde, das nur darauf wartet, entdeckt zu werden und dem Kunstpalast dabei helfen könnte, ein viel zu lange übersehenes Kapitel der Kunstgeschichte sichtbar zu machen“, so das Museum in seinem Aufruf.

„Zu Beginn des Forschungsprojektes fiel auf, dass in unserem Sammlungsschwerpunkt der Düsseldorfer Malerschule von mehr als 1.000 Gemälden nur acht Werke von vier Frauen enthalten sind – mittlerweile wurde diese Zahl immerhin verdoppelt. Daran anknüpfend ist die Beschäftigung mit der Marginalisierung von Frauen auch eine Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlungsgeschichte“, so Generaldirektor Felix Krämer. Indem die Ausstellung aufzeigt, wie präsent Künstlerinnen ihrerzeit in Düsseldorf waren, stellt sie auch das Missverhältnis der in der Museumssammlung abgebildeten Kunstgeschichte dar. „In der Ausstellung machen wir deutlich, ob, wann und wie Werke Eingang in Museumssammlungen fanden“, ergänzt Kathrin DuBois, Leiterin der Sammlung für Malerei bis 1900, die im Frühjahr den mit 10.000 Euro dotierten Paul-Clemen-Preis des Landschaftsverbandes Rheinland für ihre Dissertation über den Düsseldorfer Akademiedirektor Werner Heuser erhielt. „Viele – möglicherweise auch zentrale – Werke vermuten wir allerdings noch in Privatsammlungen.“

In der Ausstellung soll etwa das Wirken der Malerin Amalie Bensinger rekonstruiert werden, die neben Porträts eine große Bandbreite an Sujets bearbeitete. Sie studierte um 1835/39 in Düsseldorf und wurde von Weggefährten als selbstbewusst, mutig und geistreich beschrieben. Bensinger, die zeitlebens unverheiratet blieb und sich ganz der Kunst widmete, konvertierte 1860 zum Katholizismus und erhielt mehrere Aufträge der Kirche. Auch die Kunst von Elisabeth Baumann, später Elisabeth Jerichau-Baumann, soll Gegenstand der Schau werden. Sie studierte ebenfalls in Düsseldorf und sollte zu einer der bekanntesten europäischen Künstlerinnen des 19. Jahrhunderts werden. 1845 ging sie nach Rom, wo sie den Bildhauer Jens Adolf Jerichau heiratete, mit dem sie später in dessen Heimatland Dänemark übersiedelte. Baumanns Bildnis der Brüder Grimm zierte nach dem Zweiten Weltkrieg den berühmten 1000-Mark-Schein.

Ansprechpartnerin für dieses Ausstellungsprojekt ist Kathrin DuBois. Sie ist erreichbar unter kathrin.dubois@kunstpalast.de.


27.06.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Maximilian Nalbach

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