geboren am 11. Januar 1936 in Hamburg, gestorben am 29. Mai 1970 in New York Deutsch-amerikanische Malerin und Bildhauerin
Im Sommer 1939 floh die jüdische Familie Hesse vor den Nationalsozialisten über Amsterdam und London nach New York. Die Amerikanische Staatsbürgerschaft erhielt Eva Hesse 1945. 1952 machte sie den Abschluss an der High School of Industrial Arts in New York. Anschließend studierte sie ein Jahr Werbegraphik am Pratt Institute of Design und besuchte von 1957 bis 1959 die Yale School of Art and Architecture in New Haven, wo sie bei Josef Albers lernte. Nach erfolgreichem Abschluss stellte Hesse in der John Heller Gallery sowie in der Heller Stone Gallery in New York aus.
Durch Förderung des Sammlers und Textilherstellers Arnhard Scheidt erhielten Hesse und ihr Ehemann Tom Doyle ein Arbeitsstipendium in Kettwig, wo sie mit ihren informellen Plastiken begann, die 1965 in der Kunsthalle Düsseldorf ausgestellt wurden. Vollplastische Arbeiten und Reliefs standen nun im Mittelpunkt ihres Schaffens. Nach ihrer Rückkehr nach New York wandte sie sich ganz von der Malerei ab und entwickelte hängende Objekte mit anthropomorphen und sexuellen Anspielungen.
Die Begegnung mit Robert Morris, Richard Serra und Robert Smithson führte die Künstlerin an die minimalistische Skulptur heran. Hesse griff die Gestaltungsmittel der Minimal Art auf und schuf in ihrem Werk eine Verbindung zwischen Form, Technik, inhaltlicher Aussage und Material. Ab 1968 benutzte sie lichtdurchlässiges Fiberglas und ersetzte Farbe durch Licht. In der Fischbach Gallery in New York fand im selben Jahr eine Schau ihrer Fiberglasplastiken statt. Ebenfalls 1968 begann Hesse an der School of Visual Arts zu unterrichten und zeigte ihre Werke 1969 zusammen mit Bruce Naumann, Richard Serra und Keith Sonnier in „Anti-Illusion: Procedures/Materials“.
Im Mittelpunkt ihres bildnerischen Oeuvre stand Maß und Empfinden des menschlichen Körpers und die Arbeit mit unterschiedlichen Materialien, die sowohl Pathos als auch Ironie vermitteln. Eva Hesse starb im Alter von nur 34 Jahren an einem Gehirntumor.
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