Dix’ Sonnenaufgang wieder in Dresden Eigentlich sollte das Gemälde „Sonnenaufgang“ von Otto Dix morgen in Berlin versteigert werden. Wie die Villa Grisebach heute mitteilte, konnte die Städtische Galerie Dresden das einst in ihrem Besitz befindliche Bild zurückerwerben; daher wird es aus der Versteigerung genommen. Darauf haben sich das Auktionshaus, das Dresdner Museum, die Kulturstiftung der Länder und der heutige Eigentümer des Kunstwerks geeinigt. Beim Ankauf des Frühwerkes von Dix wurde die Städtische Galerie von der Ernst von Siemens Kunststiftung, der Kulturstiftung der Länder, der Hermann Reemtsma Stiftung und der Rudolf-August Oetker-Stiftung unterstützt. „Dies ist eine Sternstunde für mich als Museumsdirektor. Dass sich innerhalb so kurzer Zeit vier engagierte Stiftungen zusammenschlossen, um den Erwerb dieser für Dresden historisch einmaligen Arbeit von Dix zu ermöglichen, ist ein großes Glück“, so Gisbert Porstmann, Direktor der Museen der Stadt Dresden.
Otto Dix selbst schenkte 1920 seinen „Sonnenaufgang“ aus dem Jahr 1913, der als eine Vorahnung der apokalyptischen Ereignisse des Ersten Weltkrieges gelesen werden kann, dem engagierten Museumsdirektor Paul Ferdinand Schmidt. Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten war auch das Schicksal der städtischen Sammlungen Dresden mit ihren herausragenden Werken der Klassischen Moderne besiegelt und eine große Anzahl von ihnen beschlagnahmt. So stammten 48 Gemälde, 40 Grafiken und 6 Skulpturen der Münchner Femeschau „Entartete Kunst“ von 1937 aus dem Stadtmuseum Dresden, darunter auch Dix’ „Sonnenaufgang“. Danach lagerte das Gemälde im Depot Schloss Schönhausen des Berliner Reichspropagandaministeriums und gelangte kurz nach 1943 zu dem Kunsthändler Bernhard A. Böhmer nach Güstrow. Nach dessen Tod wurde es zwischen 1945 und 1947 nach Westdeutschland überführt und ist von da an in verschiedenen privaten Sammlungen nachweisbar. Nach über 75 Jahren ist das Kunstwerk nun an den Platz zurückgekehrt, den der Künstler dafür vorgesehen hat, und wird ab Januar 2013 in der Städtischen Galerie Dresden zu sehen sein. |