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Nie wieder Krieg: Barlach und Kollwitz in Osnabrück

Käthe Kollwitz, Nie wieder Krieg, 1924

Das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück präsentiert derzeit die Ausstellung „Barlach | Kollwitz – Nie wieder Krieg“, benannt nach Kollwitz’ ikonischem Plakat aus dem Jahr 1924. Die rund 100 Grafiken und vereinzelten Skulpturen von Ernst Barlach und Käthe Kollwitz zeugen von den Opfer der Kriege und ihrem Leid, aber auch von der Hoffnung auf eine gerechte und friedliche Gestaltung der Welt, was angesichts der Auseinandersetzungen in der Ukraine, in Israel und anderswo wohl immer aktuell bleibt.

Barlach und Kollwitz haben das kulturelle Gedächtnis des 20. Jahrhunderts entscheidend geprägt. Der Erste Weltkrieg war für beide Anlass, ihr Schaffen dem öffentlichen Dialog für Frieden und Gerechtigkeit zu widmen. Ihre Werke stehen für die Überwindung des Leids und die Sehnsucht nach einer besseren Zukunft. Die Ausstellung macht deutlich, wie sich Barlach und Kollwitz gegenseitig inspirierten, aber auch unterschieden. Und sie mahnt, dass Frieden den aktiven Einsatz des Individuums für Gerechtigkeit, Menschenrechte und soziale Verantwortung braucht.

So ist Käthe Kollwitz’ Lithografie „Nachdenkende Frau“ von 1920 zu sehen, in der die Protagonistin in ähnlicher Pose wie Rodins „Denker“ sitzt, aber nicht in vergleichbarer philosophischer Kontemplation versunken ist. Die Frau wirkt erschöpft, verzweifelt und vom Leben niedergeschlagen, denn ihre Hand verdeckt einen Teil ihres Gesichts und lässt tiefe Sorgenfalten und eingefallene Wangen erkennen. Ebenfalls von Kollwitz stammt „Die Witwe I“, ein 1922/23 entstandener Holzschnitt mit einer schwangeren Frau. Die schützende Hand auf dem Bauch und der geneigte Kopf mit den geschlossenen Augen lassen eine Szene von Einsamkeit und tiefer Trauer entstehen, die durch den Hoffnungsschimmer des ungeborenen Kindes durchbrochen wird. Drei Skulpturen von Ernst Barlach sind während der Ausstellung in der St. Katharinenkirche beheimatet, darunter das bekannte „Güstrower Ehrenmal“. Die geradlinige ruhige Bronzeskulptur des schwebenden Engels mit seinen geschlossenen Augen und vor der Brust verschränkten Armen trägt die Züge von Käthe Kollwitz. „In den Engel ist mir das Gesicht von Käthe Kollwitz hineingekommen, ohne dass ich es mir vorgenommen hatte. Hätte ich sowas gewollt, wäre es mir wahrscheinlich missglückt“, deutete Barlach 1928 seine Arbeit.

Die Ausstellung „Barlach | Kollwitz – Nie wieder Krieg“ läuft bis zum 20. Oktober. Das Kulturgeschichtliche Museum Osnabrück hat dienstags bis freitags von 11 bis 18 Uhr, am Wochenende von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei.

Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück
Lotterstraße 2
D-49078 Osnabrück
Telefon: +49 (0)541 – 323 22 07


27.06.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Lisa Steeb

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Veranstaltung vom:


23.06.2024, Barlach | Kollwitz – Nie wieder Krieg

Bei:


Kulturgeschichtliches Museum Osnabrück

Kunstsparte:


Skulptur

Kunstsparte:


Grafik

Stilrichtung:


Expressionismus

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Bericht:


Barlach in neuem Licht

Bericht:


Auch die Liebe zählt

Variabilder:

Käthe Kollwitz, Nie wieder Krieg, 1924
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