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Chemnitz erkundet Portraits der Neuen Sachlichkeit

Grethe Jürgens, Bildnis Karl Eggert, 1927

Mit der Ausstellung „Sieh dir die Menschen an!“ widmet sich das Museum Gunzenhauser in Chemnitz aktuell dem Typenporträt der Neuen Sachlichkeit in Deutschland und erinnert damit an die Ausstellung in der Kunsthalle Mannheim, die 1925 der neuen Stilrichtung ihren Namen gab. Dafür hat Kurator Dierk Höhne vom Kunstmuseum Stuttgart, wo die Ausstellung bis Mitte April zu sehen war, Bildnisse von Otto Dix, George Grosz, Jeanne Mammen, Hanna Nagel, Karl Hubbuch oder Grethe Jürgens ausgewählt, die gesellschaftlichen Typen, etwa der „Neuen Frau“ oder dem „Arbeiter“, Kontur geben. Diese Darstellungen waren von einer allgegenwärtigen Debatte in Kunst, Literatur, Kino, Mode oder Wissenschaft beeinflusst: Der Suche nach dem „Gesicht der Zeit“, nach neuen „Role Models“ für die krisengeschüttelte Bevölkerung infolge des Ersten Weltkriegs. Laut Höhne wird rückblickend deutlich, dass viele Stereotype und Klischees von damals bis heute nachwirken und weiterhin den Blick auf unser Gegenüber beeinflussen.

Der Ausstellungstitel bezieht sich auf den viel rezipierten und reichweitestarken Ratgeber „Sieh dir die Menschen an!“. Das Buch von Gerhard Venzmer erschien erstmals 1930 in der Franckh’sche Verlagsbuchhandlung Stuttgart und soll, so die Verlagsbeschreibung, „anschaulich die inneren Beziehungen zwischen Körperform und Wesensart des Menschen“ erklären. Damit griff der Mediziner und Schriftsteller ein Thema auf, das in der Weimarer Republik virulent war: Überlegungen zu Physiognomie, Typenlehre und Charakterologie waren sowohl in wissenschaftlichen Veröffentlichungen als auch in den prosperierenden Zeitungen, Filmen und in der Literatur damals allgegenwärtig. Heute gelten Venzmers Thesen nicht mehr als pseudowissenschaftliches Fabulieren. Doch hatten sie schwerwiegende Folgen; schließlich diente dieser Denkansatz den Nationalsozialisten als Vorlage für ihre Rassenideologie und als zentrales Argument für ihre Vernichtungsmaschinerie.

Dierk Höhne greift in der Ausstellung diesen Kerngedanken des gesamtgesellschaftlichen Diskurses zur Zeit der Weimarer Republik auf und betrachtet ihn kritisch. Dafür präsentiert er auch Portraits von konkreten Menschen, die über ihre individuelle Gestalt eine allgemeingültige Aussage vermitteln, etwa Hans Grundigs „Bildnis Gerda Laube“ von 1925, die mit ihrem Pagenkopf einerseits für einen neuen Frauentyp in der Zwischenkriegszeit steht, andererseits von den schweren Lebensbedingungen einer sozial benachteiligten Bevölkerung gekennzeichnet ist. Großstädtisches Flair, Liebeswerben, aber auch Unnahbarkeit spricht dagegen aus Dörte Clara Wolffs, alias Dodos, Coverentwurf „Der erledigte Romeo“ für die Zeitschrift „Ulk“ von 1928, während Conrad Felixmüller sich in seinem „Selbstbildnis mit Sportmütze“ von 1920 eher als Arbeiter, denn als Künstler inszeniert hat. Den Bogen zu Gegenwart schlägt Cemile Sahin mit ihrer Installation „Alpha Dog“, nimmt darin historische Methoden der Typisierung in den Blick, die durch moderne Technologien für militärische Zwecke und zur Überwachung weiterentwickelt wurden, und setzt sogenannte „Roboterhunde“ ein: vierbeinige Laufroboter, die in ihrer hochpreisigen Version mit einer KI-basierten Gesichtserkennung ausgestattet sind.

Die Ausstellung „Sieh Dir die Menschen an! Das neusachliche Typenportrait in der Weimarer Zeit“ läuft bis zum 1. September. Das Museum Gunzenhauser hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie mittwochs von 14 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Für Kinder und Jugendliche bis 19 Jahre ist er frei.

Kunstsammlungen Chemnitz – Museum Gunzenhauser
Falkeplatz
D-09119 Chemnitz
Telefon: +49 (0)371 – 488 70 24


13.05.2024

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


12.05.2024, Sieh Dir die Menschen an! - Das neusachliche Typenporträt in der Weimarer Zeit

Bei:


Kunstsammlungen Chemnitz

Kunstsparte:


Malerei

Kunstsparte:


Arbeiten auf Papier

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Stilrichtung:


Neue Sachlichkeit

Bericht:


Von der Melancholie sachlicher Bilder

Variabilder:

Nini Hess, Ohne Titel, 1920/30
Nini Hess, Ohne Titel, 1920/30

Variabilder:

Hans Grundig, Bildnis Gerda Laube, 1925
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