 |  | Der Art Basel & UBS Global Art Market Report 2026 konstatiert ein Wachstum im Kunstmarkt | |
Nach zwei schwachen Jahren hat sich der globale Kunstmarkt 2025 spürbar erholt. Der Branchenumsatz stieg um vier Prozent auf 59,6 Milliarden US-Dollar. Damit setzte sich zwar ein Aufwärtstrend durch, das Rekordniveau früherer Jahre bleibt jedoch weiterhin außer Reichweite. Zu diesem Ergebnis kommt die Kunstmarktforscherin Clare McAndrew in ihrer zehnten jährlichen Studie für die Art Basel und die UBS. In ihrem Art Market Report nimmt sie wieder wichtige Marktsegmente wie Galerien, Kunsthändler, Auktionshäuser und Kunstmessen unter die Lupe, um deren Entwicklung vor dem Hintergrund der weltweit veränderten wirtschaftlichen Bedingungen und dem wechselnden Käuferverhalten analysieren zu können.
Getragen wurde das Wachstum hauptsächlich vom Auktionswesen, dessen Umsatz aus Private Sales und öffentlichen Auktionen um 6 Prozent auf 24,8 Milliarden US-Dollar stieg. Besonders ausschlaggebend war dabei das obere Preissegment, da Verkäufe über 10 Millionen Dollar um 30 Prozent zunahmen. Im Gegensatz dazu nahm die Anzahl an nicht öffentlichen Privatverkäufen in Auktionshäusern sogar um 5 Prozent ab. Der Dreiklang aus USA, Großbritannien und China dominierte im vergangenen Jahr mit zusammen 76 Prozent den globalen Kunstmarkt, wozu der amerikanische Markt starke 44 Prozent und der britische 18 Prozent beitrugen. Trotz der momentanen Konjunkturschwäche in der chinesischen Wirtschaft festigte sich der Handel auch dort wieder, weswegen er mit 14 Prozent den dritten Platz einnahm. Innerhalb der EU behauptete Frankreich seine Position als bedeutendste Kunsthandelsnation: mit 4,5 Milliarden Dollar übertraf sie knapp ihren bisherigen Höchstwert von 2019.
Die USA führen die monetäre Kunstwelt an
Nach zwei Jahren, geprägt von sinkenden Erträgen und Volatilität, erreichten die US-Verkaufszahlen im vergangenen Jahr 26 Milliarden Dollar, was eine Erhöhung um fünf Prozent darstellt. 10 Milliarden Dollar dieser Summe brachte allein der High End-Bereich ein, der 2025 um knapp 40 Prozent zugelegt hat. Trotz der positiven Aussichten konnten auch hier die Werte der Blütezeit des Jahres 2022 und der Vor-Corona-Phase nicht erreicht werden. Dies ist hauptsächlich den Zollbeschränkungen zuzuschreiben, die die amerikanische Regierung unter Präsident Trump realisierte. Obwohl viele Händler und Auktionshäuser sowohl von direkten als auch von indirekten Auswirkungen berichteten, stieg der Import von Kunst und Antiquitäten in die USA um dreizehn Prozent und erreichte eine Summe von 9,9 Milliarden Dollar, während der Export um ein Prozent sank. In Großbritannien dokumentierte man eine Steigerung der Verkaufszahlen um zwei Prozent, womit die Insel bei 10,9 Milliarden Dollar ebenfalls unter ihrem Höhepunkt von 2019 stagnierte.
Mit einem Anstieg von nur einem Prozent und einem Gesamterträgnis von 8,5 Milliarden Dollar erlebte China ein ähnliches Schicksal. Andere asiatische Kunstmärkte außerhalb Chinas nahmen sogar ein Prozent weniger ein, während Südkorea sich um sechs Prozent verbesserte und mit rund 600 Millionen Dollar wie Spanien und Japan rund ein Prozent des Gesamtkuchens erwirtschaftete. Neben Frankreich, der viertstärksten Kunstmarktnation weltweit, die sich über einen Anstieg von neun Prozent freuen konnte, zeichnete sich in Europa ein gemischtes Bild der Lage ab. In der Schweiz und Österreich wuchsen die Märkte um jeweils 13 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar, respektive rund 300 Millionen US-Dollar, während etwa Deutschland und Italien auf der Verliererseite standen: In Deutschland schrumpften die Umsätze um zehn Prozent auf 1,2 Milliarden Dollar, in Italien um zwei Prozent. Insgesamt wurden in der Europäischen Union 8,4 Milliarden US-Dollar mit Kunstverkäufen eingenommen, was einer Verbesserung um drei Prozent entspricht, getragen vor allem von der starken französischen Entwicklung.
Trotz der Expansion von digitalen Plattformen sanken Online-Verkäufe auf 9,2 Milliarden Dollar ab, was den niedrigsten Wert seit 2019 darstellt. Dies liegt daran, dass Kunstwerke der oberen Preisklasse im diesjährigen Report die einflussreichste Position einnahmen, sie jedoch hauptsächlich live verkauft wurden, weswegen sich auch der Stellenwert der Kunstmessen besserte. Der Bereich mit Galerien und Kunsthandel ist mit 34,8 Milliarden Dollar das größte Segment und zeigt global einen Anstieg von zwei Prozent. International berichteten 42 Prozent aller Händler von einem Umsatzwachstum, 33 Prozent beklagten sich über sinkende Verkaufszahlen und 25 Prozent stellten keine Veränderung fest. Ein wichtiger Faktor für Gewinn und Verlust waren erhöhte Betriebskosten, die 2025 weltweit im Durchschnitt um fünf Prozent gestiegen sind und deswegen von Kunsthändlern als eine der größten Herausforderungen angesehen wurden. Pro Händler wurden letztes Jahr mit ungefähr 57 Käufern Geschäfte geschlossen – die niedrigste Zahl seit 2021. Besonders betroffen sind davon kleinere Händler, die unter 250.000 Dollar pro Jahr einnehmen und eine Verschlechterung von 40 Prozent bekundeten. Die durchschnittliche Anzahl der Kaufabwicklungen stieg mit dem Umsatz der Händler, wobei Unternehmen mit einem Ergebnis von über 10 Millionen Dollar im Durchschnitt an 125 Kunden Kunst abgaben, was einem Anstieg von 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht, aber unter dem Höchststand von 163 im Jahr 2023 liegt.
Halbe Geschlechterparität
Der Ertrag durch Kunstmessen stieg auf 35 Prozent des Händlerumsatzes und erreichte damit den höchsten Stand seit 2022. Das Wachstum wurde gleichermaßen von internationalen und lokalen Veranstaltungen getrieben, wobei mittelgroße Händler den größten Anstieg ihrer Verkäufe auf Kunstmessen meldeten. Trotz verbesserter Ergebnisse blieben die Teilnahmegebühren im Jahr 2025 eines der größten Probleme für Händler. In den Galerieausstellungen des Primärmarkts wurde laut McAndrew endlich die Geschlechterparität erreicht. Dennoch fällt der Umsatzanteil von Künstlerinnen geringer aus: mit 37 Prozent liegt er deutlich über den 28 Prozent im Jahr 2018, bleibt aber trotzdem unter dem Niveau männlicher Künstler. Bei Galerien mit einem Umsatz unter 250.000 Dollar beträgt die Frauenquote sogar 55 Prozent, was 43 Prozent des Umsatzes entspricht. Dieses Verhältnis sank mit steigendem Umsatz und erreichte bei Galerien mit einem Ertrag von über 20 Millionen Dollar 35 Prozent der weiblichen Kunstschaffenden respektive 27 Prozent des Umsatzes.
Dem Jahr 2026 blickt der Kunstmarkt optimistisch entgegen: nachdem sich Ende 2024 das größte Tief seit der Pandemie ausbreitete, erwarten 43 Prozent der Kunsthändler, dass sich ihr Umsatz dieses Jahr verbessert. Weitere 38 Prozent rechnen mit keinen Änderungen, während 19 Prozent mit einer Verschlechterung kalkulieren. Als größter Störfaktor gilt weiterhin die politische und ökonomische Volatilität, die Preissteigerungen hervorruft und grenzüberschreitende Geschäfte komplizierter macht. Vor allem der Iran-Krieg hat zu neuen Verwerfungen im internationalen Kunstgeschäft geführt. Aufgrund der steigenden Kosten verändert sich außerdem das Verhältnis von Angebot und Nachfrage, was die zuvor genannten Probleme intensiviert. Auch die Beziehungen zwischen Händlern und Kunstsammlern, die 51 Prozent aller Käufer ausmachen und für 62 Prozent der Einnahmen verantwortlich sind, werden strapaziert. Auktionshäuser sehen sich mit ähnlichen Sorgen konfrontiert, wobei hier administrative und regulatorische Probleme ebenfalls eine große Rolle spielen.
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