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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Design bei Quittenbaum und Zezschwitz

Mehr schön als praktisch



Marcel Breuer,  Lattenstuhl ti 1a, 1924

Marcel Breuer, Lattenstuhl ti 1a, 1924

Zwei Experten auf ihrem Gebiet treffen sich am 10. Juni – zumindest terminlich. Denn dann halten die beiden Münchner Auktionshäuser Quittenbaum ab 14 Uhr in der Theresienstraße und von Zezschwitz zwei Stunden später in der Friedrichstraße ihre Designauktionen ab. Von der Menge des Angebots und der Höhe der Schätzpreise hat Quittenbaum eindeutig die Nase vorn. Bei Beträgen von 20.000 Euro für Marcel Breuers „Lattenstuhl ti 1a“ aus dem Jahr 1924 und ausgeführt wohl im Bauhaus Weimar, den Quittenbaum als eines der bedeutendsten Schmuckstücke seiner Offerte präsentiert, kann Zezschwitz nicht mithalten. Dafür haben die jüngeren Kollegen eine stattliche Serie von rund hundert Murano-Gläsern im Angebot, die als Anhang an die eigentliche Designauktion präsentiert werden. Darunter ist ein verspielter Tafelaufsatz Ginny Ruffners mit amphorenartige Vase und Delphin oder Fisch, der eine Malerpalette kunstvoll auf seiner Nase balanciert. 1989 entstand dieses einen Meter hohe Werk in nur zwei Exemplaren. 4.000 Euro soll es kosten.


Quittenbaum

Quittenbaum beginnt klassisch mit vier „MR-10 Weißenhofstühlen“ Ludwig Mies van der Rohes aus dem Jahr 1927 (Taxe 8.000 EUR) und Alvar Aaltos Sessel Nummer 41 für das Paimio-Sanatorium, mit dessen Ausstattung der finnische Architekt und Designer 1932 seinen Durchbruch schaffte (Taxe 12.000 EUR). In gleicher Zeit entstand Erich Mendelsohns Armsessel für das „Haus Leist“ in Berlin, dessen Pendant sich heute im Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg befindet (Taxe 8.000 EUR). Auf französischer Seite beeindrucken Jean Prouvés dunkelrot lackiertes Bett mit Nachtkasten aus Stahlblech von etwa 1935 (Taxe 7.500 EUR) und ein an der Wand zu befestigender Schreibtisch, an dem neben Prouvé um 1937 Jules Leleu mitwirkte (Taxe 7.500 EUR). Streng wirkt George Nelsons braunweiße „Jewerly Chest-Miniature case“ von etwa 1954, genau das Richtige für die Dame von Welt (Taxe 7.500 EUR).

Dass die Italiener immer den ausgefallensten Geschmack hatten, beweisen zwei kompakte Sofas und ein Sessel von Ico Parisi, Luisa Parisi und Gio Ponti aus den 1940er Jahren mit bräunlich-golden schimmernden Samtbezügen (Taxe 30.000 EUR). Den passenden ovalen Glastisch von Ponti gibt es vielleicht für 8.000 Euro. Das Duo Parisi kommt später noch mit einem großen Barschrank zum Einsatz, der um 1960 als Auftrags- und damit Einzelanfertigung hergestellt wurde. Die Eleganz und farbliche Harmonie dieses Möbels ist schlichtweg bestechend (Taxe 20.000 EUR). Spielerisch geht Piero Fornasetti in den 1950er Jahren an die Gestaltung eines Sofatisches heran, indem er die lange rechteckige Holzplatte in Form von Trompe-l’oiel-Lithografien mit Karten, Blättern, Apfelhälften, Korkenziehern, Schmetterlingen und einer Schraube verziert (Taxe 2.400 EUR). Die Strenge eines Angelo Mangiarotti, der 1978 einen Konsoltisch „Incas“ aus Sandstein mit äußerster Schlichtheit entwarf (Taxe 8.000 EUR), war Fornasettis Sache nicht.

Praktisch zum Mitnehmen ist Joe Colombos Sessel „Tube“ von 1969. Er besteht aus vier unterschiedlich großen Röhren mit schwarzen Bezügen, die ineinander gesteckt werden können und somit leichter transportabel sind. Der originale Verpackungssack ist noch da (Taxe 4.000 EUR). Eine umso mühsamere Konstruktion dürfte das aus 28 Teilen bestehende Sofasystem „DS-600“ sein, das Ueli Berger, Eleonore Peduzzi-Riva, Heinz Ulrich und Klaus Vogt 1970 auf den Markt brachten. Die einzelnen Segmente müssen mit Reißverschlüssen aneinander geheftet werden. Bequem sieht das Ganze auch nicht gerade aus (Taxe 15.000 EUR). Genauso wenig wie ein Frisiertisch mit Hocker der Kolumbianerin Edelmira Boller aus dem Jahr 1991. Welche Dame sich nicht mit ihren langen Haaren in den fransigen Eisenrändern verheddert, zeichnet sich wirklich durch artistische Hochbegabung aus (Taxe 5.000 EUR).

Auch für die Lampen hatten die Italiener die besten Ideen. Gino Sarfattis Stehleuchte „1063“ von 1953/54 besteht einfach nur aus einem schwarz lackierten Metallblech samt Leuchtstoffröhre, das geradewegs in die Höhe ragt, soll aber trotzdem 18.000 Euro kosten. Obwohl ein Lichtobjekt, das Hans-Peter Rainer zugeschrieben wird und wie von einem anderen Stern wirkt, auch nicht schlecht ist. Es misst in der Länge allerdings über drei Meter (Taxe 12.000 EUR). Einen Spiegel schickt Ettore Sottsass unter dem Titel „Ultrafragola“ in psychedelischen Wellen von 1970 für 6.000 Euro ins Rennen, außerdem sein strichmännchenartiges Regal „Carlton“ von 1981, das mehr schön als praktisch ist (Taxe 8.000 EUR). Nur schön will Marcello Morandinis in drei Exemplaren verbreitetes Wandobjekt „323“ von 1980 sein, das aus schwarz und weiß lackierten Hölzern besteht und ein wenig an die Op Art erinnert (Taxe 7.000 EUR).

Die Antwort auf Gerrit Rietvelds „Zig Zag chair“ war 1956 Verner Pantons „S-chair“, hier in einer Ausführung August Sommers für Thonet aus den 1960er Jahren in petrolgrüner Lackierung (Taxe 4.000 EUR). Sein „Flying chair“ von 1963/64 kann als bequeme Hängematte durchgehen, erfordert aber die notwendige Raum- oder Baumhöhe (Taxe 8.500 EUR). Erwin & Estelle Laverne entwarfen 1962 sechs „Champagne“-Drehstühle im damals modernsten Material Plexiglas, die zwischen 1972 und 1982 bei Formes Nouvelles in Paris in Serie gingen (Taxe 9.000 EUR). In Fantasy-Welten entführt Mark Brazier-Jones unter anderem mit seinem Sofatisch „Dragon“ von etwa 1997, der ohne Skrupel skulpturale Ansprüche stellen kann. Der Preis für dieses Unikat beträgt denn auch stattliche 25.000 Euro. Auch einige herausragende Wandteppiche hat Quittenbaum zu bieten, so als Titellos einen schwungvollen Teppich „Blankets“ von Tejo Remy und Rene Veenhuizen aus einem bunten Liniengeflecht recycelter Decken (Taxe 8.000 EUR) und schon zuvor Hubert Berkes abstrakte Collage von etwa 1960. Angeblich soll dieser Teppich früher in Ludwig Erhards Bonner privatem Bungalow gehängt haben (Taxe 7.000 EUR).

Zezschwitz

Während sich bei Quittenbaum fast ausschließlich Möbel, Lampen und sonstige raumbereichernde Einrichtungsgegenstände finden, bietet Zezschwitz auch Dinge an, die man auf die Tische und in die Schränke stellen oder legen kann. So einige strenge Kerzenleuchter von Karl Raichle und Hayno Focken um 1930 für bis zu 2.000 Euro. Die Möbelofferte ist gegenüber der Konkurrenz weniger beeindruckend, manche Gegenstände wie ein Sessel „Kubus“ von Josef Hoffmann tragen zwar große Namen und sind von beachtlicher Qualität, wurden jedoch erst in wesentlich späterer Zeit neu aufgelegt. Im vorliegenden Fall vor wenigen Jahren durch die Firma Franz Wittmann Möbelwerkstätten GmbH im österreichischen Etsdorf am Kamp. Daher ist der Preis mit 1.500 Euro auch nicht so hoch. Original ist Bruno Weills aus Stahlrohr gefertigte Liege „B 267“ von 1932 für 6.500 Euro, ebenso wie Pierre Cardins Tisch von etwa 1970, der großzügig aus nur einer spiralförmig sich einrollenden Bandschlaufe gestaltet ist (Taxe 2.600 EUR).

Stefan Wewerkas Fächertisch aus schwarz lackierter Eiche von circa 1978 listet bei 1.800 Euro, das 1981 von Hans Hollein bei Memphis in Mailänder Produktion gefertigtes Sideboard „Schwarzenberg“, das sich letztlich vom barocken Typus der Wandkonsole ableitet, bei 3.500 Euro. Ähnlich wie Brazier-Jones wendet sich auch Carlo Rampazzi in jüngster Zeit wieder den verspielten Formen zu, so etwa bei einer grün und blau lackierten sowie mit unterschiedlichen Intarsien verzierten neo-neobarocken Wandkonsole des Jahres 1998 (Taxe 4.500 EUR). Neoklassizistisch wirken die Tische des Ateliers Pilati aus München etwa derselben Zeit (Taxen zwischen 2.500 und 3.000 EUR). Auch Zezschwitz hat Teppiche zu bieten, so eine Tapisserie „Daphne“ von Jean Lurçat aus der Zeit um 1955, wo die Dargestellte gerade mit der Natur verschmilzt (Taxe 3.800 EUR).

Die Abteilung Murano-Glas gibt einen Überblick dieses Produktionsortes während der vergangenen sechzig Jahre, angefangen von den neobarocken Formen einer balusterförmigen Vase um 1950 von Venini (Taxe 300 EUR) bis hin zu farbigen Glasreliefs von Pietro und Riccardo Ferro aus dem laufenden Jahr (Taxe 3.900 EUR). Die berühmtesten Namen sind Flavio Poli, dessen „Pesce Rosso Blu“ um 1958 das Schwimmen lernte (Taxe 1.800 EUR), Fulvio Bianconi, der zwei abstrakt farbige „Pezzato“-Vasen von 1951 für 3.600 und 6.000 Euro ins Rennen schickt, und Giampaolo Seguso, dessen Vase „Delitto“ wie ausgetrocknete und brüchig gewordene Erde aussieht – das Material verleugnet sich selbst (Taxe 5.500 EUR). Unter den jüngeren Künstlern sind Giorgio Vigna, Franco Moretti, Andrea Zilio und Afro Celotto zu nennen, deren klassisch einfache oder aber auffallend bunte Arbeiten der vergangenen zehn Jahre bei nicht mehr als 4.800 Euro stehen.

Die Auktion bei Quittenbaum beginnt am 10. Juni um 14 Uhr. Hier findet die Vorbesichtigung vom 5. Juni bis zum 9. Juni von 11 bis 19 Uhr, samstags und sonntags von 13 bis 17 Uhr statt. Der Katalog ist im Internet unter www.quittenbaum.de abrufbar. Zezschwitz startet am selben Tag um 16 Uhr. Hier kann man die Objekte bis zum 6. Juni täglich von 11 bis 19 Uhr und dann bis zum 9. Juni von 11 bis 16 Uhr in Augenschein nehmen. Dem Katalog gibt’s im Internet unter www.von-zezschwitz.de.

Von Zezschwitz - Kunst und Design
Friedrichstraße 1a
D-80801 München

Telefon: +49 (0)89 – 38 98 930
Telefax: +49 (0)89 – 38 98 93 25

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de

Startseite: www.quittenbaum.de



04.06.2008

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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