geboren am 8. Mai 1837 in Dijon, gestorben am 8. Dezember 1911 in Watford in England
Französisch-englischer Maler, Graphiker und Bildhauer, Vertreter des Neoklassizismus
Nach seiner Ausbildung an der Petite École in Paris, wo er sich mit Henri Fantin-Latour, Auguste Rodin und Jules Dalou angefreundet hatte, begann Vivant-Alphonse Legros unter dem Einfluß von Gustave Courbet zunächst eine Laufbahn als Maler.
1863 siedelte er nach London über und nutzte einen großen Teil seiner Zeit zum Zeichenunterricht. Mit großem Erfolg unterrichtete Legros von 1876 bis 1892 an der South Kensington School und später an der Slade School of Art. In England befasste er sich unter anderem mit Gravurtechniken. Nachdem er im British Museum die Porträts von Antonio Pisanello entdeckt hatte, wandte sich Legros der Kunst der Medaille zu, zu deren Wiederbelebung er entschieden beitrug, indem er 1895 die Society of Medaillists gründete.
Nach einem Besuch bei Auguste Rodin im Jahr 1881 wandte sich Legros der Skulptur zu. Werke wie „La mort et le bûcheron“ („Der Tod und der Holzfäller“) und „Un désespéré“ („Ein Verzweifelter“) von 1881 zeigen deutlich den Einfluss des Meisters. Bei späteren Arbeiten und öffentlichen Aufträgen tritt die Prägung des berühmten Zeitgenossen wieder zurück. Die Brunnen, die Legros für Welbeck Abbey in den Jahren 1897 bis 1902 anfertigte, sowie der Dekor der Bank of England zum Jubiläum der Königin Viktoria von 1897 verraten den Einfluss der italienischen Renaissance und seine Zugehörigkeit zum Neoklassizismus.
1881 wurde Legros englischer Staatsbürger. Einen Teil seiner Skulpturen sowie verschiedene Medaillen hinterlies er dem Musée du Luxembourg.
V.V.
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