Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Anzeige

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Auteno.com macht den Design-Anbietern harte Konkurrenz

Großer Start



Ein neuer Aufsteiger auf dem internationalen Kunstmarkt will von einer breiten Öffentlichkeit entdeckt werden. Das im Frühjahr 2007 eröffnete Wiener Internetauktionshaus Auteno.com mit Hauptsitz in einem 1892 errichteten Industriegebäude im 22. Wiener Bezirk Donaustadt richtet am kommenden Freitag seine erste Katalogauktion aus. Bietet das Haus ansonsten und auch parallel zu dieser Versteigerung Internetauktionen an, so ist hier das traditionelle Bieten gefragt, wie gewohnt vor Ort und mit einem daumendicken und vom italienischen Designer und Fotografen Mike Sigurta gestalteten Katalog in der Hand. Dazu gibt es – erstmals in Österreich, wie Geschäftsführer Gerhard Hubmann betont – ein umfangreiches Rahmenprogramm: Auktionsbesucher erwartet nach Versteigerungsende ein Jazzabend mit der Joe Zawinul Syndicate Group sowie ein kleines Büffet mit Häppchen und Getränken in der Auteno-Lounge. Versteigert werden rund 340 Losnummern aus den Bereichen klassisches und modernes Design, Fotografie sowie das ein oder andere Werk der bildenden Kunst.


Dabei zeigt sich, dass sich das Haus bei allem Eventcharakter anschickt, dem großen Wiener Designplatzhirsch Dorotheum mit ernsthafter Konkurrenz zu Leibe zu rücken. Zahlreiche hochkarätige Arbeiten vor allem aus der zweiten Jahrhunderthälfte und neuester Zeit haben sich in das breite Angebot gemischt, während klassischen Richtungen etwa des Wiener Jugendstil um 1900/10 der große Auftritt in künftigen Auktionen noch bevorsteht. Auch preislich will man hoch hinaus. Im Mittelpunkt steht Ezri Tarazi, 1962 in Jerusalem geborener Designer mit Sitz in seinem Heimatland. 50.000 bis 60.000 Euro soll seine eher künstlerische Installation variabel kombinierbarer Stuhlelemente aus kantigen Aluminiumteilen einfahren, deren Breite zwischen 10 Zentimetern und zwei Metern schwankt. Das Möbel ist ein Unikat. Wer dessen Prototyp unter dem Titel „Exta“ erwerben möchte, muss 7.000 bis 9.000 Euro mitbringen. Allerdings bekommt er dann lediglich ein Exemplar von Tausend. Tarazis mit den Flaggen verschiedenster Staaten geschmückte Kissen gibt es für 12.000 bis 14.000 Euro als Sofa „Crowded“.

Dem Design der 1960er und 1970er Jahre schließt sich David Olschewski in seinem unikaten „Bathroom“ aus drei Stühlen, zwei Sesseln und einem Hocker an. So jedenfalls wird man sie gebrauchen müssen, denn kombiniert ergeben diese Elemente tatsächlich eine Badewanne und ein Duschbecken (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Völlig aus Eisendrähten besteht ein fast imaginär wirkendes Esszimmer von Thomas Raschke; nicht nur Tisch und Stuhl, sondern auch Spiegel, Rose im Blumentopf und sogar einem Sprossenfenster gehören dazu. Die Gesamttaxe der Einzelteile liegt bei mindestens 23.000 Euro. Eine weitere Attraktion der neuesten Zeit sind die ulkigen Ideen des Oliver Schick, Designer mit Sitz in Offenbach am Main. Sein Stuhl „Walker“ von 2006 ist ein 16füßler mit gelben Hufen, der sich beim Vor- und Zurückwippen vermutlich wirklich vorwärtsbewegt (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). In ewige Zweisamkeit ist seine einmalige Doppellampe von 2005 eingetreten, bei der Kopf und Füße zusammengewachsen sind und sich selbst und gegenseitig bescheinen (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR). Internationales Renommee genießt Ron Arad durch seine exaltierten Werke wie die Standlampe „Tree light“ von 1983, die auch bei Auteno.com nicht fehlt (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR).

Unbekannt ist der Künstler einer reliefartigen Bronzeausstattung, die zu einem 1965 gebauten Haus in Wien gehörte (Taxe 17.000 bis 20.000 EUR). Ein weiterer Architekt ist Frank O. Gehry, der mit einem rauen Kartonstuhl „Skinny Beaver“ 1980 auch seine Fähigkeiten als nicht allzu ernster Designer unter Beweis stellt (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Fast unvermeidlich auch bei dieser Versteigerung ist Ludwig Mies van der Rohes „Barcelona Chair“, hier unter anderem in einer Ausgabe der 1950er Jahre von Knoll International für 9.000 bis 12.000 Euro. In ähnlichem Geist, nur auf noch dünneren Spinnenbeinen gestalteten Preben Fabricius und Jørgen Kastholm 1968 eine Liege, die denn auch den Namen „Grashüpfer“ trägt (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Frankreich beschickt die Auktion mit einem filigranen Schreibtisch der Gruppe ARP – hinter „l’atelier de recherche plastique“ verbergen sich Joseph-André Motte, Michel Mortier und Pierre Guariche – von 1956 (Taxe 3.300 bis 3.800 EUR) und Jean Prouvés stämmigem Trapeztisch in Grau und Rot von 1954 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).

Das Duo Charles und Ray Eames trat 1945 mit einem schlichten, aus gebogenem Sperrholz bestehenden Kinderhocker hervor, dessen Wert jetzt bei 6.000 bis 8.000 Euro liegt. Die 1960er Jahre beeindrucken mit einigen schrillen und doch funktional-sachlichen Produkten von bekannten Designern, darunter Arne Jacobsens vier Lehnstühle „Seagull“ in knalligem Rot, hier in einer Ausgabe des Jahres 1973 (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR), und Verner Pantons große Deckenlampe „Flower Pot“ von 1968 in noch knalligerem Orange (Taxe 1.300 bis 1.500 EUR). In den 1970ern nimmt Burkhard Vogtherr die schweren Möbel im Durchschnittshaus der 1980er schon vorweg, indem er sein achtteiliges Büro „Hombre“ von 1973 aus massiver Eiche mit üppiger Gliederung herstellt (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Die 1980er Jahre wiederum sehen die Wiener Möbelgruppe B.R.A.N.D. auf der Höhe, etwa mit ihrem Paar Schaukelstühle aus Stahl und rotem Leder für 2.400 bis 3.000 Euro.

Ein paar Altmeister des Vorkriegsdesigns gibt es übrigens doch. Als einer der Ältesten steuert Josef Hoffmann seinen quadratisch-praktisch-guten Speisetisch von 1903 bei, dessen kugelige Konsolen für die Zargen doch nicht ganz auf Schmuck verzichten (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), ferner Otto Wagner mit einem Armlehnstuhl aus seiner Wiener Postsparkasse von 1904 für 1.300 bis 1.500 Euro und Adolf Loos, dessen Kleiderständer um 1910 für das Café Capua entstand (Taxe 2.400 bis 2.800 EUR). Aus der Villa Auerbach in Berlin-Dahlem Mitte der 1920er Jahre kommt Bruno Pauls himmelblau gestrichener Armlehnstuhl (Taxe 2.200 bis 2.500 EUR). Margarete Schütte-Lihotzkys bekannte Frankfurter Küche von 1926 soll hier 15.000 bis 18.000 Euro kosten. Für 6.000 bis 8.000 Euro steht Marcel Breuers dreisitzige Bank, eine Variation seines B 64-Stuhls, aus der Zeit um 1933 zur Verfügung (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), und zu den verrücktesten Ideen der 1920er Jahre zählt ein Paar opulenter Neubarockstühle mit Jugendstileinflüssen, die der Ungar Lajos Kozma aus glatt poliertem Nussholz schnitzte (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

Künstlerisch ambitioniert kommt Daniel Cléments buntes Glasskulptur „Le divan de la diva“ von 1992 daher (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Sie findet etwas Unterstützung im zweiten Teil der Auktion, wo unter anderem Fotografien von Margot Hammerschmidt, Mechthild Seidemann, Garry Gross und Oleg Micheyev für bis zu 9.000 Euro zum Aufruf kommen. In der Kunstabteilung wartet eine Ratte mit Regenschirm von Banksy auf Besuch (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) sowie sein Blumenstraußwerfer (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR), außerdem zwei Wurstscheiben- und Sähnehäubchen-Installationen von Anke Eilergerhard unter den Titeln „Rosarot“ von 2002 und „Himmel auf Erden“ von 2008 (Taxen je 3.000 bis 5.000 EUR) und eine schöne konstruktivistische Gouache von Lothar Schreyer aus dem Jahr 1923 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Den zeitgenössischen Manierismus vertritt Peter Winter mit dem abstrakt-gegenständlichen Triptychon „Der Plan“ aus dem Jahr 2006 (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 21. November um 16 Uhr. Die Vorbesichtigung ist noc bis zum Auktionsbeginn täglich von 9 bis 18 Uhr möglich, der Katalog im Internet unter www.auteno.com abrufbar.

Kontakt:

Auteno Auktionen GmbH

Dr. Otto Neurath Gasse 3

AT-1220 Wien

Telefon:+43 (01) 283 17 40

Telefax:+43 (01) 283 17 40 22

E-Mail: office@auteno.com

Startseite: www.auteno.com



17.11.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Veranstaltung vom:


21.11.2008, Design! Art! Calls! - Design- und Kunst-Auktion

Bei:


Auteno Auktionen










Copyright © '99-'2025
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce