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Mit der Albertina Klosterneuburg steht das ehemalige Essl Museum jetzt wieder für Besucher*innen offen und präsentiert bis in den Herbst ausladende Schätze aus dem eigenen Bestand an Kunst seit 1945

Kunstsatellit in den Donau-Auen



Das von Heinz Tesar geplante Essl Museum ist als Albertina Klosterneuburg wieder geöffnet

Das von Heinz Tesar geplante Essl Museum ist als Albertina Klosterneuburg wieder geöffnet

In der vergangenen Woche wurde das einstige Essl Museum unter dem neuen Namen „Albertina Klosterneuburg“ wiedereröffnet, und es ist eine Freude, dass das Haus, das vor acht Jahren seine Pforten schließen musste, nun wieder besucht werden kann. Errichten ließ den lichten Museumsbau vor den Toren Wiens, der in den vergangenen Jahren als Depot der Albertina ein Schattendasein fristete, Ende der 1990er Jahre Karlheinz Essl, der mit seiner Frau Agnes eine der ganz großen europäischen Sammlungen von Kunst nach 1945 mit Fokus auf Österreich aufgebaut hatte. 2014 waren die finanziell angeschlagenen Besitzer der Baumarktkette „Baumax“ gezwungen, das Museum sowie einen großen Teil der Sammlung als Kreditsicherheit an den Baumagnaten Hans Peter Haselsteiner abzugeben. Der finanzierte den Deal, in dem er Filetstücke der Sammlung versteigern ließ. Der noch vorhandene Teil der ursprünglichen Essl-Sammlung – immerhin noch 1300 Werke – wanderte als Schenkung an die Albertina, Haselsteiner gab seinen Teil bis 2044 als Dauerleihgabe dazu.


Knapp neun Monate vor seinem Abgang als Direktor nach einem Vierteljahrhundert an der Spitze seines Hauses setzt Albertina-Chef Klaus Albrecht Schröder mit der Neueröffnung der zweiten Dependance – die erste, die „Albertina Modern“ im Wiener Künstlerhaus, existiert bereits seit vier Jahren – einen Paukenschlag, mit dem er einmal mehr auf die von ihm konsequent und systematisch betriebene Erweiterung verweist, mit der er die einst als Grafikmuseum definierte Sammlung betrieben hat. Auf rund 3.000 Quadratmetern sollen nun wechselnde Teile der Gegenwartskunst-Kollektion, die sich in den Depots der Albertina befindet und rund 65.000 Werke aller Genres und Formate umfasst, in der „Albertina Klosterneuburg“ präsentiert werden. Ohne Leihgaben will man arbeiten, das bereits Vorhandene in wechselnden Zusammenstellungen neu und kostengünstig arrangieren. Dafür dient nun das vom Architekten Heinz Tesar entworfene Gebäude, das zwischen Gewerbegebiet und Auwald wie eine Lagerhalle in die Höhe ragt. Innen jedoch punktet das Haus mit lichtdurchfluteten Sälen, die sich um einen zentralen begrünten Innenhof gruppieren – ein offenes, freundliches Ambiente, klimafit und energieeffizient adaptiert, mit viel Platz für die während Schröders Amtsperiode stark angewachsene Sammlung zeitgenössischer Kunst.

Eröffnet wird die „Albertina Klosterburg“ gleich mit drei Ausstellungen: eine der Pop Art gewidmete Schau mit dem von Monty Python adaptierten Titel „The Bright Side of Life“ zeigt eingangs Arbeiten amerikanischer Pop-Heroen wie Roy Lichtenstein und Andy Warhol, dessen „Daimler Motorkutsche“ ein kleines „Fat Car“ von Erwin Wurm gegenübersteht, ein Entrée, das nicht wirklich einen Aha-Effekt beschert. Das Feuer springt aber buchstäblich über, wenn Schröder im nächsten Raum das großformatige Gemälde eines riesigen Streichholzes von Harold Ancart mit Werken von Tom Wesselmann, Jim Dine und Robert Rauschenberg konfrontiert. Beiträge österreichischer Künstler wie von Christian Ludwig Attersee, zwei Rückenansichten des Autodidakten Robert Klemmer oder das 1971 entstandene Gemälde „Schutzengel“ von Peter Pongratz demonstrieren weitere Ausprägungen der Popkunst und sind Werke, die die Alltagsrealität affirmieren, kritisch überzeichnen oder sich mit der Mediatisierung der Wirklichkeit beschäftigen. In diesem von männlichen Positionen dominierten Bereich sind die Arbeiten von Kiki Kogelnik eine Bereicherung. In Gemälden wie „Cooking lesson“ von 1980 scheint die österreichische Künstlerin sowohl die Formenwelt der Wiener Werkstätte als auch die High Fashion-Trends ihrer Entstehungszeit zu reflektieren und weibliche Klischees in ironisierender Weise vorzuführen.

Ein zweites und mit „Von Hundertwasser zu Kiefer – Vom Symbol der Freiheit zu den Schatten der Vergangenheit“ überschriebenes Kapitel konzentriert sich auf die abstrakte Malerei, laut Schröder „Endpunkt und Höhepunkt der Kunstgeschichte… Inbegriff der Freiheit, den man gegen den Realismus des Nationalsozialismus oder des Stalinismus setzt“. Eingeläutet wird dieser Ausstellungsbereich im Flügel der „Kunstherberge“, in der Tesar eine Galerie mit sieben Sälen und schönen Lichtverhältnissen untergebracht hat, mit Werken von Friedensreich Hundertwasser. Ihm folgen Malerstars der amerikanischen Moderne wie Morris Louis und Sam Francis. Dazwischen behaupten sich selbstbewusst Arbeiten österreichischer Künstler, wie die von Wolfgang Hollegha. Ein bemerkenswerter Raum ist der aktionistischen Malerei mit den allerersten Action Paintings von Günter Brus, Alfons Schilling, Arnulf Rainer und einem riesigen 1962 entstandenen Kreuz von Otto Muehl vorbehalten. Fortgeschrieben wird das Kapitel durch geschichtsschwere deutsche und österreichische Kunst zu den Schatten einer zerstörerischen Vergangenheit. Eigene Räume gehören am Ende Anselm Kiefer und Maria Lassnig, die bereits Ende der 1940er Jahre mit ihrem Fokus auf die „Body Awareness“ und dem nach innen gerichteten Blick auf die eigene Körperwahrnehmung als Ausgangspunkt ihres Schaffens eine neue Tür für die internationale Kunst nach 1945 öffnete. Die hier gezeigte Auswahl beweist einmal mehr, dass Maria Lassnig zum Kreis der Großen gehört, in dem es bekanntlich nicht viele Frauen gibt.

Im dritten Komplex werden im hellen Obergeschoß des Hauses unter dem Titel „Die lädierte Welt“ Themen von Künstler*innen abgehandelt, die sich mit dem Mensch in seiner endlichen, von Krieg, Zerstörung, Flucht, Krankheit und Tod bedrohten Existenz beschäftigen und die die sozialen, kulturellen und politischen Komplexitäten ihrer Zeit in oftmals bildgewaltige Werke überführen. Dass gleich zwei monumentale Arbeiten des Londoner Künstlerduos Gilbert & George den größten und prominentesten Platz beanspruchen, lässt sich nicht ganz nachvollziehen. Dann aber folgt mit drei Skulpturen von Marc Quinn, der strafenden „Hand Gottes“ von Virgilius Moldovan, der jüngst erworbenen, sockellosen Skulptur „Polera“ der US-Amerikanerin Lynda Benglis und der dreiteilige Wandinstallation „Wading the Storm“ der erst 1988 geborenen Amerikanerin Kennedy Yanko ein sehenswerter Skulpturenschwerpunkt. Den dreidimensionalen Objekten hängen Florentina Pakostas „Große Hand mit gespreiztem Finger“ von 1981, Arbeiten von Fritz Martinz, Sonja Gangl, Radenko Milak und mit „Der Blick“ von 2017 und „Panoptikum V- Zaatari“ von 2020 zwei mehrteilige, gerasterte Kohlezeichnungen von Rainer Wölzl zur Seite.

Grundsätzlich lässt sich resümieren: Wer einen Überblick über österreichische Kunst seit 1945 im Kontext mit internationalen Bestrebungen bekommen möchte, ist in der „Albertina Klosterneuburg“ am richtigen Ort. Mit vielen großformatigen Hauptwerken heimischer Künstler*innen, denen viele nicht zugetraut hatten, sich in der unmittelbaren Nachbarschaft prominenter Namen derart behaupten zu können, ist das Haus viel mehr als eine offene Schausammlung. Über 150 Werke, die nicht für Präsentationen an einem der beiden anderen Standorte vorgesehen oder verliehen sind, können der Öffentlichkeit am neuen zusätzlichen Standort, im Grünen und an der Donau gelegen, niederschwellig und spannend zugänglich gemacht werden. Fehlt nur noch der Skulpturengarten, den Schröder für das Areal rund um das Museum geplant hat. Der opulente Katalog „Kunst der Gegenwart“, der zeitgleich mit der Eröffnung des Hauses erscheint, demonstriert zudem, welche verborgenen Schätze noch in den Depots lagern.

Die Albertina Klosterneuburg und die drei Sammlungsausstellungen sind bis zum 2. November donnerstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro. Der Katalog „Kunst der Gegenwart“ kostet 29,90 Euro.

Kontakt:

Albertina Klosterneuburg

An der Donau - Au 1

AT-3400 Klosterneuburg

Telefon:+43 (01) 53 48 30



16.04.2024

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Jacqueline Rugo

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