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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Kunst des 19. Jahrhunderts hat bei Grisebach in Berlin ihren festen Kundenstamm gefunden und bringt sogar schon Millionenwerte hervor

Nicht nur Menzel



Adolph von Menzel,  Stehende Rüstungen (aus der Folge der Rüstkammer-Phantasien), 1866

Adolph von Menzel, Stehende Rüstungen (aus der Folge der Rüstkammer-Phantasien), 1866

Auf dem Gebiet von moderner und zeitgenössischer Kunst hat sich das verhältnismäßig junge Berliner Auktionshaus Villa Grisebach schon seit längerem als einer der wichtigsten Anbieter im deutschsprachigen Raum etabliert. Inzwischen läuft das Unternehmen auch im 19. Jahrhundert so manchem alteingesessenen Platzhirschen den Rang ab. Den vorläufigen Höhepunkt dieser Entwicklung markierte die letzte Versteigerung am 26. November. Dass Adolph von Menzels 1866 in Gouache und Bleistift gezeichnetes Studienblatt mehrerer fast gespenstischer Ritterrüstungen von 100.000 bis 150.000 Euro dank einer ganzen Reihe von Interessenten auf sage und schreibe 2,8 Millionen Euro kletterte, erregte ja nicht nur unter Menzel-Freunden Aufmerksamkeit; schließlich bedeutete das einen Menzel-Auktionsrekord und zugleich einen der höchsten Zuschläge auf dem deutschen Auktionsmarkt überhaupt in diesem Jahr.


Das Begehren der Versteigerungsbesucher beschränkte sich jedoch nicht auf die Spitzenwerke, sondern umfasste das gesamte Angebot: fast 85 Prozent der gut 150 Offerten konnte Grisebach an jenem Mittwochnachmittag weitervermitteln und dabei noch manchen Wert zum Steigen bringen. So verbesserte sich Carl Maria Nicolaus Hummels unvollendete, in den ausgeführten Partien aber ungemein tiefenräumlich geschichtete Baumstudie aus dem Park der Villa Carlotta aus dem Jahr 1855 von 18.000 bis 24.000 Euro auf 29.000 Euro. Dann kletterte eine abendliche Venedig-Impression Friedrich Nerlys von circa 1860 mit Blick vom Dogenpalast auf die Salute-Kirche trotz kleinen Formats von 20.000 bis 30.000 Euro auf 48.000 Euro, und ein „Sitzender Bauernjunge nach links“, rasch und sicher in schwarzer Kreide skizziert von dem Franzosen Jean-François Millet, ließ sich erst bei 50.000 Euro bitten (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Noch dem ausgehenden 18. Jahrhundert gehörten zwei bislang unbekannte Werke bekannter klassizistischer Maler an: eine italienische Küstenlandschaft Jakob Philipp Hackerts aus der Zeit nach 1782 für 88.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und Johann Christian Reinharts „Der sächsische Prinzenraub“ von 1785, der ein bizarres historisches Ereignis des 15. Jahrhunderts auf anschauliche Weise zu Gesicht bringt, für 30.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Richtig teuer wurde es noch einmal mit einem Hauptvertreter der deutschen Frühromantik: Caspar David Friedrichs ausgesprochen seltener Holzschnitt „Die Frau mit dem Spinnennetz zwischen kahlen Bäumen (Melancholie)“, von dem mit dem vorliegenden, einzigen in Privatbesitz befindlichen nur 13 Exemplare nachgewiesen sind, wurde von zwei hartnäckigen Bietern auf 730.000 Euro gesteigert. Vorsichtige 10.000 bis 15.000 Euro hatte Grisebach hier aufs Etikett geschrieben. Ein Blatt desselben Künstlers mit Federskizzen verschiedener Segelboote aus der Zeit um 1798/1800 gelangte dagegen über die untere Grenze von 40.000 bis 60.000 Euro nicht hinaus.

Der 1798 in Berlin geborene Bonaventura Genelli, der als später Vertreter des Klassizismus in Malerei und Zeichnung gelten kann, reüssierte mit einem nach oben blickenden, fast gemeißelten Frauenakt aus dem Jahr 1833 bei 21.000 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Kurz darauf ging es heiß her im Gefecht um das kleine Ölbild eines unbekannten Dänen, der irgendwann um 1820/30 einen Blick über die Dächer einer italienischen Stadt mit einem Arkadenhof im Vordergrund festhielt. Statt 3.000 bis 4.000 Euro wurden hier 32.000 Euro bewilligt. Carl Rottmanns Studie zum heute verschollenen Gemälde „Ägina – Apollotempel“ aus der Zeit um 1840 war mit 25.000 bis 35.000 Euro zwar von vornherein höher bewertet, schaffte aber doch erst bei 52.000 Euro den Absprung.

Adolph von Menzel war nicht nur mit seinen blinkenden Ritterrüstungen angetreten. Zur Disposition stand noch ein stattlicher Stapel weiterer Papierarbeiten, die sämtlich unter die Leute gebracht werden konnten. Ein unter anderem mit Bismarcks Kopf und einer fächerhaltenden Hand gefülltes Studienblatt verzehnfachte seinen Wert auf 20.000 Euro, 30.000 Euro und 36.000 Euro erzielten ein „Gehöft“ von 1847 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und ein junger Mann mit Hut aus der Zeit nach 1875 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), und Menzels Gruß an die Dichtergattin Emilie Fontane von etwa 1870/72 mit einer äußerst lebendigen Darstellung der unterm Sonnenschirm lesenden Adressatin fand erst bei 80.000 Euro sein Ziel (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Bis zum Schluss der Auktion hielt die Spannung an, als es um die Symbolisten Franz von Stuck und Oskar Zwintscher ging. Mit dem Münchner Malerstar gibt es ja selten Probleme, und so konnte sich der Einlieferer seiner hochformatigen Studie „Judith und Holofernes“ aus der Zeit um 1926 über stolze 62.000 Euro freuen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Der 1870 geborene Sachse Zwitscher aber ist eher unbekannt, 30.000 bis 40.000 Euro für sein Bildnis einer sitzenden Dame mit Narzissen von 1907 hätten ein Wagnis sein können – aber mit 52.000 Euro wurden alle Bedenken souverän zerstreut.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com

Startseite: www.grisebach.com



09.12.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Carl Rottmann,  Ägina – Apollotempel, um 1840

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Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 52.000,- EURO

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Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 52.000,- EURO

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Carl Maria Nicolaus Hummel,  Baumstudie aus dem Park der Villa Carlotta, 1855

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Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 29.000,- EURO

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Johann Christian Reinhart,  Der sächsische Prinzenraub (Altenburger Prinzenraub), 1785

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Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 117

Adolph von Menzel,  Lesende Dame (Emilie Fontane), um 1870/72

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Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 202

Jakob Philipp Hackert,  Italienische Landschaft, nach 1782

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 88.000,- EURO

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Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

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Jean-François Millet,  Sitzender Bauernjunge nach links

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Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 227

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