Spark Art Fair wieder da  |  | Auf der Spark Art Fair Vienna 2022 | |
Nachdem die Spark Art Fair Vienna aufgrund von Interessenskonflikten innerhalb der Wiener Kunstszene und eines mangelnden Zuspruchs seitens der Aussteller im letzten Jahr abgesagt werden musste, geht die Kunstmesse unter der neuen künstlerischen Leitung von Walter Seidl und Jan Gustav Fiedler jetzt wieder an den Start. Von heute an präsentiert sie in der Marx Halle über 80 Galerien aus rund 20 Ländern und hält an ihrem Konzept der Soloschauen fest. Mit dem Rückenwind von 34 österreichischen Teilnehmern, darunter namhaften Galerien wie Krinzinger, nächst St. Stephan Rosemarie Schwarzwälder, Krobat, Christine König, Konzett oder Georg Kargl, haben sich auch internationale Schwergewichte nach Wien aufgemacht, etwa Walter Storms aus München, Kamel Mennour aus Paris, Konrad Fischer aus Düsseldorf oder Raquel Arnaud aus São Paulo. „Wir freuen uns sehr, dass wir den Anteil internationaler Galerien und Künstler*innen heuer noch einmal ausbauen konnten. Diesen Trend wollen wir auch bei den kommenden Ausgaben der Messe weiter verstärken“, so Seidl und Fiedler.
Neben den jungen Positionen laden in den beiden Messehallen auch übersehene Künstler*innen seit 1950 zu Wiederentdeckungen ein. So verweist die Wiener Galerie Panarte auf Kunst von Marianne Aue, die als Entwerferin für die Textilindustrie am Niederrhein gearbeitet, aber auch freischaffend ab 1960 ein künstlerisches Werk hervorgebracht hat, das neben Monotypien aus charakteristischen Reliefs besteht. Aue hat sie meist aus Rundstäben konstruktiv oder seriell montiert, monochrom eingefärbt und dabei mit Licht- und Schattenwirkungen gespielt, was ihr Schaffen ins ZERO-Umfeld rückt. Bereits Ende der 1960er Jahre hörte Marianne Aue mit ihrem aktiven Kunstschaffen auf und geriet somit aus dem Blickfeld der Kunstwelt. Nicht ganz so unbekannt ist Max Weiler, der mit seinen Naturabstraktionen zu den Größen der österreichischen Nachkriegsepoche zählt. Wienerroither & Kohlbacher setzen dabei auf Arbeiten aus den späten 1950er Jahren, die unter anderem bei Weilers Biennale-Beitrag 1960 in Venedig zu sehen waren, und auf Werke aus den späten 1970er und frühen 1980er Jahren, die von einer besonderen Souveränität und Leichtigkeit geprägt sind, unter anderem das „Himmelsschauspiel“ von 1981.
Mit Anna Jermolaewa ist auch der diesjährige Beitrag Österreichs für die Kunstbiennale in Venedig auf der Spark Art Fair vertreten. Die Galerie Johann Widauer aus Innsbruck präsentiert das vorwiegend fotografische Schaffen der 1970 in Russland geborenen Konzeptkünstlerin, die seit 1989 in Österreich lebt. Auf malerische Überwältigung baut dagegen die Salzburger Galerie Elektrohalle Rhomberg und zeigt die Großformate der 1992 in Seoul geborenen und an den Akademien in Wien und Düsseldorf ausgebildeten Künstlerin Arang Choi. Durch ihre bunten surrealen Bildwelten streift ein anthropomorphes Fantasiewesen, das sich verformt und verändert und bei aller Irritation Gefühle von Vertrautheit und Nähe hervorruft. Die Galerie Judith Andreae aus Bonn konzentriert sich auf die Schwedin Pia Ferm, die 2020 ihr Studium an der Frankfurter Städelschule als Meisterschülerin bei Tobias Rehberger abschloss. Ferms handgetuftete oder gewebte Wandteppiche offenbaren oft mit einer Prise Humor symbolhafte Motive und abstrakte Formen.
Die Spark Art Fair Vienna startet heute um 17 Uhr mit der Vernissage und hat am 15. und 16. März von 11 bis 19 Uhr, am 17. März von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 18 Euro, ermäßigt 14 Euro, das 3-Tages-Ticket 39 Euro, ermäßigt 29 Euro; für Kinder und Jugendliche bis 14 Jahre ist er frei.
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