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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Auch Sotheby’s kann bei der Kunst des Impressionismus und der klassischen Moderne mit einigen prominenten Sammlungen in New York aufwarten

Picassos Frauen



Bedeutende Sammlungen zeichnen als Einlieferer der Abendversteigerung von Impressionisten und figuraler Kunst des 20. Jahrhunderts bei Sotheby’s in New York. Den Beginn macht einmal mehr der private Nachlass des polnisch-schweizerischen Kunsthändlers Jan Krugier mit überwiegend kleineren, der klassischen Moderne angehörigen Arbeiten wie Fernand Légers technoid anmutender Stadtansicht „Les Maisons“ von 1922 für 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar oder Max Beckmanns breitformatigem Stillleben „Frühstückstisch (blau)“ von 1934 für 350.000 bis 450.000 Dollar. Alfred Sisleys duftig blaue Flusslandschaft „Les Carrières à Veneux au soleil – le matin“ von 1880 wurde für 2 bis 3 Millionen Dollar aus dem Nachlass des Politikerehepaares Robert und Elizabeth Haskell eingereicht, während sich das Metropolitan Museum of Art in New York zugunsten seines Ankaufsetats von Claude Monets diesiger Küste „Sur la falaise à Pourville“ von 1882 für 5 bis 7 Millionen Dollar trennt. Ungenannt ist der bisherige europäische Sammler von Monets spätem, fast abstraktem „Pont japonais“ in Grünblau mit roten Blütentupfen aus den Jahren 1918/24. Hier werden 12 bis 18 Millionen Dollar angepeilt.


Auch Jan Krugier kann mit einem Gemälde Claude Monets aufwarten, doch gehört seine studienartige Fassade der „Cathédrale de Rouen“ nicht zu ausgefeiltsten Bildern der Serie über das gotische Gotteshaus in der nordfranzösischen Stadt. So stehen hier auch nur 2 bis 3 Millionen Dollar auf dem Preisschild. Aus Japan stammen am 7. Mai einige weitere hervorragende Franzosen, darunter die beiden jungen trainierenden Balletteusen in „Deux danseuses assises“ von Edgar Degas aus dem Jahr 1896 für 3 bis 5 Millionen Dollar, Pierre-Auguste Renoirs Mädchen bei der „Toilette“ am bunt schillernden Ufer eines Gewässers von 1885 für 4 bis 6 Millionen Dollar und Pierre Bonnards 1909 datierter Akt „Femme à la commode“ wiederum für 3 bis 5 Millionen Dollar. Alle Werke erwarb ein japanischer Sammler in den 1970er und frühen 1980er Jahren; seither waren sie nicht mehr auf dem Kunstmarkt zugegen.

Aus anderer Provenienz kommt Edgar Degas noch einmal mit dem Pastell zweier elegant gekleideter Frauen bei der „Conversation“ von 1895 (Taxe 3,5 bis 5 Millionen USD) oder mit der Skulptur „Danseuse regardant la plante de son pied droit“ zum Zug. Der ungewöhnliche bewegte Frauenakt um 1900/03 gehört zu den lediglich drei Gipsfiguren, die Degas während seiner Lebenszeit nach dem originalen Wachsmodell gießen ließ (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD). Impressionistisch bleibt es mit Gustave Caillebottes wohl komponiertem Blumenstillleben „Lilas et pivoines dans deux vases“ von 1883 (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD) oder der knapp 20 Jahre älteren „Scène de plage à Trouville“ bei heftigem Wind von Eugène Boudin (Taxe 700.000 bis 1.000.000 USD).

Besonders hohe Erwartungen hegt man bei Henri Matisses „Femme en jaune“ aus dem Jahr 1923, wiederum aus der japanischen Sammlung. Das Interieurbild mit einer lesenden Frau vor bunter blumengeschmückter Tapete befindet sich schon seit mindestens 1933 im fernen Osten, wechselte 1974 über Sotheby’s in London den Besitzer und wird jetzt bei 9 bis 15 Millionen Dollar offeriert. Der Wegbereiter der klassischen Moderne in Frankreich ist ferner mit einem Interieur vertreten, das 1924 des Meisters Assistentin Henriette Darricarrère beim Malen im Atelier in Südfrankreich zeigt. Über die wiederum in Gelb gekleidete junge Frau hinweg geht der Blick durchs Fenster aufs Meer, ein weiteres Hauptmotiv im Œuvre von Matisse. 20 bis 30 Millionen Dollar soll das in seiner Spontaneität ebenso frische wie in seiner Farbigkeit prachtvolle Ölgemälde aus einer amerikanischen Privatsammlung kosten. Es liegt bereits ein unwiderrufliches Gebot vor, was das Auktionshaus auch vor dem Hintergrund freuen dürfte, dass es für das Gemälde im Vorfeld eine Gewinngarantie abgegeben hat.

Mit über einem Dutzend Arbeiten ist Pablo Picasso wieder der am häufigsten aufgerufene Künstler. Dabei lässt sich mit dem Einsatz des nötigen Kleingelds eine regelrechte Bildergalerie seiner verschiedenen Frauen und Geliebten zusammenstellen. Als erstes ist Marie-Thérèse Walter dran mit ihrem knolligen Gesicht auf einem Gemälde von 1932/34, dessen malerischen Mittel die erst knapp zwanzig Jahre später ins Leben gerufene Künstlergruppe CoBrA vorwegzunehmen scheinen. Es gehörte nach dem Tod des Meisters 1973 Jacqueline Picasso, der letzten in der Reihe von Picassos Frauen, später dann William Rubin, Abteilungsleiter des Museum of Modern Art in New York (Taxe 15 bis 20 Millionen USD). Auf einer kaum DIN A4-großen Leinwand ist Marie-Thérèse 1932 in zarte Pastellfarben gehüllt. Dieses Bildnis wird aus der Schweiz eingeliefert, der Erlös von 3 bis 4 Millionen Dollar soll wohltätigen Zwecken zugutekommen.

Dann war da die heute weit über neunzigjährige Françoise Gilot, die sich 1943 bis 1953 an der Seite des Meisters fand. Auf seinem Bildnis vom 5. März 1953, also kurz vor der Trennung, wirkt sie etwas pummelig, und Zopf und Korbsessel tragen ebenfalls zu einer leicht großmütterlichen Erscheinung bei, die nicht ganz der Realität entsprach (Taxe 8 bis 12 Millionen USD). Schließlich fand Picasso in der schon erwähnten Jacqueline Roque seine letzte Muse und Geliebte. Unzählige Male hat er sie mit dem Pinsel festgehalten, so Ende Mai 1963 im Dreiviertelprofil vor bläulichem Hintergrund (Taxe 7 bis 9 Millionen USD). Daneben gibt es von Pablo Picasso Bilder mit anderen Themen wie das helle frühe kubistische Stillleben „Guitare, verre, bouteille de Vieux Marc“ von 1912 für 5 bis 7 Millionen Dollar oder der etwas düstere Nachfolger „Vase de fleurs et compotier“ von 1943 für 4 bis 6 Millionen Dollar. Dramatisch geht es in dem Siebenpersonenstück „Le Sauvetage“ von 1932 zu: Während einige Leute das Strandleben mit Ballspielen und Schwimmen genießen, ist eine andere Person soeben kurz vor dem Ertrinken gerettet worden. Hier führt der Katalog wiederum Marie-Thérèse Walter als Referenzperson an. Es liegt ein unwiderrufliches Gebot vor, das im Bereich von 14 bis 18 Millionen Dollar rangieren dürfte.

Picassos fast gleichaltriger Landsmann, Freund und Kollege Joan Miró ist mit einigen seiner unverwechselbaren, halb surrealen und halb kindlichen Figurenkompositionen präsent, die aus verschiedenen Sammlungen wie dem Nachlass der 2012 verstorbenen Diane Bouchard für Preise zwischen 600.000 und 7 Millionen Dollar offeriert werden. Von Beckmanns Stillleben abgesehen finden sich aus der Reihe deutscher Expressionisten noch Lyonel Feiningers „Karneval in Gelmeroda II“ mit karikaturhaft überzeichneten Personen von 1908 (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), ein fauvistisch angehauchtes Frauenbildnis mit innig geneigtem Kopf Alexej von Jawlenskys von circa 1912/13 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und Ernst Ludwig Kirchners für die Davoser Zeit charakteristische Landschaft „Im Sertigtal“ in grün-violetter Farbigkeit von etwa 1925 für 800.000 bis 1,2 Millionen Dollar.

Ein ganz ungewöhnlicher Gast auf Abendauktionen ist der 1841 in Venedig geborene Federico Zandomeneghi, der seit 1874 in Paris lebte, sich dort den Impressionisten anschloss und das Glück hatte, durch den Galeristen Durand-Ruel gefördert zu werden. Vor späterer Vergessenheit bewahrte ihn das allerdings nicht. Erst im vergangenen Herbst überschritt er auf einer Auktion die Millionengrenze, seine im Gras hingestreckte „Femme allongée“ in raffiniertem Kolorit wird jetzt bei 700.000 bis 1 Million Dollar gehandelt. Italienisch, wenn auch mit französischem Einschlag, bleibt es bei Gino Severini, der 1913 „La Terrasse d’un café de Montmartre“ dem aktuellen Zeitstil entsprechend federnd kubistisch zergliederte (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Für die unterkühlte Kunst des Art Déco steht Tamara de Lempickas monumental ins Bild gerückte „La Dormeuse (Kizette) I“ von 1933 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Bei den Skulpturen hat Alberto Giacometti die Nase vorn. Gleich fünfmal gelangt er zum Aufruf, an der Spitze mit der Bronze „La Place“ von 1948, auf der sich fünf kleine schlanke Figuren über eine leere Fläche bewegen (Taxe 12 bis 18 Millionen USD). Die einzeln stehende, mit 110 Zentimetern deutlich größere „Femme de Venise V“ von 1956/58 aus der Sammlung Krugier (Taxe 6 bis 8 Millionen USD) und zwei weitere Bronzen aus der Pierre and Tana Matisse Foundation in New York für jeweils um die 3 bis 5 Millionen Dollar ergänzen dieses Programm. In diesem Preisbereich ist zudem Giacomettis Gemälde „Atelier I“ von 1950 wohl mit der Büste seines etwas grimmig blickenden Bruders Diego als zentralem Blickpunkt angesiedelt. Bei der Bildhauerei meldet sich Pablo Picasso noch einmal zu Wort, hat sich mit Henri Laurens aber einen Künstlerkollegen geholt, um die von jenem 1921 kubistisch entwickelte Terrakottafigur „Femme debout“ 30 Jahre später mit schwarzer Farbe zu bemalen (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD).

Einen noch längeren Entstehungszeitraum kennzeichnet Jacques Lipchitz’ „Femme Assise“: die kubistisch abstrahierte Frauenfigur erdachte er sich 1916, aber erst 1971 – an seinem Lebensende – ließ er die vorliegende Version in Marmor hauen (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Einige Bekanntheit in der Forschung erlangte Auguste Rodins Standbild der nackten, schamhaft in sich verschränkten „Eva“ aus den Jahren 1900/01 nach einem Entwurf von 1881. Einstiger Besitzer war der Lübecker Augenarzt Max Linde, der den unterlebensgroßen Marmor kurz nach seiner Vollendung direkt beim Künstler erwarb und 1922 an die Vorfahren des jetzigen Besitzers verkaufte (Taxe 4 bis 8 Millionen USD). Aus einer europäischen Privatsammlung stammen drei Bronzen von Rodins langjähriger Schülerin und Geliebten Camille Claudel, „L’Implorante“ von 1894, „La Valse“ von 1895 und „L’Abandon“ von circa 1898. Alle drei Güsse entstanden wenige Jahre nach ihrem Entwurf und sind zu Schätzungen zwischen 400.000 und 1,5 Millionen Dollar zu haben.

Kontakt:

Sotheby’s New York

945 Madison Avenue

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07

Startseite: www.sothebys.com



03.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Camille Claudel,  L’Implorante, 1894

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Claude Monet,  Le Pont japonais, 1918/24

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Taxe: 12.000.000 - 18.000.000 USD

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