geboren am 31. März 1940 in Berlin, gestorben am 29. April 2026 in Berlin Deutscher Künstler, Hauptvertreter der Konzeptkunst
Timm Ulrichs wurde 1940 in Berlin geboren. Dort studierte er von 1959 bis 1966 Architektur an der Technischen Hochschule. Als Künstler ist er Autodidakt. Er eröffnete 1959 eine „Werbezentrale für Totalkunst, Banalismus und Extemporalismus“. Inspiriert durch die Literatur des Dadaismus beginnt er seine künstlerische Arbeit mit der Auseinandersetzung mit der geschriebenen Sprache. Neben Gedichten entstehen serielle Arbeiten mit Punkten, Strichen und Wortkonstruktionen. In der Zeit zwischen 1962 bis 1965 führt er teilweise raumgreifende Objekte in Form von Textwürfeln aus. Die Arbeit „Concrete Poetry“ aus dem Jahr 1973 besteht aus in Beton gegossenen Buchstaben.
Daneben beschäftigte sich Ulrichs unter der Bezeichnung „Totalkunst“ mit der eigenen Persönlichkeit. Bekannt wurde er 1966 mit der Selbstausstellung als „Erstes lebendes Kunstwerk“ in der Galerie Patio in Frankfurt am Main. Der eigene Körper und sein Verhältnis zur Natur wird in der Aktion „Timm Ulrichs, den Blitz auf sich lenkend“ (1977) thematisiert. Im Jahr darauf schließt sich Ulrichs in der Aktion „Der Findling“ für zehn Stunden in einen Stein ein, aus dem vorher die genaue Negativform seines Körpers ausgehöhlt wurde. Auf dem Internationalen Kunstmarkt in Köln von 1975 zeigt sich Ulrichs mit Blindenstock, Armbinde, Sonnenbrille und der Parole: „Ich kann keine Kunst mehr sehen!“
Ulrichs zählt zu den Hauptvertretern der deutschen Konzeptkunst. Seine Kunst ist stark durch Ideen geprägt, die nicht so sehr der Realisation bedürfen als vielmehr ihrer verbalen Definition. Von 1972 bis 2005 unterrichtet Timm Ulrichs an der Kunstakademie in Münster. Er stirbt am 19. April 2026 in Berlin.
S.H.
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